Mann hält ein Tablet, auf dem ein Roboter mit einer digitalen Benutzeroberfläche angezeigt wird.

KI erobert die reale Welt: Ein 430-Milliarden-Euro-Markt entsteht bis 2030

Physical AI erobert die reale Welt: Bis 2030 entsteht ein Markt von 430 Mrd. Euro. Studie von Strategy& zeigt Wachstumschancen für Europa und Deutschland.

Ergebnisse im Überblick

  • Künstliche Intelligenz breitet sich in die reale Welt aus und eröffnet bis 2030 neue Märkte mit rund 430 Mrd. Euro Potenzial
  • Die größten Wachstumsfelder entstehen in den Bereichen autonomes Fahren (~170 Mrd. Euro), Industrierobotik (~69 Mrd. Euro) sowie bei humanoiden Robotern (~68 Mrd. Euro)
  • Auf Europa entfallen etwa 80 bis 110 Mrd. Euro, auf Deutschland 20 bis 26 Mrd. Euro
  • Die Wertschöpfung reicht von KI-Modellen (~20%) über Computer-Hardware und Speicher (~35%) sowie Simulationsplattformen (~10%) bis hin zu Sensorik und Aktorik (~20%)
  • Das strategische Zeitfenster ist eng: Die prägenden Plattformen und Standards werden in den nächsten 12 bis 24 Monaten definiert

Zur Studienseite

Künstliche Intelligenz erreicht eine neue Entwicklungsstufe und bewegt sich zunehmend auch in der realen Welt. Das zeigt die aktuelle Studie „Physical AI: Intelligence in motion – A strategic guide to capture value as AI enters the real worldy“ von Strategy&, der globalen Strategieberatung von PwC. Bis 2030 eröffnet diese Transformation ein globales Marktpotenzial von rund 430 Mrd. Euro – etwa 80 bis 110 Mrd. Euro davon entfallen auf Europa, 20 bis 26 Mrd. Euro auf Deutschland.

Während bisherige KI-Generationen vor allem digitale Inhalte erstellen und Software bedienen konnten, zielt Physical AI darauf ab, Fahrzeuge, Roboter, Drohnen oder ganze Infrastrukturen autonom zu steuern. Dafür muss die neue KI-Generation eigenständig Entscheidungen treffen, physisch mit Menschen interagieren und sich in komplexen Umgebungen zurechtfinden. Diese Fähigkeiten machen Physical AI komplex und wertvoll zugleich.

Wo die Wertschöpfung entsteht

Die Physical-AI-Evolution erfasst laut Studie weitreichende und sektorübergreifende Teile der globalen Ökonomie. Neue Wertschöpfung entsteht nicht allein in Unternehmen, die Roboter oder Maschinen herstellen, sondern zunehmend auch bei Chipproduzenten, Cloudbetreibern, Softwareplattformen sowie Infrastrukturanbietern. Die größte Dynamik entfaltet sich mit etwa 170 Mrd. Euro in der Mobilitätsbranche, getrieben vom autonomen Fahren. Es folgen industrielle Systeme und Infrastruktur (69 Mrd. Euro) sowie humanoide Service-Roboter (68 Mrd. Euro). Luftfahrt und Verteidigung kommen auf rund 50 Mrd. Euro, Entertainment auf 37 Mrd. Euro und der Gesundheitssektor auf 5 Mrd. Euro. Physical AI setzt sich laut Studie zuerst dort durch, wo Automatisierung leicht umsetzbar und menschliche Arbeitskräfte knapp, teuer oder Risiken ausgesetzt sind.

„Die bevorstehende KI-Welle ersetzt generative und agentische KI nicht, sondern baut auf ihnen auf und katapultiert die Technologie von der digitalen in die reale Welt. Bereits heute bringen autonome Taxis in US-Städten fahrerlos ihre Gäste ans Ziel; in europäischen Lagerhallen sortieren Roboter eigenständig Pakete. Die Idee autonomer und intelligenter Maschinen ist Jahrhunderte alt – nun wird sie durch technologische Durchbrüche innerhalb kürzester Zeit Realität. Die entscheidende Frage ist für viele Unternehmen heute daher nicht mehr, ob sie Physical AI nutzen wollen, sondern wo.“

Tanjeff Schadt,Co-Autor der Studie und Partner bei Strategy& Deutschland

Sieben Bereiche entscheiden über den Wettbewerb

Die Studie identifiziert sieben strategische Bereiche, die darüber entscheiden, wer im Physical-AI-Markt Wertschöpfung erzielt: von KI-Grundlagenmodellen über domänenspezifische Modelle und Edge-Halbleiter bis hin zu Sensorik, Standards, OEM-Lösungen und technologischer Souveränität. Für europäische Unternehmen liegt die zentrale Herausforderung darin, Wettbewerbsfähigkeit mit strategischer Unabhängigkeit zu verbinden.

Physical AI befindet sich aktuell in einer frühen Adoptionsphase – doch die technologische Reife steigt rasant. Ein zentraler Enabler sind sogenannte Weltmodelle: KI-Modelle, die die physische Welt simulieren und vorhersagen, wie sich Umgebungen unter verschiedenen Aktionen entwickeln. Sie ermöglichen es, Roboter und autonome Systeme in virtuellen Umgebungen zu trainieren, bevor sie in der realen Welt eingesetzt werden – das reduziert Kosten, Risiken und Entwicklungszeit.

„Europa hat bei Physical AI klare Stärken – in der Automobiltechnologie, der Industrieautomatisierung und der Sensorik. Aber die Wertschöpfung erstreckt sich zunehmend über reine Hardware hinaus in Richtung KI-Modelle, Simulationsplattformen und Recheninfrastruktur.“

Tanjeff Schadt,Co-Autor der Studie und Partner bei Strategy& Deutschland

Wo die Wertschöpfung entsteht

Die Physical-AI-Evolution erfasst laut Studie weitreichende und sektorübergreifende Teile der globalen Ökonomie. Neue Wertschöpfung entsteht nicht allein in Unternehmen, die Roboter oder Maschinen herstellen, sondern zunehmend auch bei Chipproduzenten, Cloudbetreibern, Softwareplattformen sowie Infrastrukturanbietern. Die größte Dynamik entfaltet sich mit etwa 170 Mrd. Euro in der Mobilitätsbranche, getrieben vom autonomen Fahren. Es folgen industrielle Systeme und Infrastruktur (69 Mrd. Euro) sowie humanoide Service-Roboter (68 Mrd. Euro). Luftfahrt und Verteidigung kommen auf rund 50 Mrd. Euro, Entertainment auf 37 Mrd. Euro und der Gesundheitssektor auf 5 Mrd. Euro. Physical AI setzt sich laut Studie zuerst dort durch, wo Automatisierung leicht umsetzbar und menschliche Arbeitskräfte knapp, teuer oder Risiken ausgesetzt sind.

„Physical AI wird den Bedarf an KI-Rechenleistung in Europa massiv steigern – für das Training der Modelle, für Echtzeit-Inferenz und für die Simulation ganzer physischer Umgebungen. Europa muss den Aufbau seiner KI-Datacenter-Infrastruktur und KI-Fähigkeiten weiter beschleunigen, um seine KI-Wertschöpfung zu steigern und gleichzeitig die digitale Souveränität zu stärken.“

Jens Niebuhr,Co-Autor der Studie, Partner bei Strategy& Deutschland und Leiter der europäischen Technologie- und Telekommunikations-Practice

Die Studie schließt mit drei strategischen Kernfragen, die laut den Autoren jetzt auf jede Vorstandsagenda gehören: Wo will man konkurrieren – und wo akzeptiert man Abhängigkeiten? Welche proprietären Assets lassen sich aufbauen, bevor sich das Zeitfenster schließt? Und wie handelt man schnell, ohne sich strategische Spielräume zu verbauen?

The agentic AI revolution in retail

Über Strategy&

Strategy& ist die globale Strategieberatung von PwC. Wir entwickeln individuelle Geschäftsstrategien für weltweit führende Unternehmen, basierend auf differenzierenden Wettbewerbsfähigkeiten. Wir sind die einzige Strategieberatung als Teil eines globalen Professional Services Netzwerks. Unsere Expertise kombinieren wir mit Technologie und erarbeiten daraus eine passende Strategie, die effizient umsetzbar ist. "Strategy, made real" heißt für uns, den digitalen Wandel voranzutreiben, die Zukunft mitzugestalten und Visionen Wirklichkeit werden zu lassen. 4.500 Strategieberater:innen und mehr als 365.000 PwC Mitarbeiter:innen in 136 Ländern tragen hierzu mit hochwertigen, branchenspezifischen Dienstleistungen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuer- und Unternehmensberatung bei.

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Annabelle Kliesing
Annabelle Kliesing

Senior Manager Communications and Thought Leadership, Strategy& Deutschland