Der Kryptomarkt hat Anfang 2026 einen deutlichen Einbruch erlebt, der die meisten privaten Investor:innen allerdings unbeeindruckt gelassen hat. Nicht einmal 14% der deutschen Anleger:innen reduzierten ihre Krypto-Bestände im Januar und Februar 2026 während des Crashs. 44% nutzten dagegen die Gelegenheit, um ihre Positionen nach einem Exit günstiger zurückzukaufen. Weitere 12% stockten ihre Positionen sogar auf. Das zeigt die aktuelle „Crypto Survey 2026“ von Strategy&, der globalen Strategieberatung von PwC.
Der ungebrochene Optimismus der Anleger:innen mit Blick auf die langfristige Relevanz von Krypto-Assets spiegelt sich auch in den Kurserwartungen. Die Befragten aus Deutschland rechnen im Schnitt mit einem Bitcoin-Preis von rund 538.000 US-Dollar bis Ende 2030. International liegt die Prognose sogar bei rund 854.000 US-Dollar – das entspricht mehr als einer Versechsfachung gegenüber dem Höchststand des Jahres 2025.
Anlageverhalten bei Krypto bleibt langfristig ausgerichtet
Das Vertrauen in steigende Krypto-Kurse schlägt sich auch im Anlageverhalten nieder. Lediglich 29% aller Befragten geben an, Daytrading als Strategie zu verfolgen, in Deutschland sind es sogar nur 21%. Dagegen will über die Hälfte der internationalen Anleger:innen die eigenen Krypto-Bestände langfristig halten und macht „Buy-and-Hold“ damit zur beliebtesten Investitionsstrategie. Parallel dazu investieren immer mehr Anleger:innen mittels Sparplan, ihr Anteil wuchs um mehr als 6 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr auf inzwischen 37%. Das entspricht bemerkenswerterweise dem Anteil der Aktienanleger:innen, die einen Sparplan für ihre Aktienanlage nutzen (ebenfalls 37%)1 – ein Indiz für den Reifegrad, den Krypto mittlerweile erreicht hat.
Auch die investierten Beträge wachsen: In Deutschland sind bereits vier von fünf Befragten mit mehr als 1.000 Euro in Krypto-Assets investiert. Der Glaube an das langfristige Potenzial von Krypto-Beständen reicht dabei über reine Investments hinaus: 35% der deutschen und 42% der US-amerikanischen Befragten erwarten, dass KI-Agenten bis 2030 Stablecoins oder andere Tokens für Zahlungen nutzen werden.
1 Quelle: Aktionärszahlen des deutschen Aktieninstituts 2025
„Krypto-Anleger:innen bleiben ‚True Believers‘. Sie halten trotz Crash und Kursschwankungen an den eigenen Beständen fest, denken langfristig und entwickeln ein Anlageverhalten, das sich immer mehr dem Umgang mit traditionellen Anlageklassen wie Aktien oder Fonds annähert.“
„Gleichzeitig beobachten wir, dass sich auf Plattformseite in vielen Märkten lokale Champions herausbilden. Die Anbieterlandschaft bleibt trotz einiger global relevanter Plattformen fragmentiert, sodass erfolgreiche Angebote weiterhin stark von lokalen Präferenzen und Rahmenbedingungen abhängen”, sagt Dr. Philipp Wackerbeck, Co-Studienautor sowie Partner und Global Head of Financial Services bei Strategy&.
Krypto-Markt: Stablecoins und Tokenisierung gewinnen an Relevanz
Neben klassischen Krypto-Investments gewinnen vor allem Stablecoins als Zahlungsmittel sowie die Tokenisierung traditioneller Anlageklassen an Bedeutung. International haben bereits über 60% der befragten Krypto-Investor:innen Stablecoins, also an etablierte Währungen gekoppelte Coins, für grenzüberschreitende Zahlungen eingesetzt. In Deutschland ist der Anteil mit rund 50% etwas niedriger. Allerdings würden weitere 18% der deutschen Anleger:innen Stablecoins nutzen, wenn diese deutlich günstiger als klassische Banküberweisungen wären.
Parallel dazu ist das Interesse an tokenisierten Assets sprunghaft gestiegen. Als tokenisierte Assets werden digitale Abbildungen klassischer Vermögenswerte wie Aktien, Anleihen oder Immobilien auf der Blockchain bezeichnet. Rund 70% der deutschen und 86% der US-amerikanischen Befragten würden in solche tokenisierten Vermögenswerte investieren, wenn sie über ihre Bank oder Handelsplattform verfügbar wären.
„Krypto hat keinen Nischenstatus mehr – darauf deuten bei deutschen Anleger:innen die Vermögensallokationen, das Anlageverhalten und auch die Nutzungsabsichten über die Vermögensanlage hinaus hin.“
„Der Trend zu integrierten Angeboten von konventionellen und digitalen Assets setzt sich fort. Anbieter, die wettbewerbsfähig bleiben wollen, müssen deshalb über den reinen Kauf und Verkauf von Coins hinausgehen und zukünftig zum Beispiel auch tokenisierte Anlageprodukte nahtlos in ihre Apps und Angebote integrieren. Dabei gilt es, Vertrauen, Sicherheit und eine einfache Nutzererfahrung konsequent in den Mittelpunkt zu stellen, sonst wandern Kund:innen dorthin ab, wo sie alles aus einer Hand bekommen”, sagt Felix Becht, Co-Studienautor und Partner bei Strategy& Deutschland.