Elektroauto, das bei Schneefall an einer Ladestation aufgeladen wird, mit schneebedecktem Heck und in die Ladebuchse eingestecktem Ladestecker.

Starke Dynamik: Neuzulassungen von Elektroautos in Europa wachsen zweistellig

Neuzulassungen von Elektroautos in Europa wachsen zweistellig: In Deutschland steigen BEV-Verkäufe im Q4 2025 um 56 % auf 22 % Marktanteil.

Ergebnisse im Überblick

  • BEV- und PHEV-Neuzulassungen in den fünf größten europäischen Automärkten Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und dem Vereinigten Königreich steigen im vierten Quartal 2025 um durchschnittlich 40% im Vergleich zum Vorjahresquartal
  • Die EU-27-Länder haben in Q4 2025 mit 21% Marktanteil bei BEVs und einem Wachstum von 45% einen Rekordwert erreicht
  • In Deutschland erholt sich die Nachfrage nach BEVs deutlich – in Q4 2025 erreicht ihr Marktanteil 22%
  • Diese positive Entwicklung sollte durch den Ausbau öffentlicher und privater Ladeninfrastruktur gefestigt werden

Zur Studienseite

Bereits vor Inkrafttreten der neuen E-Auto-Prämie hat der BEV-Absatz (Battery Electric Vehicle) in Deutschland kräftig angezogen. Das zeigt der "Electric Vehicle Sales Review" von PwC Autofacts® und Strategy&, der globalen Strategieberatung von PwC, in dem die Neuzulassungszahlen in weltweit 40 ausgewählten Märkten ausgewertet werden. Im vierten Quartal 2025 kletterten die BEV-Verkäufe in der Bundesrepublik demnach im Vergleich zum Vorjahresquartal um 56% und erzielten einen Marktanteil von 22%. Das entspricht der höchsten Marktdurchdringung seit mehr als zwei Jahren. Auch die PHEV-Absätze (Plug-in-Hybride) legten deutlich zu und erreichten einen Marktanteil von 13%. Insgesamt machten BEVs, PHEVs und HEVs (Hybrid-Elektrofahrzeuge) im vierten Quartal 2025 nahezu 63% aller Neuwagen in Deutschland aus – ein Rekord.

Eine ähnliche Dynamik zeichnet sich auch in Europas fünf größten Automärkten (Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Vereinigtes Königreich) ab. Im Schnitt lagen die BEV- und PHEV-Absätze dort 40% über dem Vorjahresquartal, während der Markt für Verbrenner um 18% einbrach. Nur noch jeder dritte Neuwagen war in diesen Märkten im vierten Quartal 2025 ein reiner Verbrenner.

Momentum durch smarten Maßnahmenmix nutzen

Die neue Elektro-Dynamik in Deutschland wird laut Studie allerdings gerade in Regionen mit weiterhin lückenhafter Ladeinfrastruktur gebremst. Während E-Autos in immer mehr Marktsegmente vordringen, wächst die nötige Infrastruktur hierzulande nur stockend und in regional sehr unterschiedlichem Tempo mit. Noch 2020 kamen auf eine Ladesäule vier BEVs, heute müssen sich zehn Stromer einen Ladepunkt teilen. In der Praxis führt diese Entwicklung vor allem in Stoßzeiten zu besetzten Ladesäulen – und frustrierten BEV-Besitzer:innen. Zugleich entsteht Ladeangst, die potenzielle Käufer:innen vom BEV-Erwerb abhält. Paradoxerweise ist die Gesamtauslastung des Ladenetzes dabei gering. Durchschnittlich sind nur 15% aller bundesweit registrierten Ladestationen laut dieser Studie gleichzeitig in Betrieb.

Der Grund für die gefühlte Knappheit liegt in der ungleichen Verteilung und Nutzung der Ladepunkte. So konzentrieren sich viele Charger, aber auch BEVs in urbanen Zentren und werden dort überwiegend tagsüber genutzt. In strukturschwachen Regionen dagegen bleibt der Ausbau öffentlicher Ladesäulen häufig aus, was sich in entsprechend niedrigen BEV-Zulassungen spiegelt.

„Wir sehen in Europa und im Leitmarkt Deutschland sehr dynamische Zuwächse bei den Zulassungszahlen batterieelektrischer Fahrzeuge. Diese Entwicklung ist getrieben von einem immer breiteren Sortiment an attraktiven und leistungsfähigen Modellen. Fahrzeug- und Batteriehersteller haben ihre Hausaufgaben gemacht, sodass Reichweitenangst inzwischen der Vergangenheit angehört. Ebenso erleichtert die Rückkehr zu einer einheitlichen und vertrauten Designsprache und Namensgebung.“

Harald Wimmer,Partner und Automotive Leader bei PwC Deutschland

„Dieses Momentum gilt es nun zu verstetigen, indem für alle Nutzungsanforderungen und Geldbeutel die Bedingungen für den Umstieg durch unterschiedliche Hebel optimiert werden: Im A- und B-Segment gibt es noch zu wenige günstige europäische E-Modelle. Der Ausbau des Ladenetzes muss durch deutlich reduzierte und bundeseinheitliche Regulatorik weiter vereinfacht werden, um gerade bisher vernachlässigte Regionen zu erschließen – Home- und Workplace-Charging spielen hierbei eine wichtige Rolle. Nicht zuletzt dürften günstigerer Ladestrom und mehr Preistransparenz an der Ladesäule die Attraktivität des E-Autos im Vergleich zum Verbrenner steigern.“, sagt Harald Wimmer, Partner und Automotive Leader bei PwC Deutschland.

Plug-in-Hybride überschreiten ihren globalen Zenit

Weltweit setzt sich der BEV-Hochlauf mit anhaltender Dynamik fort. In den analysierten Märkten wurden demnach allein im vierten Quartal 2025 mehr als 4 Millionen BEVs abgesetzt, ein Plus von mehr als 500 Tausend im Vergleich zum Vorjahresquartal. Zugleich könnten PHEVs, oft als Brückentechnologie bezeichnet, ihren Zenit überschritten haben. Erstmals seit sechs Jahren verzeichnen sie in Q4 2025 global rückläufige Zulassungszahlen und verlieren 6%. Treiber dieser Entwicklung ist China. Im Gesamtjahr 2025 legten PHEVs dort nur noch um 1% gegenüber dem Vorjahr zu – ein deutlicher Kontrast zu 2024, als PHEVs schneller wuchsen als alle anderen Antriebsarten. Da der chinesische Markt ein Frühindikator globaler Trends ist, könnte sich diese Entwicklung 2026 auch in Europa wiederholen. In Q4 2025 legten PHEVs in den europäischen Top-5-Märkten allerdings noch einmal um 40% zu und kamen auf einen Marktanteil von 11%. In den USA brachen sowohl BEV- als auch PHEV-Absätze nach dem Auslaufen von Steuervorschriften um jeweils 31% und 47% ein, lediglich HEVs legten um 11% zu.

„Der Hochlauf der Elektromobilität hält an und verändert weltweit die Märkte. Der nächste Schritt ist der ganzheitliche Ansatz, der über das E-Auto hinausgeht und auch die Energiewende adressiert. Bidirektionales Laden verwandelt Elektroautos beispielsweise in mobile Stromspeicher, die ein Einfamilienhaus mehrere Tage lang mit Notstrom versorgen können. Die technologischen Möglichkeiten sind mit digitalen Stromzählern und entsprechender Software für bidirektionales Laden bereits auf dem Markt. Attraktive Stromtarife mit Bonusregelungen für das Aufladen von Fahrzeugen sowie das Einspeisen von Strom ins Netz, und eine regulatorische Förderung für den Infrastrukturaufbau könnten sowohl der Elektromobilität als auch der Energiewende weiteren Aufschwung geben.“

Dr. Jörn Neuhausen,Senior Director bei Strategy& Deutschland

Electric Vehicle Sales Review Q3-2025

Über Strategy&

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Annabelle Kliesing
Annabelle Kliesing

Senior Manager Communications and Thought Leadership, Strategy& Deutschland