Mehr als doppelt so viele Neuzulassungen von E-Autos wie im Vorjahresquartal

München, 28. April 2021

Pressemitteilung

  • Elektroautos etablieren sich unabhängig von staatlicher Förderung
  • Europa führt mit einem E-Anteil von 34,6% in Q1/2021 in den Kernmärkten vor China mit 11% und den USA mit 7,3%
  • Neuzulassungen von Plug-in-Hybriden steigen in den fünf europäischen Kernmärkten um +184% im Vorjahresvergleich, reine Batterieantriebe legen um +80% zu
  • In Deutschland geht der Marktanteil bei batterieelektrischen Pkw von 11% im 4. Quartal 2020 leicht auf 10% zurück

Auch im ersten Quartal des zweiten Corona-Jahres verzeichnet Europa stark wachsende Zulassungszahlen bei Elektroautos: In den fünf europäischen Kernmärkten Deutschland, Großbritannien, Italien, Frankreich und Spanien steigt die Zahl der Neuzulassungen um 111% im Vergleich zum noch von Covid-19 weitgehend unberührten ersten Quartal 2020. Das zeigen die Ergebnisse des aktuellen „Electric Vehicle Sales Review“ von PwC Autofacts® und Strategy&, der Strategieberatung von PwC. An erster Stelle tragen die Verkäufe von Plug-in-Hybriden (PHEV) mit einem Plus von 184% im Vergleich zum Vorjahresquartal zum Wachstum der europäischen Kernmärkte bei. Vollhybride legen hier im Quartalsvergleich um 104% zu und die Zulassungen reiner, weiterhin mehrheitlich privat gekaufter Batterieautos (BEV) wachsen um 80%. Am deutschen Markt sorgen ebenso die durch den Umweltbonus als Firmenwagen beliebten PHEV mit einer Zunahme von 195% im Vergleich zum ersten Quartal 2020 für starkes Wachstum, gefolgt von BEV, die ein Plus von 149% verzeichnen, sowie den Hybriden mit einem Zuwachs von fast 61%. Mit einem Marktanteil von 37,2% und insgesamt 244.067 Neuzulassungen im ersten Quartal 2021 ist der deutsche Automobilmarkt der stärkste Wachstumstreiber für E-Autos in Europa.

„Der erneut stark steigende Anteil der Neuzulassungen von E-Autos in Europa zeigt, dass das Wachstum im vierten Quartal 2020 nicht allein auf staatliche Fördermaßnahmen zurückzuführen war, sondern das große Produktangebot bei den Kunden ankommt“, ordnet Felix Kuhnert, Global Automotive Leader bei PwC, die Zahlen des ersten Quartals ein. „Die derzeitigen Lieferengpässe bei Chips steigern allerdings die Opportunitätskosten in der Automobilindustrie für die Fertigung von Elektroautos. Um die CO2-Ziele für 2021 zu erreichen, benötigen Automobilhersteller aber voraussichtlich mehr Produktionskapazitäten, da die Kundennachfrage bei weiterer wirtschaftlicher Erholung im zweiten Halbjahr 2021 schlagartig anziehen könnte.“

Die fünf europäischen Kernmärkte beweisen sich mit einem Marktanteil von 34,6% abermals als Spitzenreiter im globalen E-Auto-Markt. Gemessen an den absoluten Zulassungszahlen ist der deutsche E-Markt größter Wachstumstreiber, gefolgt von Großbritannien (167.739), Italien (149.925), Frankreich (132.122) und Spanien (53.285).

Der Anteil der elektrifizierten Fahrzeuge am chinesischen Markt liegt im ersten Quartal 2021 bei 11%. Getrieben durch staatliche Anreize und die schnelle Erholung des Landes von den wirtschaftlichen Folgen der Covid-19-Pandemie wachsen in China BEV mit 459% im Vergleich zum Vorjahresquartal am stärksten, aber auch PHEV legen um knapp 202% zu. Nicht subventioniert werden Voll-Hybride, was das geringere Wachstum von lediglich rund 54% erklärt. Trotz anlaufender nationaler und regionaler Subventionsprogramme für Hersteller und Verbraucher bleiben die USA immer noch hinter dem europäischen und chinesischen Markt zurück. Die Vereinigten Staaten kommen jedoch im ersten Quartal 2021 immerhin auf einen E-Marktanteil von 7,3%, mit einem Zuwachs von 177% bei den Hybriden, 63% bei den reinen Batterieantrieben und 60% bei den Plug-in-Hybriden.

„Staatliche Subventionierungen entfalten nur dann ihre Wirkung, wenn attraktive Elektromodelle bekannter Marken im Bewusstsein der Käufer angekommen sind, und die Verfügbarkeit der Fahrzeuge gesichert ist“, kommentiert Christoph Stürmer, Global Lead Analyst bei PwC Autofacts® und Leiter der Studie. „Die zukünftigen finanziellen Anreize und Investitionen in die Ladeinfrastruktur in den USA haben das Ziel, den dortigen E-Auto-Markt weiter zu unterstützen. Mit dem passenden Produktangebot auch in populären Segmenten wie Pick-ups und großen Geländewagen werden diese sicherlich auch bei den Kunden ankommen.“

Mit Blick auf die globale Entwicklung stehen Automobilhersteller vor der Herausforderung, den steilen Marktanstieg produktionsseitig zu begleiten: „Der Aufbau europäischer Gigafactorys wird eine Herausforderung, bietet der Automobilindustrie jedoch eine stärkere Unabhängigkeit von asiatischen Batteriezellherstellern, und eröffnet die Chance auf eine größere europäische Wertschöpfung – nicht nur für die Automobilbranche, sondern insbesondere auch für die europäische Chemieindustrie als Urmaterialhersteller“, erläutert Jörn Neuhausen, Director bei Strategy& Deutschland.

Neuzulassungen von E-Fahrzeugen in Europa (Top 5)

  Neuzulassungen Q1/2021 Zuwachsrate Q1/2021 vs. Q1/2020 Marktanteil Neuzulassungen 2021
Batterieelektrische Fahrzeuge 144.108 80,3% 6,7%
Plug-in-Hybride 159.040 184,0% 7,4%
Hybride 443.990 104,2% 20,6%
Gesamt 747.138 111,4% 34,7%

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Annabelle Kliesing

Annabelle Kliesing

Senior Communications Lead, Strategy& Deutschland

Tel: +49 (89) 545 25 613

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