Automobilzulieferer-Studie 2023

Im Wettbewerb um die Zukunft

Studie

Transformation des Automobilsektors

Der Umsatz der Top-Automobilzulieferer ist im letzten Jahr um 20% gestiegen und damit nach den Krisenjahren zurück auf Kurs. Die Margen sind dagegen noch deutlich von früheren Höchstständen entfernt und im Vergleich zum Jahr 2021 global mit -0,5 Prozentpunkten sogar rückläufig.

Für die erfolgsverwöhnten deutschen Zulieferer zeigten sich im regionalen Vergleich kritische Entwicklungen, die sich in einem geringeren Wachstum und einem Verlust ihres Weltmarktanteils um knapp 3 Prozentpunkte seit 2019 niederschlagen. Im Zuge der Transformation des Automobilsektors haben dagegen insbesondere asiatische Zulieferer durch ihren Fokus auf Zukunftstechnologien deutlich zugelegt.

Ein Silberstreif für die deutsche Zulieferindustrie ist ihre Spitzenposition bei den Ausgaben für Forschung und Entwicklung: Mit fast 16 Mrd. Euro investierten deutsche Zulieferer so viel wie keine andere Region. Es bleibt allerdings abzuwarten, wie schnell sich der Erfolg einstellt und sich Innovationen skalieren lassen. Für die Studie wurden die Bilanzkennzahlen der 82 Top-100 Zulieferer mit >50% Automotive Umsatzanteil analysiert.

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Wachstum im Branchenumsatz bei rückläufiger Ertragskraft

Das Jahr 2022 war ein Weckruf für die Automobilindustrie: Während Automobilhersteller Kostensteigerungen erfolgreich an ihre Kunden weitergeben konnten, sind Top-Zulieferer dagegen teils in wirtschaftliche Bedrängnis gekommen. Angesichts der Transformation änderte sich das Gesicht der Industrie und starke Akteure aus dem Bereich der Elektromobilität lösten traditionelle Zulieferer in der Riege der Top-100 ab.

Umsatz- und Ergebnisentwicklung 2017-2022

Im internationalen Vergleich zeigte die deutsche Zulieferindustrie ein verlangsamtes Wachstum gegenüber ihren Wettbewerbern, was ihre Wettbewerbsfähigkeit in akute Gefahr bringt. Hingegen haben insbesondere asiatische Zulieferer deutlich an Fahrt aufgenommen, die erheblich investiert haben und somit eindeutig auf zukünftiges Wachstum in Zukunftstechnologien abzielen.

Können deutsche Zulieferer Innovation in Wachstum umsetzen?

Mit fast 16 Mrd. Euro setzten deutsche Zulieferer auch im Jahr 2022 auf Innovation und investierten damit so viel wie noch nie in Forschung und Entwicklung. In absoluten Werten, aber auch relativ zum Umsatz bleiben sie somit an der Spitze. Allerdings hilft dieser Aufwand nur unter der Randbedingung, dass wettbewerbsfähige Technologien entwickelt und vermarktet werden. Daher bleibt abzuwarten, wie schnell und erfolgreich sich Innovationen skalieren lassen. Folglich müssen Innovation und Profitabilität neu austariert werden, um im Wettbewerb um die Zukunft bestehen zu können.

F&E-Quoten der Zulieferindustrie 2018-2022

M&A-Aktivitäten im Automobilsektor schreiten voran

Die Wertschöpfungsarchitektur ist weiterhin stark im Wandel, doch die für die Automobilindustrie so wichtige M&A-Aktivität weist in die richtige Richtung. Auch wenn Zulieferer nach Märkten außerhalb des Automotive-Sektors als Rückversicherung oder zweites Standbein suchen, erfolgt die Mehrzahl der Investments innerhalb der Automobilbranche. Der Automobilsektor beherrscht das Spiel um Skaleneffekte somit sehr genau – es gilt, durch strategische Zukäufe eine starke Position in der Wertschöpfungsarchitektur von morgen einzunehmen.

Wettbewerb der Zulieferer um die Zukunft

Um die Hürden rund um Transformation, Inflation, Finanzmarkt, Geopolitik und Techniksphären erfolgreich zu überwinden, müssen sich Zulieferer die drei folgenden Fragen stellen:

  1. Wie sichern wir ab, dass Innovationsaufwand zu wettbewerbsfähigen Produkten in der Zukunft führt?
  2. Wie erreichen wir schnell eine wettbewerbsfähige Größe in Produktfeldern der Zukunft?
  3. Wie gestalten wir eine wettbewerbsfähige, teilglobalisierte Lieferkette für die Zukunft?

Dr. Oliver Stump-Blesinger, Christian Hasebrink, Philipp von Brentano, Sophie Kulig, Rob van der Meulen und Nils Goepel waren ebenfalls an der Erstellung dieser Studie beteiligt.

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Henning Rennert

Henning Rennert

Partner, Strategy& Deutschland

Tobias Blaser

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Partner, PwC Deutschland

Dr. Raimund Wolf

Dr. Raimund Wolf

Director, Strategy& Deutschland

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