Stimmungsbarometer Automotive 2019

04.03.2019

Mit der Dieselkrise, den neuen EU-Grenzwerten zum CO2-Ausstoß, der Androhung von Handelsrestriktionen sowie dem unklaren Ausgang der Brexit-Verhandlungen steht die deutsche Automobilindustrie nicht nur in diesem Jahr einer Vielzahl von Herausforderungen gegenüber.

Für 75 % der Automobilmanager hat die Dieselkrise in diesem Jahr die größten Auswirkungen auf ihr Unternehmen. Besonders die aktuellen Entwicklungen im Bereich der Dieselfahrverbote werden kritisch betrachtet, stellen sie für mehr als die Hälfte der Unternehmen doch ein erhebliches Geschäftsrisiko dar. Der Handel zeigt sich von der Dieselkrise in besonderem Maße betroffen.

Mit den Regulierungen zum Klimaschutz, wie z. B. den neuen EU-Grenzwerten zur CO2-Emission, sehen sich 70 % der Unternehmen in diesem Jahr konfrontiert. Es wird damit gerechnet, dass die Klimapolitik die Geschäftsentwicklung in den kommenden fünf Jahren in noch stärkerem Maße beeinflussen wird. In diesem Zusammenhang steht die Automobilbranche einem generellen Tempolimit auf deutschen Straßen auch eher kritisch gegenüber. Nur 29 % sehen eine generelle Geschwindigkeitsbeschränkung als Chance, um z. B. in Richtung Downsizing zu gehen.

Generelles Tempolimit

Aber auch internationale Entwicklungen trüben die Aussichten der deutschen Automobilindustrie: Aufgrund des rückläufigen chinesischen Automobilmarktes erwarten vier von zehn Unternehmen Umsatzeinbußen von mehr als 10 %. Mögliche Handelsrestriktionen, wie z. B. der Handelskonflikt zwischen USA und China, stellen für drei Viertel der befragten Automobilhersteller die größte Gefahr für die Geschäftsentwicklung in diesem Jahr dar. Sollte es zu einem harten Brexit kommen, rechnen sechs von zehn Unternehmen mit weiteren negativen Auswirkungen auf die Branchenentwicklung. Zudem wird die chinesische Beteiligungsoffensive an deutschen Unternehmen von mehr als jedem zweiten Manager als Gefahr für den Automobilsektor gesehen.

Einen positiven Ausblick bietet hingegen die Elektromobilität. Nahezu zwei Drittel der Unternehmen rechnen mit einem Wachstum der Neuzulassungen bis 2020 um mehr als 10 %. Von 2025 bis 2030 kalkuliert jeder vierte Manager sogar mit Steigerungsraten von mehr als 20 %. Für die vielen Start-ups im Bereich der Elektromobilität ist das jedoch kein Selbstläufer, deren Erfolgsaussichten werden durchaus unterschiedlich beurteilt: Zwar räumen 53 % den meisten Start-ups gute Erfolgsaussichten ein, demgegenüber sehen 45 % für den überwiegenden Teil der jungen Unternehmen nur geringe oder gar keine Chancen

Für die Branche zeigen sich viele Ansatzpunkte für Innovationen und Neuentwicklungen. Der größte Innovationsdruck herrscht nach Meinung der Unternehmen in der Batterietechnologie (77 %) sowie der Schadstoffreduzierung von Verbrennungsmotoren (74 %). Im Bereich der Verbrennungsmotoren sehen sich rund sechs von zehn Unternehmen gut vorbereitet. Eine größere Lücke zeigt sich in der Batterietechnologie: Hier fühlt sich noch nicht einmal jedes zweite Unternehmen gut ausgerüstet. Branchenübergreifende Kooperationen sind daher für neun von zehn Unternehmen ein wichtiger Ansatzpunkt.

Könnten mehr Frauen in den Führungsetagen einen positiven Impuls auf die strategische Ausrichtung setzen? Knapp die Hälfte der befragten Manager sieht darin eine Chance. Auf Seiten der Automobilhersteller wird skeptischer reagiert: 43 % würden mehr Frauen in ihren Führungsreihen als Hemmnis empfinden.

Mehr Frauen in den Chefetagen

Über die Studie

Hintergrund

Der Berichtsband stellt die Ergebnisse einer B2B-Onlinebefragung zum Thema „Stimmungsbarometer Automotive“ dar, die im Auftrag von PwC Strategy& durchgeführt wurde.

Untersuchungsansatz

  • Zielgruppe: Manager der Automobilbranche (Hersteller, Zulieferer, Handel) in Unternehmen mit mindestens 500.000 Euro Jahresumsatz in Deutschland
  • Stichprobengröße: N = 203
  • Erhebungszeitraum: Februar 2019
  • Durchführendes Marktforschungsinstitut: dynata

Download

Stimmungsbarometer Automotive 2019

Kontaktieren Sie uns

Folgen Sie uns auf