Bevölkerungsbefragung: Personalisierte Krebsmedizin

Thomas Solbach, Michael Burkhart | 05.02.2018

Zusammenfassung

Vor Krebserkrankungen fürchten sich die Deutschen am meisten (67%). Entsprechend wichtig ist ihnen die Krebsforschung, die aus ihrer Sicht vor allem von akademischen Forschungseinrichtungen vorangetrieben wird (80%). Neben niedergelassenen Onkologen (30%) zählen aber auch Kliniken (26%) und forschende Pharmaunternehmen (25%) zu den größten Innovationstreibern in der Krebsforschung.

Acht von zehn Deutschen befürworten die Nutzung personalisierter Patientendaten, wenn dadurch Krebsmedikamente schneller entwickelt werden können. Dabei wären über drei Viertel auch bereit, mit einer vertrauenswürdigen Institution eigene persönliche Daten für die Krebsforschung zu teilen. Zu diesen zählen in erster Linie die Hauptinnovationstreiber akademische Forschungseinrichtungen (64%), niedergelassene Onkologen (53%) und Kliniken (42%).

Für das Bereitstellen persönlicher Daten erwartet knapp jeder Fünfte eine finanzielle Gegenleistung, z.B. in Form von geringeren Krankenkassenbeiträgen oder einer Bezahlung. Ein Drittel würde hingegen seine Daten gratis zur Verfügung stellen. Mehr als ein Viertel der Deutschen würde es sogar begrüßen, wenn Daten verpflichtend anonymisiert bereitgestellt werden müssten.

Neben dem Teilen persönlicher Daten wären zwei Drittel der Deutschen bereit, die Krebsforschung durch Teilnahme an Studien zu unterstützen. Mit finanziellen Beiträgen (Spenden, Zusatzbeitrag zur Krankenversicherung) wären die Bundesbürger deutlich zurückhaltender.

Auch wenn die Kosten für eine moderne Krebstherapie mit 50.000 Euro und mehr pro Jahr und Patient um das Zwölffache über den Durchschnittskosten je Versichertem liegen, halten sechs von zehn Bundesbürgern diese Ausgaben für gerechtfertigt, vor allem bei nachgewiesenem Nutzen der innovativen Mittel.

Drei Viertel der Deutschen befürworten den verstärkten Ausbau von Schwerpunktzentren in der Krebsmedizin, z.B. für Brustkrebs oder Leukämie.

Die Bewertung der Ergebnisse, erklären Michael Burkhart, Leiter des Bereichs Gesundheitswesen & Pharma bei PwC Deutschland, und Dr. Thomas Solbach, Pharma- und Gesundheitsexperte bei Strategy& Deutschland, im Interview.

Über die Studie

Hintergrund

Der Berichtsband stellt die Ergebnisse einer Online-bevölkerungsbefragung zum Thema „Personalisierte Medizin“ dar, die im Auftrag der PricewaterhouseCoopers GmbH WPG durchgeführt wurde.

Untersuchungsansatz

  • Erhebungsmethode: Onlinepanelbefragung
  • Zielgruppe: Deutsche ab 18 Jahren, bevölkerungsrepräsentativ nach Alter und Geschlecht
  • Stichprobengröße: N = 1.002
  • Erhebungszeitraum: Dezember 2017
  • Die Ergebnisse sind auf ganze Zahlen gerundet

Download

Bevölkerungsbefragung: Personalisierte Krebsmedizin

Autoren

Folgen Sie uns auf