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Strategy&-Analyse: Versandhändler müssten mindestens 3,50 Euro pro Standardbestellung verlangen, um nicht draufzuzahlen

München, 19. Dezember 2017 – Mit den Weihnachtseinkäufen erzielt der Versandhandel aktuell wieder Umsatzrekorde. Immer mehr Produkte werden dabei bequem bis an die Haustür geliefert – in vielen Fällen zum Nulltarif. Eine Umfrage von PwC Deutschland zeigte kürzlich, dass 91% der deutschen Onlineshopper eine kostenlose Zustellung erwarten. Angesichts der steigenden Paketzahl und entsprechend vielen Retouren wird diese Haltung für viele Versandhändler zum Problem: Laut einer Benchmark-Analyse europäischer Einzelhändler von Strategy&, der Strategieberatung von PwC, müssten Versandhändler als Untergrenze mindestens 3,50 Euro pro Standardbestellung berechnen, um ihr Geschäftsmodell profitabel zu gestalten. Abhängig von Faktoren wie Größe, Lieferfenster, und besonderen Anforderungen der Lieferung (z.B. Kühlung) können die Kosten bedeutend über diesem Wert liegen. Dabei deckt diese Summe von 3,50 Euro allein die Logistikkosten ab, um Waren vom Lager des Einzelhändlers bis zur Haustür des Kunden zu liefern. Retouren sind hier also noch nicht mit einberechnet. Werden dem Kunden niedrigere Liefergebühren in Rechnung gestellt, muss der Versandhändler den Rest der Kosten selbst tragen, was langfristig zu defizitärem Betrieb führen könnte.

„Versandhändler sind mit einer selbst geschaffenen Gratismentalität seitens der Verbraucher konfrontiert, die eine große Herausforderung darstellt, wenn sie wirtschaftlich arbeiten wollen. Dabei operieren im Luxussegment nach unserer Einschätzung über 80% der europäischen Onlinehändler profitabel, im Lebensmittelhandel dagegen weniger als 10%. Neben möglichen Einsparungen entlang der Lieferkette sollten Händler flexible Versandmodelle in Betracht ziehen und überlegen, wie Lieferkosten so weitergegeben werden können, dass sie dem Kunden zusätzlichen Mehrwert bieten“, kommentiert Reinhard Vocke, Partner bei PwC Strategy& Deutschland.


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