Stimmungsbarometer Automotive 2020

B2B-Trendbefragung zu aktuellen und zukünftigen Entwicklungen in der Automobilindustrie

Herausforderungen der Automobilbranche: Klimawandel und globaler Wettbewerb

Der Klimawandel ist in diesem Jahr das Top-Thema unter den Managern der Automobilindustrie. Mehr als drei Viertel sehen in ihm und seinen Folgen nicht nur in diesem Jahr die größte Herausforderung, sondern gehen auch für die kommenden fünf Jahre davon aus, dass Regulatorik sowie der öffentliche Druck die Automobilindustrie maßgeblich bestimmen werden.

Eine weitere Herausforderung ist der steigende globale Wettbewerb. China spielt hierbei eine große, aber nicht unumstrittene Rolle. Hersteller spüren die Entwicklungen des chinesischen Marktes am stärksten: Rund zwei Drittel erwarten Umsatzauswirkungen von über 10%. Beteiligungen chinesischer Investoren werden hingegen eher als Gefahr denn als Chance für die deutsche Automobilbranche gesehen. Der Einfluss von neuen Wettbewerbern auf das Wertelabel "Made in Germany" wird kontrovers diskutiert: Mehr als die Hälfte der befragten Führungskräfte sieht das Qualitätsmerkmal durch ausländische Wettbewerber geschwächt.

Wichtigkeit von branchenübergreifenden Kooperationen

Branchenübergreifende Kooperationen spielen für die Unternehmen eine wichtige Rolle (91%), besonders im Bereich alternativer Antriebstechnologien. Zulieferer sehen im Vergleich zu Autobauern eher ein Muss für Kooperationen bei der Brennstoffzellentechnologie und einer umweltschonenderen Weiterentwicklung der Verbrennungsmotoren.

Elektromobilität, die Brennstoffzellen- und die Batterietechnologie werden von den Managern derzeit als die drei Bereiche mit dem größten Innovationsdruck eingestuft. Sechs von zehn befragten Führungskräften räumen Start-ups in diesem Bereich daher gute Erfolgschancen ein. Insgesamt sehen die Befragten ihre Unternehmen recht gut auf die unterschiedlichen Anforderungen vorbereitet, besonders im Bereich elektrischer Antriebe. Hersteller und Handel sind nach eigener Meinung zudem noch besonders gut im Bereich der vernetzten Mobilität aufgestellt.

Relevanz von Brennstoffzellen für die Transformation der Automobilindustrie

Den Fokus von deutscher Industrie und Öffentlichkeit auf die batteriebetriebene Elektromobilität kritisieren die befragten Führungskräfte. Mehr als acht von zehn Automanagern wünschen sich sowohl von den Herstellern als auch von der Politik eine technologieoffenere Unterstützung der Elektromobilität. Besonders die Zuliefererindustrie drängt auf ein stärkeres Vorantreiben der Brennstoffzellentechnologie. Allerdings gehen knapp zwei Drittel der Befragten nicht davon aus, dass die alternativen Antriebstechnologien den Verbrennungsmotor jemals vollständig ablösen werden.

Frauen in der Führungsetage: Hemmnis oder Chance?

Knapp die Hälfte der Führungskräfte begrüßen mehr Frauen in den Chefetagen der Automobilindustrie. Mehr als jede dritte Führungskraft im Automobilsektor steht einem höheren Frauenanteil in den Führungsetagen aber nach wie vor skeptisch gegenüber. Vor allem Autobauer und Handel sehen einen höheren Frauenanteil in den Chefetagen der Automobilbranche als Hemmnis für die strategische Ausrichtung.

Über die Studie

Hintergrund

Der Berichtsband stellt die Ergebnisse einer B2B-Onlinebefragung zum Thema „Stimmungsbarometer Automotive“ dar, die im Auftrag von PwC Strategy& durchgeführt wurde.

Untersuchungsansatz

  • Zielgruppe: Manager der Automobilbranche (Hersteller, Zulieferer, Handel) in Unternehmen mit mindestens 500.000 Euro Jahresumsatz in Deutschland
  • Stichprobengröße: N = 210
  • Erhebungszeitraum: Januar/Februar 2020
  • Durchführendes Marktforschungsinstitut: dynata

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Dr. Peter Gassmann

Dr. Peter Gassmann

Managing Director Europe, PwC Strategy& (Germany) GmbH

Felix Kuhnert

Felix Kuhnert

Partner, PwC Strategy& (Germany) GmbH

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