David gegen Goliath

Vier erfolgreiche Strategien für profitables Wachstum im Asset Management

Obwohl Asset Management im Niedrigzinsumfeld weiter boomt, geraten die Management-Gebühren zunehmend unter Druck: Der Siegeszug des passiven Asset Managements schärfte in den letzten Jahren das Kostenbewusstsein der Kunden. Zudem gelang es einem Großteil von Asset Managern nicht, die Erträge in gleichem Maße zu steigern wie die Assets under Management (AuM). Während die global verwalteten Kundengelder zwischen 2012 und 2017 – auch getrieben durch eine Inflation der Vermögenspreise – jährlich um 11% auf 81,7 Billionen US-Dollar wuchsen, stiegen die Erträge im gleichen Zeitraum pro Jahr nur um 8,3% an. Unserer Prognose zufolge sollen die Erträge bis 2025 jährlich lediglich noch um 1,3% zulegen, weil sich der negative Trend bei den Management-Gebühren sowohl im aktiven als auch im passiven Bereich weiter fortsetzt. Darüber hinaus wird auf Basis der vorliegenden Analyse eine weiter steigende Bedeutung von Alternativen Investments erwartet.

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Deutschland und Schweiz mit geringen Volumenzuwächsen

Als Reaktion auf diese Entwicklungen richtete sich der Fokus vieler Asset Manager auf die Skalierung ihrer Ertragsbasis, um die relativen Kosten zu reduzieren. Im internationalen Vergleich ergeben sich jedoch klare Gewinner und Verlierer mit Blick auf die AuM-Zuwächse. Während die US-dominierte Spitzengruppe ihr Asset-Volumen zwischen 2012 und 2017 im Schnitt um 87% vergrößern konnte, legten deutsche und Schweizer Marktteilnehmer durchschnittlich nur um 33% zu, was jedoch nur zum Teil auf die unterschiedliche Marktentwicklung zurückzuführen ist. Die Asset Management-Unternehmen forcierten dieses Wachstum zu einem erheblichen Teil anorganisch durch Fusionen und Zukäufe.

Allein in den vergangenen sechs Jahren belief sich das Volumen der 41 größten Transaktionen weltweit auf über 100 Milliarden Euro.

Größe und Profitabilität gehen nicht zwingend Hand in Hand

Der internationale Vergleich zeigt, dass die reine Ausrichtung auf starkes Wachstum nicht für alle Asset Manager gleichermaßen funktioniert. Oftmals arbeiten die kleinen und mittleren Marktteilnehmer mit spezifischem Produktportfolio oder stärkerem Fokus auf aktives Asset Management am profitabelsten – darunter neben den Firmen aus den USA auch deutsche und Schweizer Unternehmen. Dies liegt u.a. daran, dass nicht jede Fusion und Akquisition erfolgreich verläuft. Kunden ziehen ihre Gelder ab und investieren diese anderweitig, wenn es beispielsweise zu operativen Schwierigkeiten kommt oder sie eine zu starke Konzentration ihrer Investments vermeiden wollen. Die Vergleichsanalyse von Profitabilität und des Kosten-Ertrags-Verhältnisses zeigt, dass grundsätzlich alle Firmen größenunabhängig die Kostenführerschaft erreichen können. Doch nicht jedem Unternehmen gelingt es, diese auch in ein niedriges Aufwand-Ertrags-Verhältnis zu übersetzen, wenn die Einnahmen in Summe zu schwach ausfallen.

Die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft stellen

Das Asset Management befindet sich angesichts veränderter Kundenerwartungen und Marktbedingungen im Umbruch. Unternehmen werden angesichts sinkender Management-Gebühren noch dringender effizient wirtschaften müssen. Mit einer auf ihre differenzierenden Fähigkeiten ausgerichteten Strategie können auch europäische Asset Manager trotz erheblicher Skalennachteile gegenüber ihren nordamerikanischen Wettbewerbern am Markt erfolgreich sein. Nur wer sein eigenes, individuelles Geschäftsmodell aktiv gestaltet und zu den Besten der Branche aufschließen kann, wird vermeiden können, im Rahmen der laufenden Marktkonsolidierung in Europa im Kampf um Ertragstöpfe und Kostenführerschaft zerrieben zu werden.

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Dr. Philipp Wackerbeck

Partner, PwC Strategy& (Germany) GmbH

Dr. Torsten Eistert

Partner, PwC Strategy& (Germany) GmbH

Dr. Utz Helmuth

Director, PwC Strategyand (Switzerland) GmbH

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