Banken in der Japanisierungsfalle?

Was deutsche Institute über den Umgang mit „Low for long(er)“ von Japan lernen können.

COVID-19 hat die Welt dramatisch durchgerüttelt und wird auf viele Bereiche in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft einen nachhaltigen Einfluss haben – mit teils weitreichenden Veränderungen. Staatliche Maßnahmen, wie komplette „Lockdowns“ und Einschränkungen sozialer Kontakte, um die Neuinfektionsrate zu senken und einer Überforderung des Gesundheitssystems vorzubeugen, haben weite Teile der Wirtschaft zum Erliegen gebracht.

Auch die Europäische Zentralbank (EZB) hat mit der Bereitstellung von Liquidität und längerfristiger Refinanzierung in fast unbeschränkter Höhe, einem zusätzlichen Aufkaufprogramm für Wertpapiere des privaten und öffentlichen Sektors im Volumen von bis zu 1,35 Bio. Euro sowie regulatorischen Erleichterungen den Schaden für die Bankbilanzen bisher einschränken können und gleichzeitig die Geldpolitik wieder um neue, bisher nicht denkbare Maßnahmen erweitert. Mit diesen Maßnahmen trägt die EZB dazu bei, die Zinsstruktur weiter zu senken und zu glätten, mit deutlichen Auswirkungen auf Laufzeitprämien und Vermögenswerte.

Bald sechs Jahre ist es mittlerweile her, dass die EZB eine neue Epoche in der europäischen Bankenaufsicht einläutete und 2014 die Überwachung der Banken im Eurosystem übernahm. Im gleichen Jahr hat die EZB auch erstmalig negative Zinsen auf ihre Einlagefazilität eingeführt. Der vormalige EZB-Präsident Mario Draghi erklärte, dass die Leitzinsen in der Eurozone auf absehbare Zeit niedrig bleiben oder sogar noch weiter sinken würden. Bereits damals sprach man von „japanischen Verhältnissen“ und auch seine Nachfolgerin Christine Lagarde, die die Auswirkungen von negativen Zinsen der EZB-Einlagefazilität bereits als Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) als „net-positiv“ beschrieben hat, ließ keinen geldpolitischen Richtungswechsel erwarten.

Japanische Verhältnisse?

Seit Ausbruch der COVID-19-Krise scheint die Diskussion über steigende Zinsen obsolet geworden zu sein. Banken müssen sich wohl endgültig auf eine Realität mit dauerhaft niedrigen Zinsen einstellen. Der Druck auf die Geschäftsmodelle, insbesondere deutscher Banken, mit ohnehin geringer Profitabilität steigt damit weiter, zumal sich die volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen bereits vor der COVID-19-Krise eintrübten und nun möglicherweise eine ausgedehnte Rezession droht.

Drohen deutschen Banken also mit Blick auf die andauernde Niedrigzinsphase, mit einem erwarteten Anstieg notleidender Kredite im Rahmen der COVID-19-Krise und den schwierigen makroökonomischen Bedingungen „japanische Verhältnisse“?

Diese Studie untersucht, inwiefern die Lage der Kreditinstitute in Japan und in Deutschland vergleichbar ist, was heimische Banken von japanischen Instituten lernen können und welche Handlungsoptionen sich für den deutschen Markt ableiten lassen.

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Dr. Philipp Wackerbeck

Dr. Philipp Wackerbeck

Partner, PwC Strategy& (Germany) GmbH

Dr. Sebastian Marek

Dr. Sebastian Marek

Director, PwC Strategy& (Germany) GmbH

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