Strategien für eine neue Wertschöpfungsarchitektur

Wie Automobilzulieferer in einem schwierigen Marktumfeld Geschwindigkeit aufnehmen und Größe zeigen

Executive Summary

Die aktuelle Ausgabe der jährlichen Automobilzulieferer-Studie stellt die Top-100 der globalen Zulieferer in den Fokus, die mehr als 50% ihrer Umsätze im Automotive-Bereich erzielen. Anhand der Analyse wesentlicher Bilanzkennzahlen und M&A-Aktivitäten entsteht ein Bild vom Zustand der Branche, die sich im möglicherweise größten Umbruch ihrer Geschichte befindet. Die Ergebnisse zeigen, dass die Großen der Branche nach wie vor solide Ergebnisse erzielen. Aber sie müssen wachsam bleiben, um nicht von aggressiven Wettbewerbern verdrängt zu werden. Dafür ist es erforderlich, eine wettbewerbsfähige Kostensituation und eine kritische Größe sicherzustellen, ohne Investitionen in Innovation zu vernachlässigen.

  • Das Stühlerücken in der Automobilzulieferindustrie hat begonnen: In der Bilanz haben zwei zusätzliche chinesische Unternehmen Zulieferer aus anderen Ländern unter den Top-Zulieferern verdrängt 
  • Deutsche Zulieferer haben von 2010 bis 2015 ihren globalen Marktanteil gesteigert, der jedoch seitdem stagniert. Getrieben vom Aufstieg chinesischer Unternehmen steigt der asiatische Marktanteil
  • Vor allem die Deutschen haben trotz des Margen-Rückgangs ihre Kostenstrukturen nicht angepasst 
  • Insbesondere durch die Dynamik chinesischer Unternehmen ist die F&E-Quote der Asiaten in 2018 gestiegen – damit schließen sie zunehmend zu den deutschen Lieferanten auf 
  • Die Konsolidierung des konventionellen Powertrain-Geschäfts nimmt unter dem Motto „Big is beautiful“ langsam Fahrt auf – dabei spielt Private Equity eine prominente Rolle

Die großen Zulieferer wachsen in einem schwierigen Umfeld

Starke Wettbewerber treiben massiv die Innovation zukunftsfähiger Technologien voran. Parallel dazu wächst ebenfalls die Konkurrenz durch Tech-Unternehmen, die mit eigenen Angeboten und Lösungen immer weiter in das Automotive-Segment drängen.

Nach Jahren des Wachstums schrumpfen die Top-OEMs im Jahr 2018. Die Top-Zulieferer und Systemintegratoren trotzen dieser Eintrübung der Marktaussichten: Tatsächlich wurden die Großen der Zuliefererbranche letztes Jahr noch größer. Allerdings ist ein Stühlerücken unter den Top-Zulieferern zu beobachten: In der geografischen Bilanz haben zwei chinesische Unternehmen die Plätze eines japanischen und eines brasilianischen in den Top-100 eingenommen. Wäre die Liste der Top-Zulieferer unverändert geblieben, wären diese zwischen 2017 und 2018 um 1% gewachsen. Durch das Stühlerücken ist im gleichen Zeitraum ein Umsatzwachstum von 3% zu verzeichnen.

„Noch können die Hersteller und Zulieferer der DACH-Region ihre meist höheren Preise erfolgreich mit dem Argument der Innovationsführerschaft durchsetzen, doch sie drohen ins Hintertreffen zu geraten. Die Asiaten greifen nun sichtbar im Bereich der Forschung und Entwicklung an und schließen zum hiesigen Erfolgsmodell auf.“

Henning Rennert Strategy& Germany

Was Automobilzulieferer jetzt tun müssen

Ballast abwerfen

Kosten- und Kapitalstruktur nach zehn guten Jahren wieder schlank machen, aber …

Fit for Growth

Geschwindigkeit aufnehmen

… dabei nicht an der falschen Stelle sparen. Die hiesige Zulieferindustrie lebt von der Innovation. Jetzt zählt vor allem Time-to-Market …

Technologieführerschaft

Größe zeigen

… und die strategische Absicherung des Geschäfts durch Partnerschaften, Arbeitsteilung und organisiertes Schrumpfen, wo nötig.

Marktrelevanz

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Henning Rennert

Partner, PwC Strategy& (Germany) GmbH

Raimund Wolf

Director, PwC Strategy& (Germany) GmbH

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