Führungskräfte glauben, dass Unternehmenskultur wichtiger ist als Strategie oder Geschäftsmodell

Zürich, 06.12.2018

63% der Führungskräfte in der Schweiz und in Deutschland messen der Unternehmenskultur mehr Stellenwert bei als der Strategie oder dem Geschäftsmodell - im globalen Durchschnitt sind es 65% / In Europa halten 82% einen Kulturwandel für notwendig, um erfolgreich zu bleiben / Nur 12% der Europäer fordern einen Ausbau der Digitalkompetenz

Schweizer und internationale Führungskräfte messen der Unternehmenskultur einen sehr hohen Wert bei, wie die aktuelle „Global Culture Survey“ von Strategy&, der Strategieberatung von PwC, zeigt. So glauben 63% in der Schweiz und in Deutschland, dass die Kultur eines Unternehmens wichtiger ist als die Strategie oder das Geschäftsmodell (global 65%). Im weltweiten Vergleich sind vor allem Japan (76%) und Australien (67%) vom Stellenwert kultureller Werte in ihren Unternehmen überzeugt, während die Europäer etwas skeptischer sind – nur 57% sehen die Kultur an vorderster Position. 52% der Europäer sind der Ansicht, dass die Unternehmenskultur in ihrem Betrieb auf Managementebene hohe Priorität hat (global: 61%).

„Die Unternehmenskultur ist sowohl intern als auch extern ein zentraler Faktor, den Unternehmen nicht vernachlässigen sollten. Ein Aspekt, der in der Schweiz noch nicht geklärt ist, ist die Frage, wie man eine agile, für ein digitales Umfeld geeignete Kultur in einer Realität schaffen kann, die von Stabilität, Struktur- und Prozesstreue geprägt ist“, erläutert Paolo Pigorini, Partner bei Strategy& Schweiz.

Hinsichtlich der Kultur sehen europäische Befragte vor allem Kundenorientierung, Qualität und Innovation als Stärken ihres Unternehmens. Dagegen folgen 63% der europäischen Unternehmen immer noch starren Prozessen, anstatt auf eine offene Kultur und Improvisation zu setzen. Auch Risikofreude ist in europäischen Unternehmen noch nicht angekommen: 63% der deutschen Unternehmen schätzen sich als risikoscheu ein, in Spanien und Italien sind es sogar 73%. Hierarchien und Titel spielen für Europäer (63%) nach wie vor eine Rolle und sind wichtiger als im internationalen Vergleich (Nordamerika: 58%, China: 55%). Lediglich 12% hoffen, dass ihr Unternehmen seine Digitalkompetenz ausbaut, wobei sich aktuell nur 32% für die Umsetzung neuer Technologien gerüstet sehen. Damit ihr Unternehmen weiterhin erfolgreich wirtschaften und wachsen kann, muss sich die interne Kultur nach Meinung von 82% der europäischen Befragten signifikant weiterentwickeln.
Angestoßen wird eine neue Unternehmenskultur in europäischen Firmen am häufigsten bei einem Führungswechsel oder durch eine strategische Initiative im Rahmen einer Restrukturierung, bei der Implementierung einer neuen Technologie oder von Kostensenkungsprogrammen. Bei einem Kulturwandel bevorzugen die meisten (78%) europäischen Studienteilnehmer schrittweise Veränderungen im Gegensatz zu großen, revolutionären Umbrüchen.

Für die Studie wurden in Zusammenarbeit mit dem Katzenbach Center über 2.000 Führungskräfte aus Europa, Nordamerika, China, Japan und Australien befragt.

Presse- und Medienkontakt

Folgen Sie uns auf