Strategy& „Global Innovation 1000 Study 2018“: Erstmals fünf österreichische Unternehmen im Ranking vertreten

Wien, 31.10.2018

Größtes Wachstum seit 2007: Globale F&E-Ausgaben 2018 auf Allzeithoch von 781,8 Mrd. US-Dollar / Österreichisches Unternehmen mit der höchsten Forschungsquote im gesamten DACH-Raum / Amazon führt internationales Ranking mit dem größten F&E-Budget von über 20 Mrd. US-Dollar an Apple erobert Platz #1 der weltweit als am innovativsten wahrgenommenen Unternehmen zurück – Netflix erstmals in die Top 10 aufgenommen / Ausblick 2020: Healthcare-Unternehmen am Vormarsch

2018 stiegen die Forschungs- und Entwicklungsausgaben (F&E) der 1.000 größten börsennotierten Unternehmen weltweit so stark wie zuletzt 2007: Im aktuellen Jahr investieren Unternehmen mit 782 Mrd. US-Dollar 11,4 % mehr als noch 2017 (702 Mrd. US-Dollar). Die Forschungsintensität, sprich der Anteil der F&E-Ausgaben am Gesamtumsatz, hält mit 4,5 % das Rekordniveau von 2017. Österreich ist in diesem Jahr erstmals mit fünf Unternehmen, die rund 700 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung investieren, vertreten. Im Vorjahr waren es lediglich zwei Unternehmen mit rund 300 Millionen F&E-Ausgaben. Das zeigen die Ergebnisse der aktuellen „Global Innovation 1000“-Studie von Strategy&, der Strategieberatung von PwC. Im Rahmen der Studie wurden die Budgets der 1.000 größten börsennotierten Unternehmen mit den weltweit höchsten F&E-Ausgaben untersucht.

Forschungsausgaben in Österreich bei Industriegütern, IT und Elektronik am höchsten
Österreich ist 2018 erstmals mit fünf Unternehmen im Ranking der weltweit 1.000 innovativsten Unternehmen vertreten. Neuzugänge in diesem Jahr neben AMS AG und Voestalpine AG sind S&T AG, Kapsch TrafficCom AG und Andritz AG. Sie kommen aus den Bereichen Industriegütern bzw. IT und Elektronik und geben 2018 rund 700 Millionen Euro für Forschung und Entwicklung aus. Die F&E Intensität der AMS AG ist dabei mit 20,1 % die höchste im gesamten deutschsprachigen Raum.

„Wir freuen uns, dass in diesem Jahr bereits fünf österreichische Unternehmen und insgesamt 74 Unternehmen aus dem DACH-Raum in der Global Innovation Studie vertreten sind. Dies spricht für eine positive Entwicklung am Wirtschaftsstandort Österreich“, erläutert Harald Dutzler, Partner bei Strategy& Österreich. „Allerdings zeichnen sich auch Herausforderungen im internationalen Umfeld ab. Zum einen zeigen die drastischen Budgeterhöhungen chinesischer Unternehmen, dass sich Asien in Sachen Forschung und Entwicklung gerade erst warmläuft und dort in den kommenden Jahren vermutlich ein Großteil zukunftsweisender Schlüsseltechnologien entwickelt werden. Und zum anderen beobachten wir wie der F&E-Spitzenreiter Amazon in immer mehr Branchen vordringt und Wettbewerbsfähigkeit empfehlen wir, dass sich österreichische Unternehmen auf ihre innovationsstrategischen Stärken konzentrieren und diese in tragfähige Forschungsprogramme übersetzen sollten.“

USA belegen ersten Platz – China auf Überholspur
Die durchschnittliche Forschungsintensität liegt in Österreich mit 3,4 % leicht unter dem internationalen Mittelwert von 4,5 %. Insgesamt wurden 2018 aktuell im DACH-Raum rund 79 Mrd. Euro in F&E investiert. Im weltweiten Vergleich stocken 2018 vor allem chinesische (+34,4 %) und europäische Unternehmen (+14 %) ihre F&E-Ausgaben massiv auf, während die nordamerikanischen Budgets lediglich um 7,8 % wachsen.

Wie 2017 führt Amazon das internationale Ranking der Unternehmen mit den größten F&E-Budgets vor Alphabet an. Platz drei belegt Volkswagen: Das Unternehmen konnte nach dem Absturz 2017 auf Platz fünf in diesem Jahr wieder zwei Ränge gut machen. Auf Platz vier und fünf folgen mit Samsung und Intel zwei Gesellschaften aus dem Bereich Computer und Elektronik.

Hohes F&E Budget nicht alleinentscheidend für innovatives Image
Wie innovativ Unternehmen von außen wahrgenommen werden, steht jedoch nicht in direktem Zusammenhang mit den F&E-Budgets. Die Befragung internationaler F&E-Verantwortlicher ergab, dass 2018 Apple vor Amazon und Alphabet als das innovativste Unternehmen weltweit gilt. Auf den Rängen vier bis zehn folgen Microsoft, Tesla, Samsung, Facebook, GE sowie die Neueinsteiger Intel und Netflix. Diese als innovativ wahrgenommenen Unternehmen sind im Schnitt auch finanziell erfolgreicher als jene Konzerne, die am meisten in Forschung und Entwicklung stecken. So stiegen etwa die Einnahmen der zehn am innovativsten wahrgenommenen Unternehmen in den vergangenen fünf Jahren mit 49 % stärker als die der Top 10 der Unternehmen mit den höchsten F&E-Ausgaben (37 %).

„Große Investments allein reichen nicht aus, um die Innovationskraft zu fördern. Das zeigen die Zahlen – während bei den innovativsten Unternehmen die Umsätze in den vergangenen fünf Jahren fast um die Hälfte gestiegen sind, legten die Unternehmen mit hohen F&E-Ausgaben um knapp 40 % zu. Eine visionäre Idee gepaart mit einer strategischen Herangehensweise ist unabdingbar für erfolgreiche Forschungsprojekte. Neben hohen F&E Ausgaben, die vor allem große Unternehmen aufwenden können, sind auch eine innovationsfördernde Umgebung und eine schnelle Umsetzung wichtig, die z.B. Start-ups mitbringen. In einer Zusammenarbeit von Konzernen und Start-ups könnten Unternehmen ihre Innovationskraft bündeln und neue Produkte, Dienstleistungen und komplett neue Geschäftsmodelle auf den Markt bringen“, erklärt Thomas Riegler, Partner für Innovation und Digitalisierung bei PwC Österreich.

Ausblick: Bis 2020 die meisten F&E-Investitionen im Bereich Healthcare
Global entfallen 22,5 % der F&E-Ausgaben auf die Computer- und Elektronik-Branche, 21,7 % auf Healthcare-Unternehmen und 16 % auf den Automobilsektor. Die mit 14 % höchste Forschungsintensität weist dagegen die Software- & Internetbranche vor Healthcare- (11,4 %) und Computer- und Elektronik-Unternehmen (7,3 %) auf. Bis 2020 soll allerdings der Bereich Healthcare, den Bereich Software & Internet mit einer Investitions-Prognose von 178 Mrd. US-Dollar überholen und somit zur größten F&E-Industrie werden.

Die Ergebnisse der „Global Innovation 1000“ finden Sie unter: https://strategyand.pwc.com/innovation1000.

Design der „Global Innovation 1000“-Studie
Für die Studie identifizierte Strategy& die 1000 börsennotierten Unternehmen mit den weltweit höchsten veröffentlichten F&E-Ausgaben während des letzten Geschäftsjahrs (Stand 30. Juni 2018). In einem zweiten Schritt wurden für die Studie die wichtigsten Finanz-, Umsatz-, Ertrags-, Kosten- und Profitabilitätskennzahlen der vergangenen zwölf Monate analysiert und in Zusammenhang mit den historischen Ausgaben für F&E gebracht. Die Zuordnung der Unternehmen zu Weltregionen richtet sich nach der Angabe des Unternehmenssitzes. Die F&E-Ausgaben, die Siemens etwa in den USA tätigt, fließen somit in die Region Europa ein. Darüber hinaus wurden im Rahmen einer Befragung unter
869 internationalen F&E-Verantwortlichen die innovativsten Unternehmen der Welt ermittelt.

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