Wien, 12.12.2017
USA, England und Australien führend bei Omnichannel-Vertrieb, Österreichs Onlinehandel mit solidem Wachstum

Omnichannel Index von PwC Strategy& zeigt: Englischsprachige Länder mit Vorreiterrolle beim verknüpften Online- und Offline-Einkaufserlebnis / Führende Branchen weltweit Medien, Consumer Electronics sowie Spielwaren und Online Games / Österreichischer Onlinehandel mit mehr als 10 Prozent Wachstum, aber Aufholbedarf bei IT und Mobile-Präsenz

Wien, 12. Dezember 2017 – Wo, wann und wie eingekauft wird, bestimmen im digitalen Zeitalter zunehmend die Kunden, weshalb der Einzelhandel immer stärker auf Omnichannel-Vertrieb setzt und Online- sowie Offline-Kanäle miteinander verknüpft. Die führenden Omnichannel-Nationen sind größtenteils englischsprachige Länder, wie aus dem „2017 Global Omnichannel Index – Omnichannel on the march“ von Strategy&, hervorgeht: Die USA führen das Ranking vor Großbritannien und Australien an, danach folgen China und Kanada. Im internationalen Branchenvergleich weisen vor allem der Mediensektor, Consumer Electronics und Spielwaren bzw. Spiele die höchste Omnichannel-Reife auf. Die Studie analysiert Fortschritte im kanalübergreifenden Vertrieb in verschiedenen Einzelhandelssegmenten weltweit und untersucht dabei vier grundlegende Kriterien: den Digitalisierungsgrad von Verkaufsaktivitäten, das Omnichannel-Potenzial (erwartete Steigerung des digitalen und insbesondere mobilen Verkaufs), die Kundenerwartung nach Einkäufen über Kanalgrenzen hinweg und die technologische Infrastruktur im Sinne der Verbreitung von mobilen Endgeräten und Breitband-Internet. Global gesehen ist der Digitalisierungsgrad der untersuchten Unternehmen um 27 Prozentpunkte gestiegen.

Solides Wachstum für Onlinehandel in Österreich – trotzdem Aufholbedarf
„Auch in Österreich zählen Omnichannel-Strategien gerade im Retail-Sektor zu den Wachstumshebeln – neben verlängerten Rücksendefristen bis zu 100 Tagen sowie einer größeren Vielfalt an Zahlungsmethoden“, analysiert Harald Dutzler, Partner bei Strategy& in Österreich. Für die Strategy&-Studie „The 2017 Global Omnichannel Index“ wurden unter anderem 40 Handelsunternehmen im deutschsprachigen Raum untersucht – mit dem Ergebnis, dass die Medienbranche, Unterhaltungselektronik und Bekleidungsindustrie den höchsten Omnichannel Reifegrad zeigen. Dutzler dazu: „Der Umsatz im Onlinehandel der deutschsprachigen Länder wuchs 2016 um 10,9 Prozent – trotzdem gibt es Aufholbedarf. In Österreich bremst, wie auch in Deutschland, die Struktur aus kleinen und mittleren Betrieben in einigen Branchen die Omnichannel-Entwicklung – da fehlen finanzielle Ressourcen für eine umfassende Digitalisierungsstrategie. Nachdem nun aber branchenfremde globale Tech-Player mit flexiblen Vertriebswegen auch in weniger digitalisierte Segmente wie den Lebensmittelhandel einsteigen, ist es für ansässige Unternehmen überfällig, ihre Omnichannel-Aktivitäten strategisch auszubauen.“

Deutschland stagniert – Investitionen in IT und Mobile Präsenz nötig
In Deutschland hat sich der Wert im Vergleich zum Omnichannel Index 2015 nur um zwei Punkte verbessert. Mit einem Wert von 42 Punkten ist die deutsche Medienbranche im Omnichannel-Bereich noch am besten aufgestellt, was vor allem auf ein stark verändertes und zunehmend digitales Mediennutzungsverhalten zurückzuführen ist. Das Schlusslicht bildet weiterhin der deutsche Lebensmittelhandel mit einem Wert von 25 Punkten. Die Analyse zeigt auch positive Entwicklungen auf: Während 2015 in Deutschland wie auch in Österreich noch kaum „Click and Collect“-Angebote existierten, bietet heute die Mehrheit der großen Einzelhändler die Möglichkeit, online bestellte Waren im Laden abzuholen. Kunden nutzen mittlerweile auch verstärkt die Möglichkeit, Online-Käufe im Geschäft zurückzugeben. Um im internationalen Wettbewerb nicht den Anschluss zu verlieren, müssen Manager im Einzelhandel gezielte Investments in die IT sowie in die Lieferkette tätigen und gleichzeitig ihr Geschäftsmodell entsprechend der vollständigen Verzahnung von Online- und Offline-Aktivitäten anpassen. „Der Einzelhandel muss seine mobilen Angebote unbedingt ausbauen und verbessern. Immerhin hat der Kunde auch im Geschäft das Smartphone in der Hand – die perfekte Brücke zwischen Online- und Offline-Welt“, schließt Dutzler.


*Auf einer Skala von 1 bis 100, wobei 100 der höchstmögliche Wert ist.

Über den Omnichannel-Index
Der Omnichannel-Index von Strategy& untersucht den Status Quo im Omnichannel-Vertrieb in verschiedenen Einzelhandelsbranchen in 28 Ländern (Deutschland, USA, Großbritannien, Frankreich, Schweiz, Australien, China, Kanada, Dänemark, Singapur, Schweden, Japan, Belgien, Hongkong, Russland, Italien, Spanien, Ungarn, Chile, Türkei, Polen, Malaysia, der Nahe Osten, Südafrika, Brasilien, Indonesien, Thailand, Philippinen). Im Rahmen des Omnichannel-Indexes werden vier Kriterien geprüft: der Digitalisierungsgrad von Sales-Aktivitäten, das Omnichannel-Potential (erwartete Steigerung des digitalen und insbesondere mobilen Verkaufs), die Kundenerwartung nach Einkäufen über Kanalgrenzen hinweg und die technologische Infrastruktur (Verbreitung von mobilen Endgeräten und Breitband-Internet). Österreich ist aufgrund seiner Größe nicht unter den Top 28 Ländern.


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Susanne Hudelist
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