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Strategy&-Studie Global Innovation 1000: Amazon erreicht Spitzenplatz der weltweit größten Forschungs- und Entwicklungsbudgets und überholt VW

Globale F&E-Ausgaben überschreiten erstmals die Marke von 700 Mrd. US-Dollar / US-amerikanische Unternehmen dominieren Ranking weiterhin / Alphabet löst Apple als Nummer eins der als am innovativsten wahrgenommenen Unternehmen ab / F&E- Ausgaben der österreichischen Unternehmen im Ranking steigen

Wien, 24. Oktober 2017 – Die Budgets für Forschung und Entwicklung (F&E) der 1.000 größten börsennotierten Unternehmen weltweit erreichen 2017 einen neuen Höchststand: Mit einem Gesamtwert von rund 702 Mrd. US-Dollar investieren die Unternehmen 3,2% mehr als noch 2016 (680 Mrd. US-Dollar). Die globale Forschungsintensität (Anteil der gesamten F&E-Ausgaben an den Gesamtumsätzen) erreicht mit 4,5% ebenfalls ein Allzeithoch (+6% im Vergleich zum Vorjahr). Aus Österreich sind mit der Voestalpine AG und der AMS AG zwei Unternehmen in den Top 1.000 vertreten. Sie kommen aus den Bereichen Industriegüter bzw. IT und Elektronik und geben 2017 rund 300 Millionen US-Dollar für Forschung und Entwicklung aus, was eine Steigerung von 12% im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Die F&E Intensität der AMS AG ist dabei mit 25,2% eine der höchsten im deutschsprachigen Raum.

Das sind einige der zentralen Ergebnisse der diesjährigen „Global Innovation 1000“-Studie von Strategy&, den Strategieberatern von PwC. Die Studie untersucht die Budgets der 1000 börsennotierten Unternehmen mit den weltweit höchsten veröffentlichten F&E-Ausgaben.

Hightech-Unternehmen dominieren Spitzenplätze
Mit Amazon belegt erstmals ein Hightech-Unternehmen den internationalen ersten Platz als Unternehmen mit dem größten F&E-Budget. Volkswagen (VW) rutscht nach fünf Jahren an der Spitze auf Platz fünf ab. Die Plätze zwei bis vier belegen mit Alphabet, Intel und Samsung drei weitere Hightech-Unternehmen. „Ein Blick auf die diesjährigen Top Drei genügt, um die Vorherrschaft der US-amerikanischen Digitalriesen bei Innovationsthemen zu verdeutlichen. Zusammen mit Microsoft, Apple, Oracle, Cisco und Neueinsteiger Facebook stellen die Software- und E-Commerce-Unternehmen einen Großteil der 20 forschungsintensivsten Unternehmen weltweit und bauen ihre Vorreiterrolle weiter aus. Angesichts der massiven Investitionen der US-amerikanischen Digitalunternehmen müssen Firmen aus dem deutschsprachigen Raum in diesem Bereich dringend aufholen“, kommentiert Harald Dutzler, Chef von Strategy& in Österreich.

Ökonomischer Nationalismus stellt Innovationsmodelle in Frage
Wie eine ergänzende internationale Umfrage unter 562 F&E-Verantwortlichen ergab, spielen Protektionismus und der zunehmende ökonomische Nationalismus einiger Länder eine immer größere Rolle bei der mittel- und langfristigen Planung von Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten. Bereits 2015 führten 94% der Unternehmen ihre Forschungsaktivitäten in verschiedenen Ländern durch. Der zunehmende politische Fokus auf Einreise- bzw. Einwanderungsregulierungen stellt für einige Manager die Struktur der internationalen F&E-Netzwerke ihrer Unternehmen in Frage. So gab ca. ein Drittel der Befragten an, dass sie die Auswirkungen des ökonomischen Nationalismus schon im Bereich der Talent-Rekrutierung oder -Bindung spüren. In ihren Augen entstehen hieraus vor allem Risiken für die USA (63%), China (44%) und Großbritannien (34%). Für Kanada, Deutschland und Frankreich erwarten die Befragten eher positive Auswirkungen. „Das Stimmungsbild verdeutlicht die Planungsunsicherheit, mit der sich F&E-Manager angesichts der schärfer werdenden politischen Rhetorik konfrontiert sehen. Mittelfristig könnten liberalere Länder von dieser Entwicklung profitieren, wenn etwa multinationale Konzerne Forschungsprogramme verlagern. Generell müsste sich in diesem Kontext aber auch das globale Innovationsmodell weiterentwickeln. Was heute bei vielen Unternehmen ein flexibles, aber voneinander abhängiges Netzwerk ist, könnte zu autonomeren F&E-Hubs werden. Unternehmen müssten verstärkt auf regionale Forschungszentren mit lokalen Talenten setzen und aufgrund der steigenden Kosten ein besonderes Augenmerk auf die Effizienz legen“, so Dutzler.

Alphabet erstmals mit innovativsten Image
Hohe F&E-Ausgaben garantieren jedoch keinen Platz im Ranking der als am innovativsten wahrgenommenen Unternehmen, wie die Manager-Umfrage zeigt. In ihren Augen ist Alphabet der Konzern mit der größten Innovationskraft, womit die Google-Mutter erstmals Apple auf Platz zwei verweist. Es folgen Amazon, Tesla, Microsoft, Samsung, GE, Facebook und IBM. Neu auf Platz zehn ist die chinesische Unternehmensgruppe Alibaba, europäische Unternehmen sind weiterhin nicht unter den Top 10 vertreten. „Dass große Budgets alleine nicht ausreichen, zeigen auch die Finanzkennzahlen der innovativsten Unternehmen. So sind ihre Umsätze in den vergangenen fünf Jahren im Schnitt um 50% gewachsen, während die Umsätze der zehn Unternehmen mit den weltweit höchsten F&E-Ausgaben im Vergleich um 39% zulegten. Ohne visionäre Ideen und eine strategische Umsetzung von Forschungsprojekten werden auch Unternehmen mit großen Budgets auf der Strecke bleiben“, schließt Dutzler.

Design der „Global Innovation 1000“-Studie
Für die Studie identifizierte Strategy& die 1000 börsennotierten Unternehmen weltweit mit den höchsten veröffentlichten F&E-Ausgaben. In einem zweiten Schritt wurden für die Studie die wichtigsten Finanz-, Umsatz, Ertrags-, Kosten- und Profitabilitätskennzahlen der vergangenen 12 Jahre analysiert und in Zusammenhang mit den historischen Ausgaben für F&E gebracht. Die Zuordnung der Unternehmen zu Weltregionen folgt der Angabe des Unternehmenssitzes. Die F&E-Ausgaben, die Siemens etwa in den USA tätigt, fließen somit in die Region Europa ein. Darüber hinaus wurden im Rahmen einer Befragung unter internationalen Managern die innovativsten Unternehmen der Welt ermittelt.


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Sabine Moll
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