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Banken können bis zu 65% ihrer KYC-Kosten durch den Aufbau eines Datennetzwerks einsparen

Wien, 23. November 2021

Pressemitteilung

  • 54% der Firmenkunden sind mit „Know Your Customer“-Prozessen unzufrieden
  • KYC- Strafzahlungen für europäische Banken steigen um das 26-fache auf 23,2 Milliarden Euro
  • Zentrales internationales und digitales KYC-Netzwerk vereinfacht Prozesse und verbessert Kundenerlebnis

Die Prävention von Geldwäsche und die Verhinderung von Geldflüssen an terroristische Organisationen haben in den letzten Jahren einen hohen Grad an öffentlicher Aufmerksamkeit erlangt. Obwohl Finanzinstitute jährlich Milliarden ausgeben, um mit immer strengeren und umfangreicheren Aufsichtsregularien Schritt zu halten, stellt die Einhaltung von „Anti Money Laundering“ (AML)- und „Know Your Customer“ (KYC)-Vorschriften Banken vor strategische Herausforderungen. Die Ergebnisse der aktuellen „Know Your Costumer“-Studie von Strategy&, der Strategieberatung von PwC, zeigen, dass Banken mit einem effizienten, netzwerkorientierten Ansatz bis zu 65% ihrer AML- und KYC-Betriebskosten einsparen können. Denn durch gezielte Maßnahmen zur Produktivitätssteigerung und Faktorkostenreduktion lassen sich vielfach Prozesse vereinfachen, Kosten senken und das Kundenerlebnis verbessern.

KYC-Compliance-Prozesse und -Sanktionen kosten Banken Milliarden
Weltweit zahlten Banken in den Jahren 2015 bis 2019 rund 23,2 Milliarden Euro für AML-/ KYC-Sanktionen und damit verbundene Anwaltsgebühren. Dies entspricht einer Steigerung um das 26-fache im Vergleich zu den Ausgaben zwischen 2005 und 2009. Allein in Europa entstehen bei den Banken für die Unterhaltung und Gewährleistung der KYC-Compliance-Prozesse jährlich Betriebskosten in Höhe von schätzungsweise 12 Milliarden Euro. Hinzu kommen weitere Technologieausgaben in Höhe von rund sieben Milliarden Euro pro Jahr. Lediglich 20% der Kosten entfallen dabei auf die Aufnahme von Neukunden und deren Datenerfassung, wohingegen ganze 80% bei der Durchführung planmäßiger sowie anlassbezogener Überprüfungen der persönlichen sowie der Geschäftsdaten von Firmenkunden entstehen. Besonders auffällig: Die meisten Kosten fallen zu den internationalen Großkonzernen unter den Firmenkunden an, obwohl deren Anzahl in den Gesamtportfolien der Banken in den europäischen Kernmärkten, etwa im Vergleich zu Klein- und mittelständischen Unternehmen, überschaubar ist.

Kunden wünschen sich einheitliche Vorgehensweisen und digitalen Komfort
Auch die Firmenkunden selbst zeigen sich mit dem Status quo unzufrieden – sie wünschen sich einheitliche Vorgehensweisen von ihren Hausbanken und mehr Komfort, z.B. in der digitalen Interaktion. Acht von zehn Banken führen bereits nennenswerte KYC-Optimierungsprogramme durch, dennoch bewerten 54% der Unternehmen ihre Erfahrungen mit KYC-Prozessen als negativ.

„Unterschiedliche aufsichtsrechtliche Anforderungen, kontinuierliche Überprüfungsprozesse und ein Mangel an einheitlichen Datenmodellen führen nicht selten zu Unzufriedenheit bei den Kunden und einer Schädigung der geschäftlichen Außenwirkung von Banken. Was fehlt, ist eine kundenorientierte KYC-Lösung, mithilfe derer Unternehmen ihre Daten beispielsweise in digitalen Tresoren oder Wallets zentral kontrollieren und Banken im Bedarfsfall zugänglich machen können. Solche Tools helfen Firmenkunden dabei, für ihre Finanzgeschäfte und die Geschäfte mit ihren Lieferanten immer die richtigen Daten griffbereit zu haben“, sagt Hendrik Bremer, Partner bei Strategy& Österreich.

Länderübergreifendes digitales KYC-Netzwerk als zentraler Lösungsansatz
Flächendeckend arbeiten Finanzinstitute bereits intern an Prozessen zur verbesserten Reaktion auf künftige Richtlinien sowie der effizienten Steuerung der eigenen KYC-Verarbeitungskapazitäten. Daneben beauftragen Banken auch externe Dienstleister mit der Übernahme bestimmter KYC-Aufgaben oder nutzen regionale „Utilities“, die das Datenmanagement gebündelt für mehrere Institute übernehmen. Am Markt haben sich außerdem zahlreich Netzwerkansätze gebildet, um den Datenaustausch zwischen Banken, Firmenkunden, Aufsichtsbehörden und Datenanbietern innerhalb eines leicht zugänglichen Ökosystems zu vereinfachen. Zwar zeigen die Ergebnisse der Studie, dass durch koordinierte Mehrfachnutzung bestehender Datensätze, automatisierter Ausfüllformate, zielgerichteter Mitarbeiterschulungen und die Beschäftigung von KYC-Analysten in Niedrigkostenländern bis zu 65% der aktuell anlaufenden Betriebskosten für AML- und KYC-Maßnahmen eingespart werden können – die zentralen Vorteile lassen sich aber erst durch einen „Best of Breed“-Ansatz mit den Erfahrungswerten aller bereits eingesetzter Maßnahmen realisieren.

Um das zu erreichen, bedarf es eines länderübergreifenden KYC-Netzwerks, das Banken, ihre Firmenkunden und Daten, Aufsichtsbehörden sowie andere Dienstleister über spezifische Zugangspunkte miteinander verbindet. Im Zentrum dieses Netzes stehen die Firmenkunden und deren reibungsloses Kundenerlebnis. Diese können ihre Daten mithilfe digitaler Lösungen zentral kontrollieren und mit ausgewählten Banken auf Wunsch sicher teilen. Grundlegender Faktor zur Wiederverwendbarkeit bereits existierende KYC-Datenbestände ist die Entwicklung eines gemeinsamen und seitens nationaler und internationaler Aufsichtsbehörden anerkannten Datenstandards sowie die Möglichkeit eines sicheren und grenzübergreifenden Datenaustausches. Auch Aufsichtsbehörden können eine Rolle im Netzwerk spielen und so die Einhaltung der Vorschriften zweckdienlich überwachen. Durch die Möglichkeit einer flexiblen Skalierbarkeit ließe sich das Netzwerk um weitere Dienstleister zur Einführung neuer und auf Banken und Firmenkunden zugeschnittener Services erweitern.

„Das Modell wird erfolgreich sein, wenn das Netzwerk neben dem standardisierten und internationalen KYC-Datenmanagement noch anderweitig und vielfältig durch Unternehmen und Banken genutzt wird. Etwa zur Identifizierung von Akteuren entlang der Lieferkette von Unternehmen, zur Verwertung von Informationen über mehrere Unternehmen einer Gruppe hinweg oder sogar zur branchenübergreifenden Bereitstellung von Daten für Geschäfte sind zahlreiche Anwendungen vorstellbar. Erst im freien Austausch aller Teilnehmer können sich Effizienzgewinne voll entfalten und neue Angebote und Services entstehen“, erläutert Markus Weiss, Director bei Strategy& Schweiz. „Durch den gesteigerten Digitalisierungs- und Automatisierungsgrad sämtlicher Prozesse und den Einsatz von Technologien wie Blockchain oder künstliche Intelligenz können Banken zusätzlich die Effizienz ihrer gesamten Geschäftstätigkeit verbessern.”

Über Strategy&

Strategy& ist die globale Strategieberatung von PwC. Wir entwickeln individuelle Geschäftsstrategien für weltweit führende Unternehmen, basierend auf differenzierenden Wettbewerbsfähigkeiten. Wir sind die einzige Strategieberatung als Teil eines globalen Professional Services Netzwerks. Unsere Expertise kombinieren wir mit Technologie und erarbeiten daraus eine passende Strategie, die effizient umsetzbar ist. "Strategy, made real" heißt für uns, den digitalen Wandel voranzutreiben, die Zukunft mitzugestalten und Visionen Wirklichkeit werden zu lassen. 3.000 Strategieberater:innen und mehr als 295.000 PwC-Mitarbeiter:innen in 156 Ländern tragen hierzu mit hochwertigen, branchenspezifischen Dienstleistungen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuer- und Unternehmensberatung bei.

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Sebastian Mayer

Business Director, Ketchum Publico

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