München, 19.07.2016
Digitale Wertsteigerungspotentiale für Private Equity-Investoren

Digitalisierungsgrad beeinflusst Ertragsaussichten / Analyse der Digitalkompetenzen essentieller Bestandteil einer Due Diligence / Strategy& fasst die wichtigsten Prüfkriterien für Private Equity-Manager zusammen und zeigt auf, wie die digitalen Fähigkeiten der Portfolio-Unternehmen entwickelt werden sollten

Obwohl die Renditen im Private Equity-Sektor zunehmend unter Druck geraten, misst ein Großteil der Investoren bei der Prüfung von Übernahmekandidaten einem wichtigen Aspekt noch immer zu wenig Bedeutung bei: Nur wenige berücksichtigen den Stand bzw. das Potential der Digitalisierung bei den jeweiligen Übernahmekandidaten. Dabei hat der digitale Reifegrad eines Unternehmens direkten Einfluss auf dessen Erfolgsaussichten, wie mehrere Studien von PwC und Strategy&, der globalen Strategieberatung von PwC, belegen. So ergab die „2015 Global Digital IQ“-Studie, dass das obere Viertel der Unternehmen mit der fortschrittlichsten Digitalstrategie im Vergleich zu niedriger eingestuften Unternehmen doppelt so häufig Umsätze und Gewinne signifikant steigern konnten. Die „2016 Global Industry 4.0“-Studie zeigte zudem gute Entwicklungs- und Ertragsmöglichkeiten für umfassend digitalisierte Unternehmen auf. So erwarteten die befragten Unternehmen mit vollständig umgesetzter Digitalstrategie im Schnitt ein jährliches Umsatzwachstum von 2,9% sowie eine jährliche Kosteneinsparung von durchschnittlich 3,6% während der nächsten fünf Jahre.

Die Durchführung einer Digital Due Diligence im Sinne einer Analyse des Digitalisierungsgrades sowie der Digitalkompetenzen eines Unternehmens sollte deshalb inzwischen zentraler Bestandteil jeder Risikoprüfung sein. Um den digitalen Reifegrad schnell und umfassend einschätzen zu können, hat Strategy& einen Report für Private Equity-Manager zusammengestellt, mit dessen Hilfe sich der Stand der Digitalisierungsstrategie in den wichtigsten Unternehmensbereichen analysieren lässt. „Es genügt dabei nicht mehr, den Blick allein auf bewährte Parameter wie die Marktposition, Cashflows und Technologietrends in der jeweiligen Industrie zu richten. Die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen ist heute in immer stärkerem Maße vom Status ihrer Digitalisierung abhängig“, so Olaf Acker, Partner und Digital Services Leader bei Strategy& für Europa, Nahost und Afrika sowie Autor des Reports für Private Equity-Investoren. „Ausschlaggebend ist vor allem die Frage, ob die Digitalstrategie in einem Unternehmen definiert ist und umfassend umgesetzt wird, weshalb wir in unserem Fragenkatalog den Fokus auch auf die bereichsübergreifende Integration digitaler Techniken lenken.“

Für Private Equity-Investoren ist es zunächst wichtig, ihr Augenmerk auf das zugrundeliegende Geschäftsmodell, die Produkte und Dienstleistungen eines Unternehmens, zu richten. Verfügt das Unternehmen über eine Digitalstrategie und wird diese von einer klar benannten Führungskraft, beispielsweise von einem Chief Digital Officer, vorangetrieben? Welche Produkte und Dienstleistungen sind von der zunehmenden Digitalisierung gefährdet, welche können durch diese verbessert oder neu geschaffen werden? „Die digitale Transformation eines Unternehmens scheitert in den seltensten Fällen an der Technik, sondern vielmehr an zu spät erkannten Chancen, einer fehlenden Gesamtstrategie und mangelnden Fähigkeiten der Mitarbeiter“, erläutert Acker.

Auch der Bereich Forschung und Entwicklung bzw. Innovation spielt bei der Bewertung eine zentrale Rolle. Je digitaler ein Unternehmen aufgestellt ist, desto flexibler kann es auf sich ändernde Kundenwünsche reagieren und so das eigene Überleben sichern. Nutzt das Unternehmen beispielsweise digitale oder 3D-gedruckte Prototypen und Simulationen, um neue Produkte zu testen? Wie effizient erhebt und analysiert das Unternehmen Daten bei der Produktentwicklung?

Private Equity-Manager sollten zudem die Prozesse des zu prüfenden Unternehmens im Bereich Einkauf, Logistik und Produktion genauer betrachten. Integrierte und mit Zulieferern vernetzte Planungs- und Prüfsysteme im Lager sowie in der Produktionshalle sparen Zeit und Geld. Eine modular aufgebaute Produktionskette erlaubt flexible Anpassungen und die Herstellung individualisierter Produkte. „In der gesamten Supply Chain ist der Einsatz digitaler Technik ein echter Werttreiber und kann für Private Equity-Investoren auch höhere Preise rechtfertigen“, so Steve Roberts, Private Equity Leader bei PwC und Co-Autor des Reports.

Neben dem Finance-Bereich sind vor allem die IT-Abteilung und das HR-Management für die Umsetzung der Digitalstrategie eines Unternehmens zuständig. Idealerweise sind der Chief Information Officer sowie der Chief Financial Officer direkt am Weg in die digitale Zukunft des Unternehmens beteiligt. Die Personalabteilung sorgt dafür, dass die für die Implementierung der Digitalisierung notwendigen personellen Ressourcen vorhanden sind, und fördert die digitale Kultur sowie die Digitalkompetenz aller Mitarbeiter durch regelmäßige Fortbildungen.

Mithilfe des Reports können Private Equity-Manager im digitalen Zeitalter die Zukunftsaussichten eines Unternehmens genauer einschätzen und Investitionen folglich besser bewerten. „Die Analyse des digitalen IQ kann sich sowohl bei den jüngeren Zukäufen als auch bei Beteiligungen lohnen, die bereits lange im Portfolio sind und vielleicht sogar bald weiterveräußert werden sollten. Mit einem fundierten Blick auf den Digitalisierungsgrad können Private Equity-Manager Verluste vermeiden, ihren Portfolio-Wert maximieren und sich im Markt den Ruf sichern, Unternehmen für die digitale Zukunft zu rüsten“, schließt Olaf Acker.


Presse- und Medienkontakt

Meike Hegge
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