Frankfurt am Main, 23.02.2015
Chemiebranche: M&A-Transaktionsvolumen 2014 auf höchstem Stand seit zehn Jahren

Rekord im Geschäft mit Fusionen und Übernahmen in der Chemiebranche: Wie aus einer Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC hervorgeht, gab es in der Branche im Gesamtjahr 2014 mit weltweit 177 Transaktionen so viele Fusionen und Übernahmen wie zuletzt im Jahr 2007. Nicht nur die Anzahl der Deals, auch das Volumen markierte Höchststände und verdeutlichte damit die große Dynamik des Marktes: Im Gesamtjahr summierte sich der Wert aller Transaktionen auf 85,3 Mrd. US-Dollar. Das ist mehr als das Doppelte des Vorjahres und der höchste Wert der vergangenen zehn Jahre.

Auch gegen Jahresende ebbte die Dynamik nicht ab: so stach das vierte Quartal vor allem mit Blick auf die Anzahl der Deals heraus. Insgesamt standen 51 Fusionen und Übernahmen mit einem Mindestwert von 50 Mio. US-Dollar zu Buche.

Eurozone involviert – Asien dominiert
Das hohe Volumen im Gesamtjahr lag nicht zuletzt auch an Unternehmen und Investoren aus der Eurozone. Ihre Beteiligung an Deals ab einem Wert von 50 Mio. US-Dollar erreichte 2014 mit 15,5 Mrd. US-Dollar ein deutlich höheres Niveau als in den Vorjahren. Gleichwohl kamen die tonangebenden Akteure erneut aus dem asiatisch-pazifischen Raum: Sie waren an nahezu der Hälfte des Gesamtvolumens beteiligt.

„Die wirtschaftlich robusten Unternehmen in Europa, der Schiefergasboom in den USA und der günstige Zugang zu Energie haben zu mehr Investitionen in der Chemiebranche geführt. Das Rekordjahr 2014 ist aber vor allem den vielen chinesischen Unternehmen geschuldet, die sich an Fusionen und Übernahmen beteiligt haben“, kommentiert Dr. Volker Fitzner, Partner und Transactions-Experte bei PwC.

Spezialchemie und angrenzende Industriebereiche im  Fokus
Wie bereits 2013 waren die meisten Deals der Spezialchemie zuzurechnen. Besonders auffällig war die Marktstellung dieses Bereichs bei den Mega-Deals, also bei Transaktionen ab einem Volumen von mindestens 1 Mrd. US-Dollar. Hier stammte nahezu die Hälfte der Fusionen und Übernahmen aus dem Segment Spezialchemie. Aber auch angrenzende Branchen, wie die Ernährungsmittelindustrie, waren für Chemieunternehmen von Interesse. Der Anteil solcher Übernahmen erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 60 Prozent.

„Auch 2015 wird es in der weltweiten Chemiebranche viele Fusionen und Übernahmen geben, darunter erwarten wir auch sehr großvolumige. Dies liegt vor allem an der weiterhin positiven Entwicklung der Schwellenländer, den Wachstumsambitionen und dem steigenden Wettbewerbsdruck in der Spezial- und Petrochemie. Wir sind daher optimistisch, dass Portfolio-Optimierungen sowie die Übernahme von Firmen mit differenzierenden Marktpositionen oder Technologien ein wichtiger strategischer Hebel für Chemiefirmen bleiben und der Trend zur weiteren Konsolidierung in der Spezialchemie anhält“, erläutert Dr. Marcus Morawietz, Partner und Chemie-Experte bei Strategy&.

Hinweis für die Redaktionen
Zur Methodik der Studie: Die zugrundeliegenden Daten stammen von Thomson Reuters und umfassen nicht nur alle abgeschlossenen, sondern auch alle angekündigten und zurückgezogenen Deals der Branche. Dies ist dem Umstand geschuldet, dass Deals auch aus kartellrechtlichen Gründen oft erst sehr lange nach ihrer Verkündung tatsächlich abgeschlossen sind. Die Analyse umfasst alle Zusammenschlüsse, Unternehmenskäufe und -verkäufe, Leveraged Buyouts, Privatisierungen und Übernahmen von Minderheitsanteilen mit einem Transaktionsvolumen ab 50 Mio. US-Dollar, die zwischen dem 1. Januar 2011 und dem 31. Dezember 2014 angekündigt wurden.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.pwc.de/m&a-report.


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Carmen van Musscher
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