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26% aller europäischen Telko-Anbieter treiben Digitalisierung auch personell voran

Mit dem Boom der Smartphones und mobilen Endgeräte ist das Datenvolumen und damit der Bandbreitenbedarf in Mobilfunknetzen in den vergangenen Jahren förmlich explodiert. Allerdings ist es den Mobilfunknetzbetreibern trotz dieser Entwicklung kaum gelungen, die eigene Wertschöpfung und Profitabilität im gleichen Maße zu steigern.

Um im zukunftskritischen Bereich der mobilen Digitalisierung des täglichen Lebens und aller Geschäftsprozesse mitzuverdienen, gehört die digitale Transformation der eigenen Dienstleistungen über die reine Infrastruktur hinaus daher ganz oben auf die strategische Agenda der Telekommunikationsindustrie. Dafür benötigen die Anbieter vor allem im Topmanagement Führungspersonal mit ausgewiesener Digitalexpertise. Offensichtlich ist diese Erkenntnis in Europa am stärksten durchgedrungen, denn 26% aller europäischen Telekomunternehmen beschäftigen einen eigenen Chief Digital Officer (CDO) und damit einen Hauptverantwortlichen für die Digitalisierung ihrer Angebote. In der Region Asien-Pazifik besitzen knapp ein Viertel (23%) der Telekombetreiber digital verantwortliche Entscheider. Nordamerika liegt mit 21% im globalen Durchschnitt. Mit nur 12% belegen Süd- und Lateinamerika abgeschlagen den letzten Platz des Regionenvergleichs. Betrachtet man umgekehrt, welche Unternehmen Chief Digital Officers beschäftigen, wird das Bild noch deutlicher: 45% aller in der Studie identifizierten CDOs arbeiten für europäische Netzbetreiber, 27% im asiatisch-pazifischen Raum, 14% der digitalen Vorstände sitzen jeweils in nordamerikanischen und in süd- bzw. lateinamerikanischen Unternehmen. Das sind die zentralen Ergebnisse der globalen Studie „Chief Digital Officers in the Telecom Industry“ der internationalen Managementberatung Strategy& (ehemals Booz & Company). Im Rahmen der Untersuchung wurden weltweit 104 Telefonanbieter daraufhin untersucht, ob sie eine für den digitalen Wandel verantwortliche Führungskraft beschäftigen – unabhängig von der internen Positionsbezeichnung.

23% der CDOs mit technischem Hintergrund und zu 68% auf Vorstandsebene
Der berufliche Werdegang vieler CDOs überrascht zum Teil: Weniger als ein Viertel (23%) arbeitete zuvor in den Bereichen Technologie und IT. 40% kommen aus dem Produktmanagement, 27% aus den Bereichen Strategie und Geschäftsentwicklung. Bei Telefonanbietern im deutschsprachigen Raum sieht die Lage kaum anders aus: hier zu Lande besitzen viele CDOs einen Marketing-Hintergrund. Dr. Roman Friedrich, Strategy&-Partner und Autor der Studie, erklärt die Zusammenhänge: „Chief Digital Officers benötigen natürlich ein profundes Wissen über technische Zusammenhänge. Genauso wichtig ist aber, den Markt zu verstehen: Welche Dienste, Produkte und Erfahrungen wünschen die Kunden – auch in Zukunft. In amerikanischen Firmen übernehmen häufig Chief Information Officers diese Aufgabe zusätzlich zu ihren IT-Aufgaben. CIOs europäischer Telefonanbieter denken hierfür aber oft zu technisch. Zum Ausgleich brauchen die Europäer deshalb marketingerfahrene CDOs.“

Mehr als zwei Drittel (68%) aller CDOs stehen in der internen Hierarchie auf Vorstands- oder Direktorenebene. In über einem Viertel (27%) der Unternehmen entsprechen die Positionen der CDOs jedoch nur der eines Abteilungsleiters. „Telefonanbieter sind gut beraten, ihrem Chief Digital Officer die Kompetenzen und Entscheidungsfreiräume zu geben, die sie für ihre Arbeit benötigen. Für Unternehmen in diesem hochdynamischen Marktumfeld entscheidet der Digitalisierungsprozess schließlich über zukünftigen Erfolg oder Misserfolg“, so Dr. Friedrich weiter. „Nur einem CDO mit weitreichenden Befugnissen wird es gelingen, überkommene Organisationsstrukturen, erstarrte Prozesse und IT-Altlasten zu entsorgen und den Kunden beim Digitalisierungsprozess in den Mittelpunkt zu stellen.“


Presse- und Medienkontakt

Jan Liepold
LoeschHundLiepold Kommunikation GmbH
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