München, 24.10.2011
Innovationsbudgets der Gesundheits- und Pharmaindustrie wachsen um eindrucksvolle 9,1%

Gesundheits- und Pharmaindustrie investiert 121 Mrd. US$ in Forschung und Entwicklung / Top-3 des internationalen Innovationsrankings fest in Pharmahand / Gesundheitsbranche tätigt 22% der weltweiten F&E-Investitionen / Merck KGaA bestplatziertes deutsches Unternehmen in diesem Segment

Die Gesundheits- und Pharmaindustrie investierte 2010 massiv in die Entwicklung neuer Medikamente und Wirkstoffe und erhöhte ihre Investitionen in Forschung und Entwicklung (F&E) im Schnitt um 9,1%. Nach der aktuellen „Global Innovation 1.000"-Studie von Booz & Company steigerten die Pharmaunternehmen ihr F&E-Volumen so insgesamt um 10,4 Mrd. US$ auf 121 Mrd. US$. Damit vereinen sie 22% der weltweiten F&E-Investitionen von 550 Mrd. US$ auf sich.
Die internationalen Spitzenplätze teilen mittlerweile fast ausschließlich Pharmakonzerne unter sich auf: Vorjahressieger Roche verteidigte seine Führungsposition im internationalen Innovationsranking mit einem Zuwachs von 1,5% und einem Gesamtvolumen von 9,6 Mrd. US$. Pfizer und Novartis belegen hier 2010 den zweiten und dritten Platz. Sie erhöhten ihr Innovationsbudget gegenüber dem Vorjahr um 20% bzw. sogar 21,4% auf 9,4 Mrd. US$ bzw. 9,1 Mrd. US$. Merck & Co. stellte seinen Forschungsteams mit 8,6 Mrd. US$ sogar einen um 53% höheren Etat zur Verfügung. All diese Zahlen verdeutlichen, dass immense Summen in die Entwicklung neuer Medikamente und deren Patentierung investiert werden müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben, und wie eng die internationale Spitzengruppe hier zusammengerückt ist.
Das sind die zentralen Ergebnisse für die Pharmabranche in der heute vorgestellten „Global Innovation 1.000“-Studie der internationalen Strategieberatung Booz & Company. Diese untersucht zum siebten Mal in Folge die Budgets und Strategien der tausend Unternehmen mit den weltweit höchsten F&E-Ausgaben.

Blockbustergefüllte Produktpipelines erfordern massive Investitionen
Unter den internationalen Top-100 der Pharmaindustrie konnte sich nur Merck KGaA als bestplatziertes deutsches Unternehmen auf Rang 68 platzieren. Der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern allokierte insgesamt 5,4 Mrd. US$ für seinen Forschungs- und Entwicklungsbereich. „Die Pharmaindustrie ist extrem produktgetrieben und folgt langfristigen Innovationszyklen. Daher muss sie weitgehend konjunkturunabhängig agieren. Anders als in vielen anderen Industriebereichen haben die führenden Konzerne auch in der Krise konsequent in Produkt- und Technologie-Innovationen investiert“, so Rolf Fricker, Pharma-Experte und Partner bei Booz & Company. „Nur so ist das Ziel einer langfristig mit Innovationen gefüllten Produktpipeline zu erreichen.“
So schaffte es mit Johnson & Johnson ein weiterer Branchenvertreter in die internationalen Top-10. Die Amerikaner investierten gegen den Branchentrend mit 6,8 Mrd. US$ allerdings 2% weniger als im Vorjahr und rutschen vom siebten auf den zehnten Rang ab. Der Vorjahresachte Sanofi-Aventis investierte mit 5,8 Mrd. US$ 4% weniger als im Vorjahr und findet sich nun auf Rang 16 wieder.

Innovation in der Unternehmenskultur verankern
Die Studienergebnisse zeigen aber auch: Erfolgreiche Neuentwicklungen lassen sich nicht einfach durch massive F&E-Investitionen erzwingen. „Gerade in der Pharmaindustrie bedarf es einer Firmenkultur, die der Innovation höchste Priorität einräumt und diese vertriebsseitig unterstützt. Zumal hier die F&E-Budgets, die Fehler- und damit auch die Abbruchquote naturgemäß deutlich höher ausfallen“, so Fricker. „Von 500 Innovationsprojekten erreicht im Schnitt nur eines die finale Marktreife. Diese Relation müssen Pharmakonzerne von Anfang an einkalkulieren und entsprechende F&E-Strukturen einziehen.“ Mit 12,45% ist daher auch die F&E-Intensität der Pharmaindustrie – gemeint ist das Verhältnis von F&E-Investitionen zum Gesamtumsatz – im Branchenvergleich extrem hoch. Eine derartig innovationsfreudige Haltung ist jedoch längst nicht in allen untersuchten Industrien zu finden. So konstatierten 36% der im Rahmen der Studie Befragten, dass ihre eigene Unternehmenskultur ihre Innovationsstrategie nicht unterstütze.

Design der Studie „Global Innovation 1.000" von Booz & Company:
Für die Studie identifizierte Booz & Company die Top-1.000 der globalen Unternehmen, die ihre F&E-Ausgaben veröffentlichen. In einem zweiten Schritt wurden für die Studie die wichtigsten Finanz-, Umsatz-, Ertrags-, Kosten- und Profitabilitätskennzahlen der vergangenen sieben Jahre analysiert und in Zusammenhang mit den historischen Ausgaben für F&E gebracht. Die Zuordnung der Unternehmen zu Regionen folgt der Angabe des Unternehmenssitzes. Die F&E-Ausgaben, die Siemens etwa in den USA tätigt, fließen somit in die Region Europa ein.


Presse- und Medienkontakt

Jan Liepold
LoeschHundLiepold Kommunikation GmbH
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