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Gesundheits- und Pharmaunternehmen zählen erneut zu internationalen Top-Innovatoren

Gesundheits- und Pharmaindustrie investiert 120 Mrd. US$ in Forschung & Entwicklung / Anteil der Gesundheitsbranche an weltweiten F&E-Investitionen liegt bei nahezu einem Viertel / Gleich fünf Pharma-Konzerne sind in globaler Top 10 / Merck KGaA ist bestplatziertes deutsches Unternehmen in diesem Segment

Der Gesundheitssektor setzt weiterhin auf Forschung und Entwicklung (F&E). Im internationalen Branchenvergleich besteht die höchste Innovationsintensität, also das Verhältnis des Innovationsetats zum Umsatz, mit 12% in der Gesundheits- und Pharmaindustrie. Nach der aktuellen "Global Innovation 1.000"-Studie der internationalen Strategieberatung Booz & Company liegt ihr Anteil an den globalen F&E-Investitionen von 532 Mrd. US$ bei nahezu einem Viertel (23%). Mit einem Volumen von 120 Mrd. US$ belegt diese damit hinter Elektronik/Computer (149 Mrd. US$) Rang zwei im internationalen Innovationsranking, noch vor der Automobilbranche (86 Mrd. US$). Die "Global Innovation"-Studie analysiert die F&E-Budgets und -Strategien der 1.000 Unternehmen mit den weltweit höchsten Ausgaben in diesem Segment.

Unternehmen setzen industrieübergreifend weiter auf Innovationen
Damit bestätigt das Beispiel der Gesundheits- und Pharmaindustrie die eher überraschende Kernaussage der Studie: Trotz der in 2008 einsetzenden Weltwirtschaftskrise stärken die Unternehmen bis auf wenige Ausnahmen ihr Engagement im Bereich „Forschung und Entwicklung“. Obwohl 65% der weltweiten Top-1.000-Innovatoren in der schwersten Rezession seit 1929 deutliche Umsatzrückgänge verbuchen und 32% sogar Verluste schreiben, erhöhten mehr als zwei Drittel ihre F&E-Ausgaben im vergangenen Jahr. 90% der befragten Manager bewerten Innovation als wesentlichen Erfolgsfaktor für den erhofften Aufschwung. Rolf Fricker, Pharmaexperte und Partner bei Booz & Company, liefert dafür folgende Erklärung: „Im globalen Wettbewerb nimmt die Bedeutung von Innovationen zur Erhaltung der künftigen Wettbewerbsfähigkeit zu. Konsequenterweise wird daher in der Krise nicht zuerst der Rotstift bei F&E angesetzt. Außerdem sind Produktentwicklung und Innovationszyklen in vielen Branchen und besonders bei Pharma auf mehrere Jahre angelegt, so dass sie konjunkturelle ‚Dürreperioden’ überdauern.“

Fünf Pharmakonzerne in Top 10 des globalen Rankings
Dass Forschung und Entwicklung in der Branche groß geschrieben wird, verdeutlicht besonders das Ranking der „Global Innovation 1000“. Gleich fünf Pharma-Konzerne schafften es diesmal unter die globalen Top 10.

Neben der Roche Holding (Rang drei), die im Vorjahr 8,16 Mrd. US$ für Innovationen ausgab und sich damit im Vergleich zu 2007 um 5,5% steigert, gehören Pfizer (7,94 Mrd. US$), Johnson & Johnson (7,57 Mrd. US$) Novartis (7,21 Mrd. US$) und Sanofi-Aventis (6,69 Mrd. US$) zur internationalen Innovationselite.
Als bestes deutsches Unternehmen positioniert sich Merck KGaA auf Rang 72. Dem Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern sind Forschung & Entwicklung 5,4 Mrd. US$ wert.

Rolf Fricker konstatiert: „Traditionell sind F&E-Budgets im Bereich Pharma größer als in anderen Branchen. Die Anfangsinvestitionen in Moleküle sind beträchtlich. Zudem relevant: eine höhere Fehlerquote bzw. ein höheres Risiko für die Pharma-Konzerne. Von 500 Produkten gelangt nur eines zur finalen Marktreife!“

Die vollständige Studie finden Sie hier >>

Weitere Informationen:

Design der Studie "Global Innovation 1.000" von Booz & Company:
Für die Studie identifiziert Booz & Company die Top 1.000 der globalen Unternehmen, die ihre F&E-Ausgaben veröffentlichen. In einem zweiten Schritt wurden für die Studie die wichtigsten Finanz-, Umsatz-, Ertrags-, Kosten- und Profitabilitätskennzahlen der vergangenen sechs Jahre analysiert und in Zusammenhang mit den historischen Ausgaben für F&E gebracht. Die Zuordnung der Unternehmen zu Regionen folgt der Angabe des Unternehmenssitzes. Die F&E-Ausgaben, die Siemens etwa in den USA tätigt, fließen somit in die Region Europa ein.

Erstmals führte Booz & Company in diesem Jahr eine internetbasierte Umfrage unter 300 Top-Managern und F&E-Experten in 250 Unternehmen durch, um den Einfluss der Rezession auf F&E-Ausgaben und Strategien besser einschätzen zu können.