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Telekommunikationsmarkt vor umfassender Konsolidierung

Neuordnung des deutschen und europäischen Telekommunikationsmarktes bis 2012 / Margenverfall im Zugangsgeschäft von bis zu 25% möglich / Konsolidierung auf wenige Wettbewerber pro Segment / Große Wachstumspotenziale bei digitalen Diensten

Die laufende Konsolidierung der deutschen und europäischen Telekommunikationsindustrie nimmt bis 2012 erheblich an Fahrt auf. Das durchschnittliche Umsatzwachstum im noch margenstarken aber weitgehend gesättigten Markt für Sprach- und Datentransportdienste nimmt dagegen weiter ab. Preisverfall und „Flatrate-Angebote“ für Bandbreiten von >50MB/Sek. führen zwar zu massiv steigenden Datenvolumina im Massenmarkt. Der verschärfte Wettbewerb zwischen etablierten Festnetz- und Mobilfunkanbietern, Kabelnetzbetreibern und Resellern um dieselben Kunden könnte aber einen drastischen Verfall der Gesamtmarge im Markt für Transportdienste von bis zu 25% verursachen. Zu diesem alarmierenden Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der internationalen Strategieberatung Booz & Company.

Mobil telefonieren und überall surfen zum Festpreis
Der deutsche Kunde telefoniert bereits zunehmend mobil und erwartet von seinen Anbietern überall schnelle Internetzugänge zu Festpreisen. Der Bandbreitenbedarf der Datenübertragung wird sich daher voraussichtlich in den kommenden Jahren verzehnfachen – das mobile Internet entwickelt sich zum integralen Bestandteil des täglichen Lebens. „Der Bedarf an digitalen Diensten wie beispielsweise eCommerce, Bezahldienste im Internet oder werbefinanzierte Angebote steigt weiter dramatisch“, so Stefan Eikelmann, Telekommunikationsexperte und Sprecher der deutschen Geschäftsführung von Booz & Company.

Drastische Marktkonsolidierung unabwendbar
Der Kundenanforderung nach höherer Leistung zu sinkenden Festpreisen können deutsche und europäische Telekommunikationsanbieter nur durch eine konsequente Konsolidierung und Effizienzsteigerungen im Zugangsgeschäft begegnen. Langfristig werden sich auf dem deutschen Markt nur drei Telekommunikations-Riesen mit integrierter, flächendeckender, breitbandiger „Multi-Access“-Infrastruktur (Fest- und Mobilfunknetz) und jeweils mindestens 25% Marktanteil durchsetzen. „Durch die Synergien und Skaleneffekte können diese Unternehmen sämtliche Kundensegmente umfassend bedienen und dennoch ihre Fix-kosten deutlich verringern. Größenvorteile sind auch bei der Erschließung des wachsenden Geschäfts mit digitalen Diensten und Inhalten wie z.B. DigitalTV, Portale erfolgskritisch“, so Eikelmann weiter.

„Wer die Komplexität der Integration und Konsolidierung als erster bewältigt, sichert sich einen langfristigen Wettbewerbsvorteil.“

Highspeed-Zugänge entscheiden über Marktchancen
Laut Booz & Company-Studie verlagert sich der Wettbewerb zunehmend vom Zugangs- ins Dienstegeschäft und vom heutigen ADSL (2MB/Sek.) zu immer schnelleren Kabel-, VDSL- und Glasfaser-Zugängen. Um allerdings die immensen Investitionen in die Aufrüstung der entsprechenden Infrastrukturen zu refinanzieren, brauchen die Anbieter zweierlei:

1. kritische Masse im Endkundengeschäft
sowie
2. bessere Positionierung für die hochprofitable Vermarktung von attraktiven Inhalten und Services.

Nach der Einschätzung der Berater entscheidet sich das „Endgame“ der Breitbandinfrastruktur in den Städten zwischen schnellen Glasfaser- und Kabelnetzen. „Technische und wirtschaftliche Bedingungen erlauben es nur zwei bis drei Anbietern pro Straßenzug, eine Infrastruktur für mehr als 50MB/Sek. anzubieten. ‚First Mover’ sind auch hier klar im Vorteil“, erklärt Eikelmann. „Wer einmal Fuß gefasst hat, bleibt in seiner Region wahrscheinlich dominanter Anbieter und kann seine ‚Claims’ im Wettstreit um Breitband-Kunden langfristig abstecken.“