Zürich, 24.06.2013
Global ICT 50-Studie: Kampf um Marktanteile geht weiter

Globales Ranking der 50 grössten ICT-Unternehmen / IBM Spitzenreiter / Weiterhin hoher Verdrängungswettbewerb durch neue Marktteilnehmer

Die fortschreitende Digitalisierung verändert nicht nur das Verhalten der Endverbraucher, auch die Informations- und Kommunikationstechnologie- Branche (IKT, engl. ICT) befindet sich in einem signifikanten Wandel. Klare Rollenverteilungen sind schon längst verschwunden: Hardware-, Software-, Telekommunikationsunternehmen und IT-Service-Provider bewegen sich in einem konvergierenden Markt. Soft- und Hardwareunternehmen mit integrierten Lösungsangeboten gewinnen gegenüber IT-Service-Providern weiter an Boden. Gerade die europäischen Firmen – insbesondere mit einer regionalen Ausrichtung – geraten unter Druck. Das ist eines der zentralen Ergebnisse der heute veröffentlichten „Global ICT 50“-Studie. Für diese hat die internationale Strategieberatung Booz & Company bereits zum zweiten Mal die zentralen Trends, erfolgskritischen Fähigkeiten und die Performance der 50 weltweit grössten ICT-Unternehmen untersucht.

Top 10 Global-ICT-50-StudieDie Top Ränge belegt erneut das gleiche Trio, aber mit veränderter Reihenfolge: IBM arbeitet sich dank seines breiten Produkt¬portfolios und seiner globalen Präsenz innerhalb der Spitzengruppe zwei Plätze nach oben und führt nun die weltweite Rangliste an, gefolgt von den Softwareriesen Oracle und Microsoft. SAP belegt als bestplatziertes europäisches ICT-Unternehmen Rang 4 (Vorjahr: Rang 7). Mit Cisco, Apple und HP folgen hardwarezentrische Lösungs-Anbieter auf den Plätzen 5 bis 7. „Die Top 10 zeigen: Soft- und Hardware-Anbieter dominieren die ICT-Industrie. Software und Internetunternehmen wie SAP, Google aber auch Amazon (wenn auch noch nicht unter den Top 10) haben die grössten Sprünge nach vorne gemacht“, sagt Olaf Acker, Partner und Mitglied der globalen Digital Practice von Booz & Company. „Gerade regionale IT-Service-Provider können mit dem Markttrend nicht mithalten und mussten in diesem Jahr Plätze abgeben“, so Acker weiter. Durch ihren kontinuierlichen Ausbau an Service-Angeboten und Produkten ist Samsung und Google eine Positionierung unter den Top 10 gelungen. „Ein breites Portfolio geht nicht automatisch mit finanziellem Erfolg einher – Kohärenz siegt über Breite“, erläutert Dr. Germar Schröder, Koautor und Mitglied der Geschäftsleitung von Booz & Company. „Weitere entscheidende Faktoren sind eine globale Präsenz, Innovation und Branding. So gehören allein sechs der hier gelisteten Top 10 Unternehmen – nach einer weiteren Booz-Studie – zu den 10 forschungsintensivsten Konzernen weltweit, und 13 der insgesamt 50 untersuchten Unternehmen zählen in diesem Jahr zu den Top 100 Interbrand Best Global Brands 2012“, so Schröder.

Globale IT-Anbieter weiter unter Druck
Zwar verzeichnen die untersuchten Top-50 Firmen für 2012 noch immer leicht wachsende Umsätze (von 2,01 in 2011 auf 2,07 Billionen USD in 2012), allerdings kann dieses Wachstum nicht mit den Steigerungen der Vorjahre mithalten. Einige Marktteilnehmer stehen am Limit ihrer Wachstumsmöglichkeiten. Den grossen Softwareanbietern gelingt dabei als einziger Gruppe im fünften Jahr in Folge ein kontinuierliches starkes Umsatzwachstum. Einzig die untersuchten globalen IT-Service-Provider und die Telekommunikationsunternehmen stagnierten im letzten Jahr – konnten jedoch ihre EBIT-Margen im letzten Jahr stabilisieren. Lediglich die Hardware- und infrastrukturzentrischen Anbieter erzielten in den vergangen fünf Jahren kontinuierlich steigende Margen bei stabilem Wachstum. Grund dafür sind ihre individuellen, auf dem Hardware-Kern basierenden, integrierten Geschäftsmodelle, die um Service und Cloud-Elemente angereichert werden. „Die Studienergebnisse belegen die Stärke dieses Geschäftsmodells“, erklärt Acker.

Analyse der “Puretones”
In diesem Jahr haben die Berater von Booz & Company neben den vier Aspekten finanzielle Performance, Portfolio-Breite und Kohärenz, Wachstumspotential und Marktpräsenz noch ein weiteres Kriterium bei ihrer Untersuchung berücksichtigt. „Es existieren verschiedene Optionen, essentielle Fähigkeiten und ein individuelles Produkt und Service-Angebot am Markt zu kombinieren, die auch unterschiedlich gut funktionieren. So zum Beispiel der Innovator, wie Apple, der Lösungsanbieter, wie IBM, oder der „one-stop-shop“ Konsolidierer wie Cisco, die in den letzten 20 Jahren 120 Unternehmen aufgekauft haben“, so Schröder. „Die Analyse zeigt, dass im Markt drei Wege die besten finanziellen Ergebnisse in den letzten Jahren erbracht haben: Der Fokus auf Innovation, auf zukunftsweisende Digitalisierung von Unternehmen, gefolgt von der Gruppe der Unternehmen, die konsequent auf Preisvorteil durch Offshore Produktion gesetzt haben.”

Über die Methode der Studie:
Für die Global ICT 50-Studie hat Booz & Company die vier Teilbranchen des digitalen Anbieter-Marktes – Hardware, Software, Telekommunikation und IT-Services – zum zweiten Mal in einer gemeinsamen Studie untersucht. Die Studienergebnisse und das Global ICT 50-Ranking basieren dabei auf der Analyse von öffentlich verfügbaren Datenquellen, insbesondere zu Finanzparametern, Angebots- und Portfoliostruktur, Innovationsgrad und Vertriebsorientierung. Diese Kernbereiche wurden nach quantitativen und qualitativen Kriterien bewertet und ergeben einen konsolidierten Punktewert für das jeweilige Unternehmen, von dem sich auch das Branchen- und Top-10-Ranking ableitet.