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Digitalisierung schafft in der Schweiz bis 2015 einen Markt von 7 Mrd. Franken für Technologie-, Telekommunikations- und Internetdienste

Tiefgreifender Strukturwandel in allen Industrien durch digitale Technologie- und Internettrends / Aufbau digitaler Fähigkeiten nach innen und aussen zentrale Voraussetzung für Markterfolg / Dienstleistungen zur Unterstützung des digitalen Wandels in anderen Branchen machen 2015 schon 30 - 40% der jährlichen Unternehmensinvestitionen in den Bereichen IT und Telekommunikation aus

Aktuell durchläuft die Technologie-, Internet- und Telekommunikationsindustrie einen fundamentalen Wandel hin zu einer fast vollständigen Digitalisierung und Neudefinition bestehender Geschäftsmodelle und Wertschöpfungssysteme. Dies basiert auf überall verfügbarem Breitbandinternet, der hohen Innovation bei mobilen Endgeräten und kontinuierlich wachsenden Rechner- und Übertragungsgeschwindigkeiten. Die Komplexität dieser digitalen Transformation schafft eine enorme Nachfrage nach Kommunikationsdiensten sowie hoher Technologie- und Innovationskompetenz. Bereits 2015 werden daher 30 - 40% aller IT- und Kommunikationsinvestitionen der Unternehmen diesem Bereich zugesprochen. In der Schweiz entspricht dies einem Marktvolumen von rund 7 Mrd. Schweizer Franken.

Dieser Paradigmenwechsel erfasst nun alle Branchen. Er ermöglicht bisher nicht gekannte Innovations- und Effizienzsprünge durch die Einführung von neuen, digitalen Business-Ideen, die zielgenaue Bedienung von Kundenbedürfnissen oder die Digitalisierung analoger Geschäftsabläufe. Dazu zählen mobile Gesundheitsanwendungen ebenso wie der elektronische Handel oder die Digitalisierung von Entwicklungsprozessen. In der Konsequenz müssen Unternehmen in den kommenden Jahren signifikante Investitionen in digitale Fähigkeiten und Technologien tätigen, um ihre Attraktivität gegenüber Kunden zu sichern und im Wettbewerb weiter zu bestehen.

Der Trend zur Digitalisierung ruft allerdings zunehmend branchenfremde Wettbewerber auf den Plan. Diese digitale Avantgarde agiert global, schnell und mit geringer eigener Infrastruktur via Internet. Um bei der Erschliessung des weitgehend unbekannten Terrains und der damit verbundenen zusätzlichen Umsatzpotenziale weiter eine entscheidende Rolle zu spielen, müssen gerade Technologie-, Internet- und Telco-Dienstleister neue Fähigkeiten aufbauen und sich so aufstellen, dass sie in der Lage sind, Unternehmen auf ihrem Weg zur Digitalisierung zu begleiten. Dazu gehören vor allem ein profundes Technologie-Know-how, Beratungskompetenz, ein Verständnis der digitalen Anforderungen in den jeweiligen Branchen und tiefe Einblicke in sich verändernde Kundenbedürfnisse. Mit diesen können sie Geschäftskunden bei der Konzeption und der Umsetzung der notwendigen Angebote, Prozesse, Tools und Systeme unterstützen.

Das sind die wesentlichen Ergebnisse der aktuellen Analyse „The Next Wave of Digitization“ der internationalen Strategieberatung Booz & Company.

Telekommunikationsunternehmen als Aufbauhelfer für digitale Prozesse
Der Telekommunikationsindustrie kommt hierbei eine Schlüsselrolle zu. Zum einen stellt und optimiert sie die notwendige Infrastruktur für die Überführung der analogen Prozesse ins digitale Zeitalter. Zum anderen befindet sie sich in einer hervorragenden Ausgangssituation, um andere Branchen wie die Finanz-, Energie-, Automobil-, Gesundheits- oder Logistikindustrie in die Lage zu versetzen, Geschäftsmodelle und -prozesse an die neuen Rahmenbedingungen anzupassen und vorhandene Effizienz- und Innovationslücken zu schliessen. „Auf mittlere Sicht bleibt zwar die Bereitstellung von Kommunikationsinfrastruktur das zentrale Geschäft auch der Schweizer Telekommunikationsunternehmen. Als zentraler Wachstumspfeiler wird jedoch die Unterstützung von Unternehmen auf dem Wege zur Digitalisierung an Bedeutung zunehmen“, erläutert Alex Koster, Mitglied der Geschäftsleitung und Technologieexperte bei Booz & Company. „Dies erfordert den Aufbau relevanter Fähigkeiten als digitaler Enabler.“

Nach der Booz & Company-Analyse werden Telcos, die diese Geschäftsfelder konsequent erschliessen, bis 2015 europaweit mit Angeboten für Innovations- und Effizienzdienstleistungen in den genannten Branchen bereits ein Umsatzvolumen von bis zu 12 Mrd. Euro generieren und sich so gegenüber dem Wettbewerb relevante Marktvorteile sichern. Im Kontext eines zunehmend schrumpfenden Kerngeschäfts ist dieses margenstarke Umsatzpotenzial umso wichtiger. Ein derartiger Strategieschwenk erfordert allerdings erhebliche Investitionen. „Der Schweiz kommt aufgrund der starken Technologiekompetenz und der Präsenz treibender globaler Technologieunternehmen eine tragende Rolle zu, auch im internationalen Umfeld“, so Koster. „Mit fortgesetztem Ausbau ihrer Kommunikationsinfrastruktur kann die Schweiz eine Vorreiterrolle in der Digitalisierung einnehmen.“

Gratwanderung zwischen Innovation und Kerngeschäft
Das gesamte Ausmass der strukturellen Marktveränderung verdeutlicht die aktuelle Übernahme von Motorola Mobility durch Google. Mit diesem Schachzug stärkt der IT- und Internetkonzern sein Betriebssystem Android. Dieses soll mittelfristig nicht nur Mobiltelefone steuern und mobile Werbung liefern, sondern auch substantielle Umsätze in der digitalisierten Welt - beispielsweise mit der Abwicklung von elektronischen Prozessen im intelligenten Haus oder von Telematik-Dienstleistungen - liefern.

Auch der E-Commerce-Pionier Amazon hat jüngst verkündet, künftig noch konsequenter in den Wandel vom Physischen zum Digitalen zu investieren. In den kommenden Jahren entscheidet sich, welche Technologie-, Internet- und Telekommunikationsanbieter die Fähigkeiten entwickeln können, um von dieser grundlegenden Entwicklung zu profitieren und neue Umsatzpotenziale als digitale Enabler zu erschliessen. „Schon heute ist klar: Die reine Konzentration auf das Infrastrukturgeschäft ist für Telekommunikationsunternehmen keine zukunftsfähige Option“, so Alex Koster.

Die komplette Studie steht hier zum Download bereit.