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Jeder zweite Manager zweifelt an Strategie des eigenen Unternehmens

Nur 13% der Unternehmen folgen einer stimmigen strategischen Ausrichtung / 64% der Manager leiden unter widersprüchlichen Prioritäten / Geschäftsleitungen nutzen Kernfähigkeiten nicht und verschenken wichtige Erfolgschancen

Auf der Suche nach neuen Wachstumsfeldern übersehen viele Manager, dass die Hindernisse im eigenen Unternehmen liegen. Dies hat eine aktuelle Studie der internationalen Strategieberatung Booz & Company mit weltweit über 1‘800 Befragten ergeben. “Über alle Branchen hinweg zeigt sich, dass 43% der Unternehmen keine differenzierende Strategie haben, die konsequent umgesetzt wird. 50% der Entscheider sind zudem der Meinung, dass die Strategie nicht überzeugend kommuniziert wird. Jeder Vierte verbringt nach eigenen Aussagen zu viel Zeit damit, Projektanträge zu prüfen, die nicht zur Gesamtzielsetzung passen”, fasst Carlos Ammann, Geschäftsführer von Booz & Company in der Schweiz, die überraschenden Erkenntnisse der Studie zusammen.

Bei neuen Wachstumsinitiativen steckt das Management in weniger als 50% der Fälle im Vorfeld einen strategischen Rahmen ab. Vielmehr werden verschiedene Optionen gleichzeitig verfolgt, um das Risiko zu streuen, oder man entscheidet sich für einen attraktiven Markt und befasst sich erst dann mit der Vorgehensweise. Acht von zehn Managern haben die Erfahrung gemacht, dass die vermeintliche Wachstumsinitiative im Endeffekt zu Verlusten geführt hat.

Die grössten Herausforderungen sehen die befragten Führungskräfte in

  • der Abstimmung von täglichen Entscheidungen bzw. Ressourcen-einsätzen auf die Gesamtstrategie (jeweils 56%),
  • der zügigen Umsetzung strategischer Entscheidungen (54%) und
  • der Festlegung einer klaren und differenzierenden Strategie (50%).

Schwer zu schaffen macht den Managern die Konfrontation mit zu vielen widersprüchlichen Prioritäten (von 64% genannt). Besonders auffällig ist dies nach Meinung von 82% der Befragten in den zentralen Bereichen, die unterschiedliche - teilweise widersprüchliche - Anweisungen aus den Geschäftseinheiten bekommen.

Erfolgsgeheimnis Fokussierung
Die Studie zeigt eindeutig einen Zusammenhang zwischen der Anzahl der Prioritäten und wirtschaftlichem Erfolg. 44% der Teilnehmer aus Unternehmen mit einer bis drei definierten strategischen Prioritäten gaben an, profitabler zu sein als der Marktdurchschnitt. Diese Zahl sinkt mit der steigenden Anzahl Prioritäten. Am tiefsten ist sie allerdings mit 27% bei Managern aus Unternehmen, die keine Prioritäten definiert haben. Der Mangel an einer Fokussierung auf einige wenige klar definierte Prioritäten schlägt sich auch in der Nutzung der differenzierenden Fähigkeiten des Unternehmens nieder: Nur ein Drittel der Befragten (33%) gaben an, dass die Kernfähigkeiten die Strategie tatsächlich unterstützen.

Booz & Company bezeichnet es als kohärent, wenn Unternehmen ihre Fähigkeiten und ihre Marktposition strategisch eng aufeinander abstimmen. “Wachstum entsteht aufgrund einer differenzierenden Strategie und ihrer konsequenten Umsetzung, nicht aufgrund einzelner Initiativen. Nach unseren Untersuchungen sind kohärente Unternehmen, die eine auf ihre Fähigkeiten abgestimmte Strategie verfolgen, erfolgreicher als ihre Konkurrenten. Insgesamt konnten wir aber nur bei 13% der von uns untersuchten Unternehmen feststellen, dass sie kohärent sind”, erklärt Ammann.