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Marketingstrategen von Allianz, Henkel und Sainsbury als „CMO of the Year“ ausgezeichnet

Internationale Jury kürt die besten Chief Marketing Officers (CMOs) Europas / Fünfte Verleihung des „CMO of the Year“-Award findet erstmalig in München statt / Innovatives Marketing als Schlüssel zum Erfolg bekannter Traditionsmarken

Die Auszeichnung „CMO of the Year 2010“ geht an Gwyn Burr, Customer Director bei J Sainsbury plc, Tina Müller, Corporate Senior Vice President für das weltweite Haarkosmetik-, Gesichts- und Mundpflege-Geschäft der Henkel KGaA sowie mit Joseph K. Gross und Michael Maskus an den aktuellen und ehemaligen Leiter Group Market Management bei der Allianz SE. Die hochkarätig besetzte, internationale Jury wählte die Marketing-Leader der drei Traditionsunternehmen unter dreissig Nominierten aus. Die Preisträger erhielten gestern Abend in München die wichtigste Auszeichnung für europäische Marketingverantwortliche auf einer Gala im Rahmen des „Innovationstages 2010“ der Serviceplan-Gruppe.

Die internationale Strategieberatung Booz & Company würdigt mit der fünften Verleihung des begehrten Preises herausragende Marketingleistungen, die entscheidenden Anteil am Unternehmenserfolg haben. Der CMO-Award trägt der wachsenden Bedeutung eines strategisch ausgerichteten Marketings sowie einer innovativen Marketingkommunikation Rechnung. „Die Wahl der diesjährigen Preisträger verdeutlicht: Heute kommt kein Unternehmen ohne innovative Marketingstrategien aus. Auch etablierte Traditionsmarken wie Allianz, Henkel und Sainsbury können nur erfolgreich bestehen, wenn sie ihr Marketing¬management immer wieder neu auf die speziellen Bedürfnisse ihrer Kunden und Märkte ausrichten“, kommentiert Gregor Harter, Jury-Mitglied und Partner bei Booz & Company.

Die Britin Gwyn Burr verhalf dem britischen Lebensmittelkonzern Sainsbury durch Systematik und Konsequenz im Marketing zu einem erfolgreichen Comeback. Die Deutsche Tina Müller zeigte, dass sich mit einem strategischen Mix aus Marketing- und Produktinnovationen gerade bei einem Mehrmarkenunternehmen wie Henkel deutliche Absatzsteigerungen erzielen lassen. Die Marketingspitze der Allianz - Michael Maskus und Joseph Gross - entwickelte das traditionelle deutsche Versicherungsunternehmen durch ein zentrales Markenmanagement und gezielte Kundenorientierung zu einer veritablen globalen Marke im Finanzdienstleistungssektor. „Strategische Marketing¬-Innovationen, die weder vor neuen Strukturen noch vor fokussierten Investitionen zurückschrecken, sind essenziell für den Erfolg der drei Unternehmen“, so Michael Peterson, Partner bei Booz & Company.

Die Mitglieder der Jury stammen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Medien:

  • Christian Baulig, Ressortleiter Agenda der Gruner + Jahr Wirtschaftsmedien
  • Hugh Burkitt, CEO der Marketing Society
  • Gerhard Berssenbrügge, Vorstandsvorsitzender der Nestlé Deutschland
  • Harald Eisenächer, Segmentsvorstand Personal und Social Networking, Products & Innovation der Deutschen Telekom
  • Mikhail Gerchuk, Vice President und Chief Commercial Officer der MTS OJSC
  • Markus Gotta, Bereichsgeschäftsführer, Deutscher Fachverlag
  • Florian Haller, geschäftsführender Gesellschafter der Agenturgruppe Serviceplan
  • Gregor Harter, Partner bei Booz & Company
  • Amanda Jobbins, VP Technology & Corporate Marketing, European Markets, Cisco Systems
  • Ewald Manz, Senior Client Partner von Korn/Ferry International
  • Prof. Laurent Maruani, Professor an der HEC Graduate School of Management.

In einem dreistufigen Verfahren bestimmte die Jury die Preisträger. Basierend auf einer Longlist mit dreissig Nominierten wurde eine Shortlist mit zehn Nominierten erstellt. Aus dieser wurden die drei Gewinner gekürt. Die Auswahl der Kandidaten erfolgte entlang der von Booz & Company entwickelten Marketing-Excellence-Kriterien. Diese bewerten die Nutzung der vier Dimensionen Strategie und Organisation, Marken- und Marketing¬kommunikation, Produkt- und Preisgestaltung sowie Kundenbeziehungen.

Gwyn Burr kam 2005 zu Sainsbury, als der britische Lebensmittelhändler in ernsthaften Schwierigkeiten steckte. Das Familienunternehmen war jahrzehntelang unangefochtener Marktführer im britischen Lebensmittel-Einzelhandel, rutschte aber in den Neunzigern ins Mittelfeld ab. Mit einem Team aus 350 Mitarbeitern und einem Budget von jährlich über 250 Mio. £ verlor sich Burr nicht in Details, sondern betrieb von Anfang an die Wiederbelebung der Marke im grossen Stil. Ihr Slogan „Try something new today“ richtete sich gleichermassen an Kunden und Mitarbeiter. Mit konsequenten Change-Management-Programmen, flankiert durch intensive Trainings und konsistente interne Kommunikation, verankerte die Marketing-Managerin die relevanten Brand Values sowohl im Management als auch bei den Verkäufern. Mit gezielten Massnahmen zum Ausbau der Kundenloyalität und der Verbraucherforschung rückte sie zudem den Kunden in den Mittelpunkt aller Aktivitäten. So lancierte Burr 2008 - also zu Beginn der globalen Wirtschaftskrise – gleich drei grosse Kampagnen: „Switch & Save“, „Cook & Save“ und „Shop & Save“ – letztere integraler Bestandteil der durch Preise ausgezeichneten „Feed your familiy for a fiver“-Kampagne. Während der Wettbewerb auf die Kostenbremse trat, setzte Sainsbury mit antizyklischen Marketinginvestitionen Akzente durch verständliche Kommunikation und maximale Kundenorientierung. So erleichterte die Supermarktkette in Zeiten knapper Kassen die kostengünstige Zubereitung gesunder Mahlzeiten und blieb damit dem Markenmotto „Great food at fair prices“ treu. Heute ist Sainsbury wieder britischer Marktführer im Food-Segment und rundete das sympathische Markenprofil durch das weltweit grösste Angebot an Fair-Trade-Produkten ab. Unter Burrs Ägide erweiterte der Konzern zudem die Verkaufsflächen kontinuierlich und etablierte Sainsbury als führenden Online-Anbieter. Ihre Strategie ging voll auf: In den letzten 13 Wochen des Jahres 2009 stiegen die Verkaufszahlen der Supermarktkette um 6,2%.
Ein sensationelles Marken-Comeback, für das die Jury Gwyn Burr als „CMO of the Year“ auszeichnet .

Der aktuelle Head of Group Market Management Joseph K. Gross und sein mittlerweile in den Ruhestand gewechselter Vorgänger Michael Maskus verhalfen als schlagkräftiges Team der Allianz Group vom Image des klassischen deutschen Versicherungsunternehmens zum Ansehen einer globalen Finanzdienstleistungsmarke. Als vertrauensvoller Partner und starke Marke sollte die Allianz in diesem abstrakten und immateriellen Markt potenzielle Versicherungsnehmer überzeugen. Hierzu wurden weltweit ein konsistentes Brand Management eingeführt, die Markenpositionierung und das Kampagnenmanagement neu definiert und global umgesetzt. Dank der konsequenten Einmarken-Strategie migrierte das umfassende Markenportfolio der Gruppe innerhalb der letzten zehn Jahre erfolgreich in eine klare Allianz-Markenarchitektur. 2010 wurden über 80% des Gesamtumsatzes der Gruppe unter der Allianz-Marke generiert: In vielen Märkten rangiert die Marke Allianz nun an erster Stelle. Damit einhergehend hat die Allianz Gruppe ihr Geschäftsmodell den veränderten Kunden- und Marktgegebenheiten angepasst, um sicherzustellen, dass stets der Kunde der Fokus ist. Das neue Geschäftsmodell bricht die traditionelle Wertschöpfungskette des Versicherers auf. In den Mittelpunkt rückte das Marktmanagement: Es führt alle relevanten Dimensionen zu Kunden, Produkten/Services, Vertrieb und Wettbewerbern an zentraler Stelle zusammen und liefert so eine solide Basis für strategische Weichenstellungen, Produktentwicklungen, Kampagnenmanagement und Kundenservice. Die Weiterempfehlungsbereitschaft der Kunden wird zum wichtigen Erfolgsfaktor. Die konsequente Orientierung am Kunden verbunden mit einem starken weltweiten Brand Management stellt sicher, dass die Allianz als eine führende globale Marke der Finanzdienstleistung bestehen bleibt. Die Gestaltung dieser Transformation wurde massgeblich durch die Teamleistung von Joseph K. Gross und seinem Vorgänger Michael Maskus möglich – die Jury würdigt dies mit der Auszeichnung „CMO of the Year“ .

Tina Müller, Corporate Senior Vice President, blickt bei Henkel auf eine sehr erfolgreiche Karriere von mehr als 14 Jahren zurück. Nachdem sie innerhalb von zwei Jahren im italienischen Markt als Marketing-Direktorin einen erfolgreichen Marken-Turnaround schaffte, kehrte sie 2004 ins Headquarter zurück. In ihrer Verantwortung für das weltweite Haar-, Gesichts,- und Mundpflegegeschäft für Endverbraucher machte Tina Müller Marketing zur strategischen Management-Aufgabe: Fragen der Markenkampagnen und Innovation sind seitdem auf oberster Ebene verankert. Die Präsenz von Schwarzkopf als Dachmarke wurde in den Medien forciert, das Werbebudget wesentlich erhöht. Höhepunkte waren die ausserordentlich wirkungsvolle internationale Kampagne zum 111-jährigen Bestehen von Schwarzkopf sowie die internationale Einführung der Haarkosmetikmarke Syoss, die professionelle Markenqualität zu einem attraktiven Preis bietet. Syoss war laut IRI 2009 der erfolgreichste Launch im europäischen Kosmetikmarkt, in Deutschland der erfolgreichste Launch im gesamten FMCG-Markt und in den Kategorien Haarpflege, Haarstyling und Colorationen der vergangenen zehn Jahre. Schwarzkopf wurde 2009 mit dem deutschen Marketingpreis ausgezeichnet, und Syoss erhielt im März 2010 den vom Deutschen Marketing-Verband verliehenen Marken-Award in der Kategorie „Beste neue Marke“. Schwarzkopf gehört mit 1,7 Mrd. Euro Umsatz inzwischen zu den Top Haarkosmetik-Marken weltweit. Das Haarkosmetikgeschäft von Henkel ist das am schnellsten wachsende Europas in allen relevanten Kategorien. Seit nunmehr fünf Jahren konnten die Marktanteile europaweit signifikant ausgebaut werden. Entscheidende Erfolgsfaktoren sind die Innovationspolitik sowie die erfolgreiche und moderne Gestaltung des Marketing-Mix hinsichtlich Produktqualität und Design und der emotionale Aufbau von Markenwelten. Zusammen mit ihrem internationalen Team entwarf Tina Müller einen Marketing-orientierten Innovationsprozess mit klarer Aufgabenstruktur. Der Schnelllebigkeit der Kosmetikbranche begegnete sie mit einer kundennahen Verbraucherforschung: Über weltweit aktive Trendscouts und spezielle Programme gelang es ihr, Einblicke in die Einkaufs- und Beauty-Gewohnheiten potenzieller Kunden zu erlangen. Um eine neue Innovationskultur zu etablieren, bringen sich heute alle Kosmetik-Mitarbeiter über eine „Innovation Lounge“ in die Produktinnovation ein. In nur vier Jahren wurden so über 6000 Ideen gesammelt, die wesentlich dazu beitrugen, dass heute 40% des Kosmetik-Umsatzes auf Produkte entfallen, die in den letzten drei Jahren auf den Markt gebracht wurden.
Eine herausragende Marketingleistung steht hinter diesem Erfolg, welche die Jury mit dem Titel „CMO of the Year“ honoriert .