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Trotz massiver Einsparungen: Automobilunternehmen gehören weiterhin zur globalen Innovationselite

60% der Automobilunternehmen haben F&E-Ausgaben in Weltwirtschaftskrise gekürzt / Dennoch verteidigt dieser Industriezweig Platz drei im internationalen Branchenvergleich / Toyota bleibt Top-Innovator / Volkswagen als einziges deutsches Unternehmen in globaler Top 20

Das Gros der Automobilunternehmen spart im Bereich Forschung und Entwicklung (F&E). Nach der aktuellen "Global Innovation 1.000"-Studie der internationalen Strategieberatung Booz & Company kürzten im vergangenen Jahr 60% der Automobilunternehmen ihre F&E-Investitionen. Unter den globalen Top 10 sind es sogar 90%. Dennoch belegt die Autoindustrie, die mit 86 Mrd. US$ immerhin 16% der weltweiten F&E-Investitionen von 532 Mrd. US$ ausmacht, im internationalen Branchenvergleich Platz drei. Davor liegen die Branchen Elektronik/Computer (Rang eins) sowie Gesundheit/Pharma (Rang zwei). Die "Global Innovation 1.000"-Studie analysiert die F&E-Budgets und -Strategien der 1.000 Unternehmen mit den weltweit höchsten Ausgaben in diesem Segment.

Wettbewerb um Elektroautos zwingt zu höheren F&E-Investitionen
Die rezessionsbedingten Gewinneinbrüche in der Automobilindustrie bewirkten im Vorjahr Kürzungen in den Innovationsetats. Zwar erhöhte die Autobranche ihre F&E-Ausgaben im Jahr 2008 insgesamt. Allerdings wird deutlich, dass die minimale Steigerungsrate von 0,6% auf das Konto von nur 40% der Automobilunternehmen weltweit geht. Dabei zeigen aktuelle Branchenbeispiele, welche existenzbedrohenden Konsequenzen Fehlentscheidungen beim Innovationsmanagement haben können. „Automobilhersteller, die in den letzten Jahren an Kundenbedürfnissen wie verbrauchsarmen Fahrzeugen und alternativen Antriebsformen vorbei entwickelt haben, stehen heute mit dem Rücken zur Wand“, so Ronald Haddock, Automotive-Experte und Partner bei Booz & Company in Zürich. „Trotz einbrechender Umsätze müssen die Konzerne nun immense F&E-Investitionen schultern. Sie riskieren sonst, im Technologiewettbewerb um die effizientesten Hybrid- und Elektroantriebe den Anschluss zu verlieren.“

Volkswagen ist innovativstes deutsches Automobilunternehmen
Selbst Branchenprimus Toyota, gleichzeitig Spitzenreiter der „Global Innovation 1000“, erlitt zum ersten Mal seit Firmengründung Verluste und reduzierte seine F&E-Ausgaben um 5,7% auf 8,9 Mrd. US$. Drei weitere Automobilhersteller schafften es unter die globalen Top 20.
Ford kürzte sein Innovationsbudget um 2,7% und verschlechterte sich um zwei Plätze auf Rang 8 (7,3 Mrd. US$).
Honda behält Rang 16 (5,6 Mrd. US$) und sparte 4,2% bei Forschung und Entwicklung ein.
Als bester deutscher Autobauer platzierte sich Volkswagen auf Rang 17. Dem Traditionsunternehmen aus Wolfsburg waren Forschung & Entwicklung 5,4 Mrd. US$ wert. Dieses entspricht einem Anstieg der entsprechenden Investitionen um 6,7%.

Unternehmen setzen industrieübergreifend weiter auf Innovationen
Damit bestätigt das Beispiel Volkswagen die eher überraschende Kernaussage der Studie: Trotz der in 2008 einsetzenden Weltwirtschaftskrise bauen die grossen Konzerne bis auf wenige Ausnahmen ihren „R&D“-Bereich aus. Obwohl 65% der weltweiten Top-1.000-Innovatoren in der schwersten Rezession seit 1929 deutliche Umsatzrückgänge verbuchen und 32% sogar Verluste schreiben, erhöhten mehr als zwei Drittel ihre F&E-Ausgaben im vergangenen Jahr. 90% der von Booz & Company befragten Manager bewerten Innovation als wesentlichen Erfolgsfaktor für den erhofften Aufschwung. Haddock liefert dafür folgende Erklärung: „Im globalen Wettbewerb nimmt die Bedeutung von Innovationen zur Erhaltung der künftigen Wettbewerbsfähigkeit zu. Konsequenterweise wird daher in der Krise nicht zuerst der Rotstift bei F&E angesetzt. Ausserdem sind Produktentwicklung und Innovationszyklen in vielen Branchen wie etwa der Autoindustrie auf mehrere Jahre angelegt, so dass sie konjunkturelle ‚Dürreperioden’ überdauern.“

Die vollständige Studie finden Sie hier >

Weitere Informationen:

Design der Studie "Global Innovation 1000" von Booz & Company:
Für die Studie identifizierte Booz & Company die Top 1.000 der globalen Unternehmen, die ihre F&E-Ausgaben veröffentlichen. In einem zweiten Schritt wurden für die Studie die wichtigsten Finanz-, Umsatz-, Ertrags-, Kosten- und Profitabilitätskennzahlen der vergangenen sechs Jahre analysiert und in Zusammenhang mit den historischen Ausgaben für F&E gebracht. Die Zuordnung der Unternehmen zu Regionen folgt der Angabe des Unternehmenssitzes. Die F&E-Ausgaben, die Siemens etwa in den USA tätigt, fliessen somit in die Region Europa ein.

Erstmals führte Booz & Company in diesem Jahr eine internetbasierte Umfrage unter 300 Top-Managern und F&E-Experten in 250 Unternehmen durch, um den Einfluss der Rezession auf F&E-Ausgaben und Strategien besser einschätzen zu können.


Presse- und Medienkontakt

Jan Liepold
LoeschHundLiepold Kommunikation GmbH
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