Zürich, 27.10.2009
Gesundheits- und Pharmaunternehmen zählen erneut zu internationalen Top-Innovatoren

Gesundheits- und Pharmaindustrie investiert 120 Mrd. US$ in Forschung & Entwicklung / Anteil der Gesundheitsbranche an weltweiten F&E- Investitionen liegt bei nahezu einem Viertel / Roche und Novartis unter den globalen Top 10

Der Gesundheitssektor setzt weiterhin auf Forschung und Entwicklung (F&E). Im internationalen Branchenvergleich besteht die höchste Innovationsintensität, also das Verhältnis des Innovationsetats zum Umsatz, mit 12% in der Gesundheits- und Pharmaindustrie. Nach der aktuellen "Global Innovation 1.000"-Studie der internationalen Strategieberatung Booz & Company liegt ihr Anteil an den globalen F&E-Investitionen von 532 Mrd. US$ bei nahezu einem Viertel (23%). Mit einem Volumen von 120 Mrd. US$ belegt diese damit hinter Elektronik/Computer (149 Mrd. US$) Rang zwei im internationalen Innovationsranking, noch vor der Automobilbranche (86 Mrd. US$). Die "Global Innovation"-Studie analysiert die F&E-Budgets und -Strategien der 1.000 Unternehmen mit den weltweit höchsten Ausgaben in diesem Segment.

Unternehmen setzen industrieübergreifend weiter auf Innovationen
Damit bestätigt das Beispiel der Gesundheits- und Pharmaindustrie die eher überraschende Kernaussage der Studie: Trotz der in 2008 einsetzenden Weltwirtschaftskrise stärken die Unternehmen bis auf wenige Ausnahmen ihr Engagement im Bereich „Forschung und Entwicklung“. Obwohl 65% der weltweiten Top-1.000-Innovatoren in der schwersten Rezession seit 1929 deutliche Umsatzrückgänge verbuchen und 32% sogar Verluste schreiben, erhöhten mehr als zwei Drittel ihre F&E-Ausgaben im vergangenen Jahr. 90% der befragten Manager bewerten Innovation als wesentlichen Erfolgsfaktor für den erhofften Aufschwung. Carlos Ammann, Pharmaexperte und Vorsitzender der Geschäftsführung bei Booz & Company in Zürich, liefert dafür folgende Erklärung: „Im globalen Wettbewerb nimmt die Bedeutung von Innovationen zur Erhaltung der künftigen Wettbewerbsfähigkeit zu. Konsequenterweise wird daher in der Krise nicht zuerst der Rotstift bei F&E angesetzt. Ausserdem sind Produktentwicklung und Innovationszyklen in vielen Branchen und besonders bei Pharma auf mehrere Jahre angelegt, so dass sie konjunkturelle ‚Dürreperioden’ überdauern.“

Erhöhtes Risikobewusstsein bei Forschungsinvestitionen
Die Booz & Company-Studie zeigt allerdings auch: Jeder zweite Entscheidungsträger definiert seine Auswahlkriterien für die Bewilligung von F&E-Projekten bedeutend strikter. Vier von zehn legen ein erhöhtes Risikobewusstsein in Bezug auf Forschungsinvestitionen an den Tag und sind früher bereit, Projekte mit unzureichender Performance einzustellen. Sieben von zehn Unternehmen orientieren sich mit ihren F&E-Ausgaben stärker an veränderten preissensitiveren Kundenbedürfnissen.

Zwei Schweizer Pharmakonzerne in Top 10 des globalen Rankings
Dass Forschung und Entwicklung in der Branche gross geschrieben wird, verdeutlicht besonders das Ranking der „Global Innovation 1000“. Insgesamt fünf Pharma-Konzerne schafften es diesmal unter die globalen Top 10, darunter gleich zwei Konzerne aus der Schweiz.
Die Roche Holding AG ist mit F&E-Ausgaben von 8.845 Mrd. CHF neu auf Rang 3 (Vorjahr Rang 8) zu finden, Novartis macht mit 7.217 Mrd. CHF gegenüber dem Vorjahr zwei Plätze gut und schafft damit den Sprung auf Rang 9. Betrachtet man das Ranking allein für die Pharmabranche, liegt Roche sogar auf Rang 1 und Novartis auf Rang 4 im internationalen Vergleich. Darüber hinaus gehören Pfizer (7,94 Mrd. US$), Johnson & Johnson (7,57 Mrd. US$) und Sanofi-Aventis (6,69 Mrd. US$) zur internationalen Innovationselite.

Carlos Ammann konstatiert: „Traditionell sind F&E-Budgets im Bereich Pharma grösser als in anderen Branchen. Die Anfangsinvestitionen in Moleküle sind beträchtlich. Zudem relevant: eine höhere Fehlerquote bzw. ein höheres Risiko für die Pharma-Konzerne. Von 500 Produkten gelangt nur eines zur finalen Marktreife!“

Die vollständige Studie finden Sie hier >

Weitere Informationen:

Design der Studie "Global Innovation 1000" von Booz & Company:
Für die Studie identifizierte Booz & Company die Top 1.000 der globalen Unternehmen, die ihre F&E-Ausgaben veröffentlichen. In einem zweiten Schritt wurden für die Studie die wichtigsten Finanz-, Umsatz-, Ertrags-, Kosten- und Profitabilitätskennzahlen der vergangenen sechs Jahre analysiert und in Zusammenhang mit den historischen Ausgaben für F&E gebracht. Die Zuordnung der Unternehmen zu Regionen folgt der Angabe des Unternehmenssitzes. Die F&E-Ausgaben, die Siemens etwa in den USA tätigt, fliessen somit in die Region Europa ein.

Erstmals führte Booz & Company in diesem Jahr eine internetbasierte Umfrage unter 300 Top-Managern und F&E-Experten in 250 Unternehmen durch, um den Einfluss der Rezession auf F&E-Ausgaben und Strategien besser einschätzen zu können.


Presse- und Medienkontakt

Jan Liepold
LoeschHundLiepold Kommunikation GmbH
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