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Booz & Company-Untersuchung: Trends und Wachstums-strategien in einem stagnierenden Telekommunikationsmarkt

Auswirkungen der globalen Wirtschaftskrise erfordern strategische Neuausrichtung / Aufschwung deutet sich auch für die Telekommunikationsindustrie an / Wachstum primär jenseits traditioneller Geschäftsfelder / Konsolidierung schreitet fort: bereits 75% der Mobilfunknetzbetreiber gehören zu internationalen Konzernen

Auswirkungen der globalen Wirtschaftskrise erfordern strategische Neuausrichtung / Aufschwung deutet sich auch für die Telekommunikationsindustrie an / Wachstum primär jenseits traditioneller Geschäftsfelder / Konsolidierung schreitet fort: bereits 75% der Mobilfunknetzbetreiber gehören zu internationalen Konzernen

Die internationale Strategieberatung Booz & Company prognostiziert in einer aktuellen Untersuchung bis 2012 Wachstum für den Telekommunikationsmarkt, vor allem im Geschäftsfeld Unterhaltungs- und Service-Angebote im Internet wie beispielsweise soziale Netzwerke, mobile Anwendungen und Online-TV. Dieser Bereich wird nach der Untersuchung in 2012 bereits 15-20% des Gesamtumsatzes auf sich vereinen. In diesem Marktumfeld wird die Entwicklung neuer Fähigkeiten für alle Anbieter zwingend. Der Markt für reine Sprach- und Zugangsdienste über Mobilfunk und Festnetz wird hingegen zurückgehen. Gleichzeitig lassen sich substanzielle Investitionen beispielsweise in Glasfaserinfrastruktur und in den Wechsel auf den neuen Mobilfunkstandard Long-Term-Evolution (LTE) nicht weiter aufschieben. Der Aufbau einer flächendeckenden Infrastruktur erfordert allein von den europäischen Carriern Investitionen von insgesamt 15 Mrd. Euro bis 2013. Diese strategische Ausgangslage erhöht den Konsolidierungsdruck im Markt der Infrastrukturanbieter weiter. Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass die Konsolidierung im europäischen Markt bereits weit fortgeschritten ist. Heute gehören bereits 75% der Mobilfunknetzbetreiber zu international aufgestellten Telekommunikationskonzernen.

Vier Trends im Spannungsfeld des Marktes und der Politik
Auf Basis ausführlicher Interviews mit globalen Entscheidungsträgern der Industrie hat Booz & Company vier zentrale Spannungsfelder untersucht, die den strategischen Rahmen für die immer stärker zusammenwachsenden Festnetz-, Mobilfunk- und Medienmärkte aufspannen. „Wer nach dem Ende der Rezession in der Telekommunikationsindustrie bestehen und gegen den Trend wachsen will, muss die Dynamik dieser Spannungsfelder im Auge behalten und bewusst in neue Geschäftsfelder investieren. Das Kerngeschäft von heute ist dabei sicher nicht immer das Wachstumsfeld von morgen“, sagt Dr. Roman Friedrich, Partner und Telekommunikationsexperte bei Booz & Company.

1. Anbieter von Basisdiensten werden austauschbar – Differenzierung findet über Dienste statt
Aufgrund der flächendeckenden Erschliessung des Marktes und der Tatsache, dass Telekommunikationsdienste immer mehr zum Alltag gehören, können sich die Anbieter mit ihren Produkten immer schwerer vom Wettbewerb absetzen. Grösse ist bislang alleiniges Differenzierungskriterium. „Marktteilnehmer müssen daher versuchen, über innovative Strategien und Technologien ihre Marktposition zu stärken“, erläutert Alex Koster, Mitglied der Geschäftsleitung bei Booz & Company. Um die eigene Leistungsfähigkeit zu erhöhen, empfiehlt sich die Kooperation mit neuen – aber dafür innovativen – Partnern. Apple macht gerade mit dem Erfolg des iPhone und 500 Mio. Downloads im AppStore pro Quartal deutlich, welches wirtschaftliche Potenzial jenseits der klassischen Kommunikationsdienste erschlossen werden kann. „Internationale Wettbewerber wie Vodafone versuchen nun vermehrt, über ihre globale Marktposition an diesen Geschäftsfeldern zu partizipieren. Für national ausgerichtete Telekommunikationsanbieter stellt sich die Frage, ob sie über Kooperationen an diesen Modellen partizipieren oder sich aufgrund der Nähe zu lokalen Inhalten differenzieren werden“, so Koster weiter.

2. Kostenoptimierung ist zwingend – darf aber strategische Investitionen nicht verhindern
Um Umsatzrückgängen vorzubeugen und das EBITDA-Ergebnis zu optimieren, setzen die Marktteilnehmer aktuell vor allem auf kurzfristige Kostenoptimierung. Aber für eine starke und wachstumsorientierte Positionierung am Markt werden gezielte Investitionen in Infrastruktur, neue Produkte oder M&A-Aktivitäten zur Optimierung des Angebotsportfolios erforderlich. Die derzeit laufenden Kostensenkungsprogramme müssen hierfür den Raum schaffen und nicht nur kurzfristig das Ergebnis stabilisieren.

3. Konsolidierung im Netzbereich – Fragmentierung bei neuen Diensten
In den weitgehend aufgeteilten Märkten für Kommunikationsdienste in Europa und USA ist Wachstum fast nur noch über Zusammenschlüsse und Übernahmen zu realisieren. Für das erfolgreiche Bestehen im Markt gibt es derzeit nur zwei Möglichkeiten. Entweder die Unternehmen ergreifen einen aktiven Part in der anstehenden Konsolidierung oder sie differenzieren sich klar und besetzen attraktive Nischen mit innovativen Angeboten. „Letzteres ist für grosse internationale Anbieter sicher nur die zweitbeste Option. Wir werden aber dennoch auch Anbieter sehen, die den Betrieb ihrer eigenen Fest- und Mobilfunknetze mangels Marktanteil in Frage stellen werden und andere Differenzierungsmöglichkeiten suchen müssen“, erläutert Koster.

4. Re-Regulierung von Netzen – Deregulierung bei Diensten
Aktuell lassen sich in den meisten europäischen Märkten zwei entgegengesetzte Regulierungsszenarien beobachten: Einerseits Aufrechterhaltung des Wettbewerbs über gezielte Deregulierung. Andererseits übernehmen die Regulatoren selbst eine aktive Rolle und unterstützen durch Konjunkturpakete gezielt den Ausbau nationaler Breitband-Infrastruktur. „Wir erkennen weltweit, dass substantielle Positionierungsentscheidungen jetzt notwendig werden, nachdem die Wirtschaftskrise einige Trends eher verzögert hat“, resümiert Alex Koster.


Presse- und Medienkontakt

Jan Liepold
LoeschHundLiepold Kommunikation GmbH
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