Zürich, 11.03.2008
Booz & Company IT OrgDNA-Studie Deutschsprachiger Raum: Strukturelle Defizite bremsen CIOs aus

Mehr als die Hälfte der IT-Experten sehen CIOs in einer schwachen Rolle als IT-Grundversorger / Strategische Entscheidungen werden zu langsam umgesetzt / IT-Organisationen im deutschsprachigen Raum (Deutschland, Österreich und Schweiz) sind international Spitze im Bereich Performance Management

Chief Information Officers (CIOs) und IT-Verantwortliche in deutschsprachigen Unternehmen erhalten im internationalen Vergleich relativ schlechte Noten. 54% der IT-Fachkräfte in Deutschland, Österreich und der Schweiz geben an, dass der oberste IT-Verantwortliche lediglich die Rolle eines IT-Grundversorgers übernimmt. Nur 15% erkennen ihren CIO als „IT-Entrepreneur oder Innovator“ an. In keinem anderen Land wird diese Position so negativ bewertet. Dies ist eines der zentralen Ergebnisse des „IT OrgDNA-Profilers“. Die Studie der internationalen Strategie- und Technologieberatung Booz & Company untersucht Organisations- und Kommunikationsstrukturen in Unternehmen weltweit. Dazu wurden 1.500 IT-Fachkräfte befragt – davon knapp drei Viertel in Managementpositionen – und deren Antworten separat ausgewertet. Ein Vergleich der deutschsprachigen (über 400 Antworten aus den Ländern Deutschland, Österreich und Schweiz) mit den internationalen Daten sowie der Vergleich mit Strukturen in anderen Branchen liefern wertvolle Hinweise auf Stärken und Schwächen in IT-Organisationen.

„Die Studie zeigt einen klaren Zusammenhang zwischen der hierarchischen und strukturellen Verankerung des CIO und der Effizienz der gesamten IT-Organisation. Berichtet der CIO direkt an die Unternehmensspitze und nimmt somit eine strategische Position ein, dann funktionieren die Prozesse innerhalb der IT-Organisation offenbar deutlich effizienter“, so Dr. Johannes Bussmann, Geschäftsführer bei Booz & Company.

Schnelle Entscheidungsprozesse – langsame Umsetzung strategischer Aufgaben

Der „OrgDNA-Profiler“ untersucht detailliert die Struktur der Organisationseinheiten, Entscheidungsrechte, Informationsfluss sowie Motivationskultur der Unternehmen. Dabei zeigt sich, dass Entscheidungsprozesse im IT-Bereich besser als in anderen Funktionsbereichen organisiert sind. Mehr als die Hälfte der IT-Fachkräfte gibt an, auf Basis klar definierter Aufgaben und Verantwortlichkeiten zu handeln, über alle Organisationssbereiche hinweg sind es nur 46%. Ebenfalls positiv: Entscheidungen werden seltener in Frage gestellt. Kommen in deutschsprachigen IT-Abteilungen laut 52% der Befragten getroffene Entscheidungen nochmals auf den Prüfstand, so sind es im Querschnitt aller Funktionsbereiche fast 10% mehr. Doch dann hakt es. Trotz positiver Ausgangssituation erfolgt die Umsetzung wichtiger strategischer und operativer Aufgaben hierzulande zu langsam, urteilen rund 56% der IT-Fachleute.

IT-Organisationen im deutschsprachigen Raum: Spitze im Performance-Management

Im Vergleich mit ihren Kollegen anderer Funktionsbereiche verfügen die IT-Fachleute offensichtlich eher über ausreichende Informationen, um die Auswirkungen ihrer Arbeit im Tagesgeschäft auf das Geschäftsergebnis zu verstehen (IT 46%, Funktionsquerschnitt 41%). Immerhin mehr als die Hälfte empfindet diese Informationsbasis jedoch noch als ungenügend. Dies deutet auf erhebliches Optimierungspotenzial auch im IT-Sektor hin. Dass ihr Linienmanagement Zugang zu allen notwendigen Zahlen hat, davon sind in Deutschland, Österreich und der Schweiz 64% der IT-Verantwortlichen überzeugt. Hier liegt der deutschsprachige Raum international an der Spitze (Polen 54%, Italien 47%, UK 42%, USA 33%). Zahlen zur Steuerung der Organisation sind demnach in deutschensprachigen IT-Abteilungen generell vorhanden.

…aber Schlusslicht bei der Mitarbeitermotivation

Schlecht sieht es dagegen in Sachen Motivation aus. „Unsere Studie ergibt Besorgnis erregende Zahlen für den deutschsprachigen Raum. Nur 38% der Befragten können neben der Bezahlung weitere Anreize zur Motivation der Mitarbeiter erkennen“, konstatiert IT-Strategieberater Bussmann. „Damit bilden Deutschland, Österreich und die Schweiz zusammen im internationalen Vergleich das Schlusslicht.“ In den USA geben 78% der IT-Verantwortlichen an, neben der Bezahlung über weitere Motivatoren wie zum Beispiel die Einbindung der Mitarbeiter bei Zielsetzungen, mehr Mitspracherecht oder auch Aufstiegschancen im Unternehmen zu verfügen. In Grossbritannien gilt das für 73% und in Italien für 66% der Befragten.

Verankerung des CIOs entscheidend für den Erfolg der IT-Organisation

Aus den Antworten lässt sich auch ableiten, ob der Befragte ein positives oder negatives Gesamtbild seiner Organisation hat. Eine wesentliche Rolle für das Gesamtbild einer Einheit spielt die Position des CIO. IT-Einheiten, die ihren CIO lediglich als IT Grundversorger sehen, weisen überwiegend ein negativ bewertetes Profil auf. IT-Abteilungen, deren CIO als „IT-Entrepreneur“ gilt, erzielen dagegen oft ein positives Gesamtbild. Auffällig auch: Je enger der CIO an den Chief Executive Officer (CEO) angebunden ist, desto positiver das Gesamtbild. Berichtet der CIO nicht direkt an das Topmanagement überwiegen negative Profile der IT-Organisation. Bei einer Analyse nach Branchen erreichen IT-Organisationen innerhalb von Banken die besten Bewertungen. Schlusslichter bilden die IT-Organisationen im Öffentlichen Dienst und der Bereiche Telekommunikation und Transportwesen.

Über die Studie:
Booz & Company analysiert mit einem fragebogengestützten Online Tool (http://orgdna.com/profiler/index-cio.cfm?lang=ger) basierend auf den vier Bausteinen der Organisationsentwicklung (orgDNA) die Stärken und Schwächen der jeweiligen IT Organisation und liefert den Teilnehmern unmittelbar ein Diagnoseergebnis zur eigenen IT-Organisationsform


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Jan Liepold
LoeschHundLiepold Kommunikation GmbH
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