Wien, 07.03.2013
Tourismus-Ranking Booz & Company & WEF: Österreich steigt auf Platz 3 hinter Schweiz und Deutschland

Gemeinsame Studie des World Economic Forum und Booz & Company / Österreich steigt auf Platz 3 / Schweiz weiter Tourismusweltmeister / Tourismussektor in vielen Ländern zunehmend eine Schlüsselindustrie / Europäische Länder dominieren die TOP 20 / Wettbewerb um Touristen wird härter

Laut dem aktuellen „Travel & Tourism Competitiveness Report“ können die Schweiz und Deutschland ihre Position aus 2011 behaupten - Österreich schafft den Aufstieg in die Spitzengruppe und belegt Platz 3. Der Report listet in einem Index 140 Staaten nach ihrer Wettbewerbsfähigkeit im Reise- und Tourismussektor auf. Wie in der Vergangenheit liegen die deutschsprachigen Regionen vorne, jedoch wird der Abstand zu den nachfolgenden Ländern immer geringer.
Mit knapp 10% des weltweiten Bruttoinlandsprodukts bleibt die Tourismusindustrie ein Hauptfaktor für Wachstum und Beschäftigung. „Tourismus ist für viele Länder, darunter auch Österreich, ein signifikanter Wirtschaftsfaktor. Gerade in Krisenzeiten kann der Tourismussektor zur ökonomischen Stabilität und Erholung beitragen. Für einige Länder könnte Tourismus damit zur ökonomischen Schicksalsfrage werden“, erklärt Klaus Hölbling, Partner und Geschäftsführer von Booz & Company in Wien.

Bereits zum fünften Mal erstellt das World Economic Forum in strategischer Partnerschaft mit der internationalen Strategieberatung Booz & Company die alle zwei Jahre erscheinende globale Tourismusstudie. Diese untersucht die Wettbewerbsfähigkeit der jeweiligen Länder beispielsweise in den Bereichen Sicherheit und Gesundheit, Infrastruktur, Preisniveau, kulturelles Angebot, Umweltschutz sowie die regulatorischen Rahmenbedingungen. Diesmal im Fokus steht – neben dem Tourismus als ökonomischer Wachstums- und Jobmotor – die Frage, wie sich Länder in einer immer schneller ändernden Welt langfristig als attraktive Reisedestination positionieren können. „Instabilität ist die neue Realität. Es wird für Tourismusziele immer wichtiger, sich schnell auf volatile Marktbedingungen und langfristige Trends einzustellen“, so Jürgen Ringbeck, Senior Partner bei Booz & Company. Das Beispiel Spanien zeigt, dass eine Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit im Tourismus trotz einer anhaltenden wirtschaftlichen Krise möglich ist. Das Land konnte seine Position aus 2011 um vier Plätze verbessern und liegt nun auf Position 4. Im Gegensatz zu Spanien konnte Frankreich seinen Rang 3 nicht halten und büßt vier Plätze ein. Wie wichtig aber trotz Krise stabile Rahmenbedingungen für den Tourismus sind, sieht man an Ägypten: Der politische Umsturz führte zu erheblichen wirtschaftlichen Einbußen für die gesamte Tourismusindustrie des Landes. Ägypten musste zehn Plätze abgeben und liegt nun auf Rang 85.

Weltweite Gewinner und Verlierer
Wie bereits im Report 2011 konnte Europa auch in diesem Jahr den Kontinental-Vergleich für sich entscheiden: Mit insgesamt 13 Ländern in den Top 20 und den ersten fünf Platzierungen (Schweiz vor Deutschland, Österreich, Spanien und Großbritannien) liegen die europäischen Länder klar an der Spitze. Bei der Bewertung profitieren sie im Wesentlichen von kulturellen und landschaftlichen Ressourcen. Hinzu kommt die sehr gute Infrastruktur – sei es innerhalb der Städte oder die Anbindung der Flughäfen – sowie ein hohes Maß an Sicherheit. „Immer mehr Länder versuchen sich in lukrativen, nachhaltigen Nischen zu positionieren und entwickeln dazu gezielte Tourismusstrategien. Der Wettbewerb zwischen den Ländern wird sich weiter intensivieren“, ist sich Hölbling sicher .

Zu den Gewinnern des Travel & Tourism Competitiveness Index (TTCI) gehören Panama (von 56 auf 37) und Armenien (von 90 auf 79). Bei Letzterem wurden in vielen Segmenten Verbesserungen festgestellt. Unter anderem im tourismus-spezifischen Arbeitsmarkt, im Bereich Sicherheit, aber auch politische Rahmenbedingungen und Vorschriften haben sich geändert, so zum Beispiel die Visabestimmungen zur erleichterten Einreise. Im Falle von Panama ist die positive Entwicklung primär auf Verbesserungen der Infrastruktur zurückzuführen: zu einem erweiterten Angebot an Hotelzimmern kommt der Ausbau der Verkehrsanbindungen (Schienen- wie Luftverkehr). Auch Japan konnte sich stark verbessern: Das Land macht insgesamt acht Plätze gut und rangiert nun auf Position 14. Diese Entwicklung zeigt, dass sich das Land als Tourismusdestination bereits heute gut von der Fukushima-Krise erholt hat. Die zahlreichen kulturellen Sehenswürdigkeiten, die vielen internationalen Messen und Ausstellungen, besonders aber die extrem kundenorientierte Kultur und der stete Ausbau der Informations- und Kommunikationstechnik sind wesentliche Stützen für den Tourismus und verhelfen dem Land zu dieser Platzierung.

Stärkere Differenzierung
Laut den Experten von Booz & Company müssen sich die Länder künftig noch mehr auf ihre individuellen Stärken konzentrieren und diese weiter ausbauen, um sich im wachsenden Wettbewerb der Tourismusdestinationen zu behaupten. Die wesentlichen Differenzierungshebel sehen sie vor allem in puncto investitions- und sektorspezifischer Rahmenbedingungen sowie einem konsequenten Schwerpunkt auf ökologischer Nachhaltigkeit. Darüber hinaus spielen auch „weiche Faktoren“ wie etwa qualifizierte Arbeitskräfte oder Offenheit gegenüber Touristen eine Rolle. „Die einzelnen Destinationen rücken was die Wettbewerbsfähigkeit betrifft immer näher zusammen. Dadurch entstehen für den Reisenden immer mehr Auswahlmöglichkeiten bei der nächsten Reiseplanung. Heute führende Länder werden auch leichter austauschbar. Eine kontinuierliche Förderung des Tourismussektors mit ständigem Rückbezug auf Markt- und Wettbewerbsumfeld ist daher für nachhaltiges Wachstum essenziell“, sagt Ringbeck .

Über die Studie
Insgesamt wurden weltweit 140 Staaten unter Zuhilfenahme von mehr als 60 Variablen untersucht. Diese berücksichtigten u.a. gesetzliche Regulierungen, Sicherheit und Gesundheit, Infrastruktur, das lokale Preisniveau sowie kulturelle Aspekte. Außerdem wurden die Faktoren Umweltschutz und Reiseverkehr untersucht.
Der komplette Report sowie die einzelnen Auswertungen können hier heruntergeladen werden: www.weforum.org/ttcr.


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