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Globale „Chief Executive“-Studie von Strategy&: Deutschsprachiger Raum mit weltweit niedrigster CEO Fluktuationsquote

Wechselquote sinkt im globalen Durchschnitt auf 14,4%, im deutschsprachigen Raum 12,3% / Globale Verweildauer im Amt 5 Jahre / Telekommunikationsunternehmen global mit den meisten Neubesetzungen auf Führungspositionen / Frauenanteil bei neuen CEOs nur 3%

Die deutschsprachigen Vorstandsetagen bleiben im internationalen Vergleich ein Hort der Stabilität: Zwar stieg der Anteil der CEOs, die ihre Top-Position verloren 2013 im Vergleich zum Vorjahr um 0,6 Prozentpunkte leicht auf 12,3% an, dennoch bleibt der deutschsprachige Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz) auch 2013 die Region, in der weltweit die wenigsten CEOs ihre Chefsessel räumen mussten. Zum Vergleich: Im Krisenjahr 2009 lag die Fluktuationsrate hier mit 21,3% doppelt so hoch. Die anhaltend stabile wirtschaftliche Lage scheint sich also auch für die Vorstandsvorsitzenden auszuzahlen. 65% der Wechsel fanden dabei geplant – also aufgrund auslaufender Verträge, 16% wegen erfolgter Übernahmen bzw. Fusionen statt. Lediglich 19% schieden ungeplant und meist auch unfreiwillig per Aufsichtsratsbeschluss aus dem Amt.

CEOs im deutschsprachigem Raum werden jünger und internationaler
Die weltweite Wechselquote liegt dabei aktuell mit 14,4% moderat über dem deutschsprachigen Raum. Im regionalen Vergleich werden die Unterschiede allerdings deutlicher: Während in Westeuropa mit 12,9% und Nordamerika mit 13,2% ebenfalls noch auf Kontinuität in der Führungsetage gesetzt wird, hat das Personalkarussell in Japan und China mit 15% respektive 16,9% erheblich mehr Fahrt aufgenommen. Noch stärker wurden die Topakteure in den Chefetagen der aufstrebenden Märkte wie Brasilien, Russland und Indien durchgewirbelt. 21,1% aller CEOs verloren dort 2013 ihren Job. Auch die vergleichsweise hohe Halbwertszeit in den Spitzenpositionen verdeutlicht die gute wirtschaftliche Lage in Deutschland, Österreich und der Schweiz. So stieg die Median-Verweildauer im Amt im deutschsprachigen Raum auf 6,8 Jahre (2012: 4,5) und übertraf damit deutlich den weltweiten Wert von 5 Jahren. Im Mittel sind die ausscheidenden CEOs mit knapp 57 Jahren zwei Jahre jünger als noch im Vorjahr. Das sind die zentralen Ergebnisse der „2013 Chief Executive Study“ der internationalen Managementberatung Strategy& (ehemals Booz & Company). Die Studie untersucht in ihrer dreizehnten Jahresausgabe sowohl die jährlichen, als auch die langfristigen Veränderungen in den Chefetagen der 2.500 weltweit größten börsennotierten Unternehm .

Dazu Klaus Hölbling, Partner und Geschäftsführer von Strategy& in Wien: „Die Ergebnisse unserer CEO-Studie unterstreichen auch den Trend zum international ausgebildeten und weltweit agierenden Topmanagement. So haben 59% der neuen CEOs im deutschsprachigem Raum vor dem Antritt ihres Amts Auslandserfahrung gesammelt, 23% kommen selbst nicht aus der Region. Damit liegt der Anteil ausländischer CEOs dort fast doppelt so hoch, wie im internationalen Schnitt.“ Auch der Anteil der extern, also von anderen Unternehmen wechselnden CEOs liegt mit 27% über der globalen Quote von 24%. Diese Strategie zahlt sich offensichtlich aus. „2013 erzielten von außen kommende CEOs höhere Total Shareholder Returns als jene Konzernlenker, die intern aufgebaut wurden. Das sollten die Aufsichtsräte allerdings nicht als soliden Trend, sondern eher als interessantes Signal sehen, dass neben dem gezielten Fördern interner CEO-Nachfolger auch externe Kandidaten eine strategische Option sein können“, so Hölbling.

Promovierte CEOs mit Seltenheitswert
2013 verteilten sich die Führungswechsel recht ausgeglichen über alle Branchen hinweg. Weltweit erwies sich jedoch die Telekomindustrie mit 22% neuer CEOs als besonders volatil. Im deutschsprachigen Raum wies die Versorgungsindustrie eine Wechselquote in der Chefetage von 20% auf. Ein weiteres Ergebnis: Nur noch 18% der neuen CEOs in deutschen, österreichischen und Schweizer Konzernen haben promoviert. Im Vorjahr waren es noch 23%. In Europa liegt dieser Wert nach 14% in 2012 nur noch bei 6%, und auch weltweit sinkt der Anteil auf nun 8% (2012: 9%). Ein weiterer Trend hält an: Spiegelbildlich zur sinkenden Zahl promovierter CEOs im deutschsprachigen Raum steigt der Anteil derer mit MBA: Nach 15% im Vorjahr waren es 2013 schon 26%.

Frauenanteil in den Vorstandsetagen noch immer gering
Ein besonderes Augenmerk richtet die Studie in dieser Ausgabe auf den Anteil von Frauen unter den CEOs und Aufsichtsräten. Hier konstatiert die Studie nach wie vor eher ernüchternde Fakten. So lag die weltweite Frauenquote bei den 2013 neu ernannten CEOs bei gerade einmal 3% und damit 1,3% niedriger als im Vorjahr. Im deutschsprachigen Raum sind immerhin 10% der 2013 neu ernannten Vorstandsvorsitzenden weiblich. Beim Frauenanteil unter den Aufsichtsräten belegen Deutschland mit 14,1% den 11., Österreich mit 11,3% den 15. und die Schweiz mit 10% den 17. Platz im internationalen Vergleich. „Der deutschsprachige Raum muss im europäischen und internationalen Vergleich bei der Vielfalt im operativen Management und im Aufsichtsrat noch erheblich aufholen. Dabei ist wissenschaftlich längst erwiesen, dass gemischte Teams über alle Hierarchien hinweg deutlich besser performen. Hier sollten die Aufsichtsräte aus unternehmensstrategischen Beweggründen – und nicht wegen existenten oder angedrohten Quoten – konsequent nachjustieren“, so Hölbling.


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Sabine Moll
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