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Österreich auf Rang 21 im globalen „Third Billion Index“ – 5% zusätzliches BIP-Wachstum durch berufliche Gleichstellung von Frauen und Männern möglich

„Third Billion“-Studie der internationalen Strategieberatung Booz & Company belegt starken Zusammenhang zwischen Level der Frauenerwerbstätigkeit und Wirtschaftswachstum / Wirtschaft kann weltweit in nächsten 10 Jahren von bis zu einer Milliarde zusätzlicher Frauen profitieren / Österreich bei Beschäftigungszugang unter Top 10, im Gesamtranking auf Platz 21 / Gläserne Decke verhindert noch zu häufig den beruflichen Aufstieg weiblicher Manager in Top-Liga

Binnen zehn Jahren werden zusätzlich weltweit bis zu drei Milliarden Menschen am Wirtschaftsgeschehen teilnehmen. Dazu tragen die Schwellenländer China und Indien mit jeweils einer Milliarde Menschen bei. Frauen könnten die dritte Milliarde stellen, die dann als mögliche Arbeitnehmerinnen, Managerinnen sowie natürlich auch Konsumentinnen am globalen Wirtschaftsgeschehen partizipieren. Bisher wird dieser Zugang in vielen Teilen der Welt allerdings noch durch fehlende Bildung oder gesellschaftliche Restriktionen verhindert. Die Mobilisierung dieses noch unerschlossenen wirtschaftlichen Potenzials kann dabei erhebliche gesellschaftliche, aber auch volkswirtschaftliche Effekte erzielen. „Anders als bei dem in China und Indien generierten Wachstum werden die ‘Third Billion‘-Impulse ihre Wirkung für die Weltwirtschaft wesentlich dezentraler und damit vielschichtiger entfalten“ erklärt Christine Rupp, Studienautorin und Partnerin bei Booz & Company in Deutschland.

Wäre beispielsweise in Österreich der Anteil berufstätiger Frauen und Männer ausgeglichen, so würde das Bruttoinlandsprodukt (BIP) – trotz Konjunkturflaute und Eurokrise – sprunghaft um 5% ansteigen. Die weltweiten strukturellen Voraussetzungen für die Teilhabe der Frauen am wirtschaftlichen Leben bemisst der „Third Billion Index 2012“. In diesem ist Österreich mit Rang 21 (Scorewert 61,5) in der internationalen Oberklasse. Deutschland rangiert mit einem Scorewert von 67,1 mit geringem Abstand zur Spitzengruppe Australien (70,6), Norwegen (70,6) und Schweden (69,5) in den Top 10. Das sind die zentralen Ergebnisse der globalen Studie „Empowering the Third Billion: Women and the World of Work in 2012“, die die internationale Strategieberatung Booz & Company heute vorstellt.

Weiterhin erhebliche Gehaltslücke zwischen Frauen und Männern
„Die Platzierung im globalen Ranking zeigt die vergleichsweise guten Rahmenbedingungen in Österreich. Dennoch ist klar, dass es noch ein weiter Weg ist, bis eine vollständige wirtschaftliche Gleichstellung der Geschlechter Realität ist“, so Angela Dum, Principal und Mitglied der Geschäftsleitung bei Booz & Company in Österreich. „Aktuelle Kampagnen und Initiativen, wie etwa der bereits 2008 ins Leben gerufene Nationale Aktionsplan ‚Gleichstellung von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt‘ sowie bereits umgesetzte rechtliche Regelungen wie der Anspruch auf Karenz für Mütter und Väter gehen in die richtige Richtung.“ Bereits heute gehört Österreich im Bereich des gleichen Beschäftigungszugangs – worunter unter anderem Aspekte wie Karenzmöglichkeiten, Nicht-Diskriminierung, und Kinderbetreuungsangebote fallen – zum internationalen Spitzenfeld, doch in Bezug auf gleiche Entlohnung gibt es noch viel Aufholbedarf. Nach einer Erhebung der Statistik Austria betrug im Jahr 2010 die Gehaltslücke zwischen Männern und Frauen in Österreich nominell 40%. Unter Berücksichtigung der Unterschiede im Beschäftigungsausmaß lagen die Bruttojahreseinkommen von Frauen noch immer um 19% unter jenen der Männer. In Deutschland ist diese Lücke mit nominell 22% und bereinigten 8% deutlich geringer.

Vorstandsetagen noch immer Männerdomäne
Das Booz & Company-Ranking belegt: Gerade aufstrebende Wirtschaftsnationen wie China (Rang 58), Indien (Rang 115) aber auch Länder der MENA-Region wie Saudi Arabien (Rang 123), die Vereinigten Arabischen Emirate (Rang 109) oder Ägypten (Rang 108) haben in diesem Bereich noch großen Aufholbedarf. Aber auch in Österreich zeigen sich noch erhebliche Defizite, wenn es darum geht, berufstätigen Frauen die gleichen Karrierechancen wie ihren männlichen Kollegen zu ermöglichen. So stellen Frauen in Österreich 55% der Universitätsabsolventen, aber nur knapp 29% der führenden Funktionen in Unternehmen. „In der Geschäftsführung Österreichs 200 größter Unternehmen beträgt der Frauenanteil sogar nur etwa 5%, in den Aufsichtsräten nur etwa 11%“, bemängelt Dum.

Ranking Third Billion Index 2012 Standortfaktor Frauenförderung
Ein weiteres Studienergebnis: Hohe Third Billion-Indexwerte eines Landes führen zu deutlich besseren Ergebnissen beim Pro-Kopf-Einkommen, der Alphabetisierungsrate und beim Zugang zu Bildungsmöglichkeiten. „Dieser signifikante Effekt verdeutlicht: Maßnahmen zur Förderung des beruflichen Einstiegs, der Karriereentwicklung und der finanziellen Unabhängigkeit von Frauen sind kein Selbstzweck, sondern führen mittel- bis langfristig zu immensen makroökonomischen Vorteilen für den jeweiligen Standort“ so Rupp. „Daher ist es eine vordringliche Aufgabe der Politik und der Unternehmensentscheider auf allen Ebenen, mit gezielten Ausbildungs-, Förder- und Kinderbetreuungsinitiativen die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Frauen ihr volles ökonomisches Potenzial ausschöpfen und damit auch die Weltwirtschaft substanziell voranbringen können.“

Ranking Third Billion Österreich 2012

Die vollständige Studie mit weiteren Informationen zu Methode, Ergebnissen und dreizehn ausführlichen Länderprofilen steht unter www.thirdbillion zum download bereit.

Zur vorliegenden Untersuchung
Für den „Third Billion Index“ hat Booz & Company in einer Metastudie bereits veröffentlichte Daten über den wirtschaftlichen und sozialen Status von Frauen ausgewertet – unter anderem des „World Economic Forums“ und der „Economist Intelligence Unit“. Der Index fokussiert auf das Thema „Frauen im Arbeitsleben“. Dafür wurden die Faktoren isoliert, die Frauen den Zugang zur Wirtschaftswelt erleichtern, um Verbesserungspotenzial für Regierungen und Unternehmen aufzuzeigen. Je nach Land zählen zu diesen Faktoren Infrastruktur-Verbesserungen, das Abschaffen gesetzlicher Hürden für weibliche Beschäftigung, stärkere kulturelle Unterstützung für Frauen als Führungskräfte oder besserer Zugang zu Krediten für die Ausbildung oder Unternehmensgründung. Diese Indikatoren wurden in zwei Cluster geteilt: Inputs (Einflussmöglichkeiten von Regierungen und zur Verbesserung der ökonomischen Position der Frauen) und Outputs (soziale, politische und ökonomische Themen, die von Veränderungen der Inputs beeinflusst werden). Eine Kombination der beiden Clusterfaktoren für jedes Land ergibt den Rang im Index.


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Susanne Hudelist
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