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Booz & Company Studie „Liberalisierung des Strommarkts in Österreich“: Österreichs Potenzial als „Grüne Batterie Europas“

Die österreichische Stromerzeugung nimmt mit einer sehr CO2-armen Erzeugungsstruktur durch den hohen Anteil an Wasserkraft und Erneuerbaren Energien eine Spitzenposition im EU-Quervergleich ein. Mit seinem hohen Anteil an Pumpspeicherkraftwerken als „Zwischenspeicher“ für Überschussenergie aus Nachbarländern trägt Österreich maßgeblich dazu bei, im Bedarfsfall europäische Lastspitzen abzudecken. Die Erfolge der Liberalisierung des heimischen Strommarktes sind zahlreich und der intensive Ausbau des europäischen Verbundnetzes stärkt die Position Österreichs als „grüne Batterie Europas“.e

Die Liberalisierung der europäischen Strommärkte hat den grenzüberschreitenden Stromhandel stark gefördert. Die Kernenergie-Debatte im Nachgang zu den Ereignissen in Japan beschleunigt den Ausbau der regenerativen Energien in Europa. Die Speicherung von Strom wird weiter an Bedeutung gewinnen: als wichtiger Baustein in der Sicherung der Netzstabilität bei der Umstellung von zentralen, fossilen und nuklearen Erzeugungskapazitäten auf regenerative Energien. Für die Zukunft ist Österreichs E-Wirtschaft heute gut aufgestellt, da sie einen wesentlichen Betrag zur Erreichung der „20-20-20“-Ziele* für Österreich leistet und entscheidende Zukunftsthemen durch ihr finanzielles Engagement vorantreibt.
Dies sind einige der zentralen Ergebnisse der Studie „10 Jahre Liberalisierung des Strommarkts in Österreich“ der internationalen Strategieberatung Booz & Company in Kooperation mit „Österreichs Energie“. Die Studie analysiert die Entwicklung der österreichischen Stromwirtschaft seit der 1998 begonnenen Liberalisierung und bewertet Erfolge sowie zukünftige Handlungsfelder in Österreich im europäischen Vergleich.

Österreichs zentrale Rolle im europäischen Strommarkt
„Österreich nimmt geographisch und strukturell eine zentrale Rolle im heutigen europäischen Verbundstromnetz ein und hat dessen Ausbau seit der Liberalisierung stark gefördert “, kommentiert Klaus Hölbling, Geschäftsführer von Booz & Company in Österreich: „Diese besondere Rolle wird durch den Erzeugungsmix, insbesondere den hohen Anteil der Speicherkraftwerke, verstärkt.“ Überschussenergie aus Nachbarländern wird in österreichischen Pumpspeicherkraftwerken zwischengespeichert, um im Bedarfsfall eu¬ropäische Lastspitzen zu decken. Hiervon profitiert der gesamte europäische Strommarkt, da europaweit nur begrenzt Möglichkeiten bestehen, Energie zu speichern. Die Möglichkeit der Energiespeicherung ist vor dem Hintergrund des Ausbaus der Erneuerbaren Energien und dem damit verbundenen Zuwachs an fluktuierender Einspeisung ein wichtiger Baustein zur CO2-Reduktion in der Stromerzeugung. Österreich positioniert sich somit als „grüne Batte¬rie“ Europas.

Ausbau in Erzeugung und Netze erforderlich
Um das „20-20-20“-Ziel der EU für Erneuerbare Energien zu erreichen, muss Österreich sei¬nen Anteil an Erneuerbaren Energien am Bruttoendenergieverbrauch auf 34% im Jahr 2020 steigern. 2008 hat Österreich bereits einen Anteil Erneuerbarer Energien von 29% erreicht. Die Energiestrategie Österreichs sieht eine Steigerung des Stroms aus Erneuerbaren Energien um circa 22% von 2005 bis 2020 vor. Derzeit sind Projekte mit einer Gesamtleistung von über 800 MW in Planung.
Parallel werden die Investitionen in den Ausbau der Speicherkapazitäten erhöht. Das bestehende Speicherpotenzial in Pumpspeicherkraftwerken von 7.000 MW wird bis 2020 um ca. 60% erweitert, um den zunehmenden Anteil der Lastschwankungen ausgleichen zu können und die Positionierung als „grüne Batterie“ Europas abzusichern.
„Neben dem Ausbau der Speichermöglichkeiten ist jedoch ebenfalls die Erweiterung der Netzinfrastruktur erforderlich, um die Stabilität und Versorgungssicherheit des Netzes aufrechtzuerhalten und Stromausfälle zu verhindern“, so Lars Meckenstock, Energieexperte und Mitglied der Geschäftsleitung Booz & Company.
Im Netzbereich gehört Österreich derzeit im europäischen Vergleich zu den Ländern mit der höchsten Versorgungszuverlässigkeit. Volkswirtschaftlich hat dies eine große Bedeutung – ein Stromausfall in Österreich führt zu Kosten von 40-60 Mio. Euro pro Stunde.

Energieeffizienz seit 2005 bereits um 10 Prozent erhöht
Das EU-Ziel sieht eine Steigerung der Energieeffizienz um 20% bis 2020 gegenüber dem Basisjahr 2005 vor. Bereits 2008 wurde in Österreich eine Energieeffizienzsteigerung von 10% gegen¬über dem Basisjahr 2005 erreicht. In Österreich soll eine Entkopplung des Wirtschaftswachstums vom Energieverbrauch und damit verbunden die Stabilisierung des Energieverbrauchs die Zielerreichung sichern. Umfangreiche Maßnahmen der E-Wirtschaft entlang der Wert¬schöpfungskette werden zur Zielerreichung im Jahr 2020 beitragen. So plant die E-Wirtschaft auf der Erzeugungsseite über 8 Mrd. € in neue, hocheffiziente thermi¬sche Kraftwerke, Wasserkraft und in Erneuerbare Energieerzeugungs¬anlagen zu investieren.

Zukunftsthemen E-Mobility und Smart Grids
„Eine Herausforderung für die E-Wirtschaft wird es sein, Zukunftsthemen wie E-Mobility, Smart Metering und Smart Home in marktfähige Dienstleistungsprodukte für den Endkunden zu übersetzen, so dass die Vorteile der neuen Technologien im Massenmarkt zum Tragen kommen“, erklärt Meckenstock die zukünftigen Herausforderungen. Ebenso müssen Politik und Regulierung die Rahmenbedingungen und Anreizmechanismen für die Energiewirtschaft und die Endkunden weiterentwickeln. Es gilt, Planungssicherheit für die Investitionen der E-Wirtschaft abzusichern und effiziente Antragsverfahren für den Ausbau der Energiesysteme zu gewährleisten. „Bei der Regulierung der Netze muss darauf geachtet werden, dass Anreize in das Regulierungsschema integriert werden, die den Ausbau zum Smart Grid fördern und die Versorgungssicherheit weiter garantieren, um Österreich für die Zukunft zu rüsten“, so Hölbling abschließend.

* 20-20-20 Ziel: Das Energie- und Klimapolitikpaket der EU von 2008 sieht vor, in der EU Treibhausgasemissionen bis 2020 um 20% zu reduzieren, den Anteil Erneuerbarer Energien auf 20% zu steigern und die Energieeffizienz um 20% zu verbessern.


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Susanne Hudelist
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