Wien, 21.10.2008
Unternehmen steigern F&E-Ausgaben weltweit um 10%

Weltweit wachsen F&E-Ausgaben um 10%, in Europa um 12%, bei sinkender Innovationsintensität / Globale, fokussierte F&E-Vernetzung erfolgskritisch / Wettbewerbsvorteile durch globales Innovations-Management / Fünf Österreichische Unternehmen unter den weltweit Top 1000 – Voestalpine und Telekom Austria mit den höchsten F&E Ausgaben in Österreich

Die Bedeutung von Forschung und Entwicklung (F&E) nimmt im globalen Wettbewerb weiter zu. Besonders auffällig ist dabei die internationale Ausrichtung: Konsequent wie nie zuvor treiben die Unternehmen die Verankerung ihrer F&E-Aktivitäten rund um den Globus mit hohem Tempo voran und setzen auf den Auf- und Ausbau internationaler Netzwerke. Das sind die zentralen Ergebnisse der aktuellen „Global Innovation 1.000“-Studie der internationalen Strategieberatung Booz & Company. Diese untersucht die F&E-Budgets und -Strategien der 1.000 Unternehmen mit den weltweit höchsten Ausgaben in diesem Bereich.

Erstmals 5 österreichische Unternehmen unter den Top 1000
Multinationale Konzerne haben im vergangenen Jahr ihre Investitionen in Innovationen im Vergleich zum Vorjahr massiv erhöht: weltweit um rund 10% auf insgesamt 492 Mrd. US$. „Die österreichischen Konzerne in der Innovation 1000-Liste steigerten ihre F&E Budgets in 2007 ebenfalls zweistellig“, so Klaus Hölbling, Geschäftsführer von Booz & Company Österreich. „Gleichzeitig ist das Verhältnis von F&E-Ausgaben zum Umsatz in Österreich im Vergleich zum Vorjahr konstant bei 1,4% geblieben.“ Im weltweiten Wettbewerb liegen China und Indien mit einer Steigerungsrate von 22% ganz vorn. Unter den Top 1000 befinden sich dieses Jahr erstmals fünf österreichische Unternehmen. Voestalpine AG – schon im Vorjahr österreichischer Innovationsführer auf Rang 711 – gewinnt mit steigendem F&E Budget auf 131 Mio. US$ an Plätzen und belegt Rang 504. Telekom Austria AG steigt ebenfalls mit Ausgaben in Höhe von 65 Mio. US$ auf Platz 866. Daneben schafften es dieses Jahr erstmals auch noch Andritz AG (62 Mio. US$; Platz 887), Austriamicrosystems AG (59 Mio. US$; Platz 923) und Intercell AG (55 Mio. US$; Platz 944) unter die Liste der Top 1000.

Globale Innovationsnetzwerke sichern strategische Vorteile
Bereits mehr als 90% der 1.000 untersuchten Unternehmen verfolgen Forschungsaktivitäten außerhalb ihrer Mutterländer. Dabei kommen rund 60% des Etats außerhalb der Länder zum Einsatz, in denen diese Unternehmen ihren Hauptsitz haben. „In erster Linie ist, neben dem Investitionsvolumen, vor allem eine global ausgerichtete Innovationsstrategie ausschlaggebend für den Erfolg“, erläutert Hölbling: „Durch die Finanzkrise und den weltweit stärker werdenden Druck sind Unternehmen verleitet, an falscher Stelle zu sparen. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass sich antizyklisch ausgerichtete Investitionen in Forschung und Entwicklung durchaus lohnen.“
Die Studie belegt zudem: Unternehmen, die mehr als 60% ihres F&E-Budgets  im Ausland  allokieren, stehen eindeutig besser da – das gilt für alle untersuchten Kenngrößen wie Umsatzwachstum, operative Marge, Aktienrendite, Marktkapitalisierung oder Gesamtkapitalrentabilität. Der Erfolg der globalen Vernetzung von Innovationsaktivitäten resultiert dabei nicht mehr nur aus den niedrigeren Faktorkosten. Ausreichender Zugang zu Top-Talenten sowie Nähe zu und Verständnis der großen lokalen Absatzmärkte spielen dabei eine immer wichtigere Rolle.

Aus strategischer Sicht erweist sich ein weiteres Ergebnis als zentral: Demnach wirtschaften Unternehmen besonders erfolgreich, die ein globales, dabei aber auf wenige Standorte fokussiertes, F&E-Netzwerk etablieren. Eine überschaubare Komplexität birgt mehrfache Vorteile: Der Austausch an Informationen lässt sich effektiver managen; gleichzeitig profitieren Firmen von Skaleneffekten: etwa bei Qualifizierung, IT und Kommunikation. F&E-Aktivitäten insbesondere in China und Indien sind zudem ein wichtiges Sprungbrett für die Erschließung dieser Zukunftsmärkte.

Sektorübergreifende Innovation bringt Wettbewerbsvorteil
Um die Marktchancen kommender Jahrzehnte rechtzeitig in Angriff zu nehmen, ist der Blick über den Tellerrand der eigenen Branche von zentraler Bedeutung. Das gilt für die Produkte im eigenen Segment aber gerade auch in Bereichen, in denen zwischen heute weitgehend getrennten Branchen neue Schnittstellen entstehen. Die Umsetzung von Innovationszielen sollte differenzierten strategischen Überlegungen folgen. So kann ein Innovations-Netzwerk beispielsweise zwischen Energieversorgern und Werkstoffherstellern einen erheblichen Beitrag zu Innovationen im Bereich Energieeffizienz leisten“, so das Fazit von Klaus Hölbling.

Weitere Ergebnisse der Studie:

  • Die TOP 10 des Jahres 2007 in abnehmender Reihenfolge: Toyota, General Motors, Pfizer, Nokia, Johnson & Johnson, Ford, Microsoft, Roche, Samsung, GlaxoSmithKline.
  • Unter den TOP 20 finden sich fünf europäische Pharmakonzerne (Roche Holdings, GlaxoSmithKline, Novartis, Sanofi-Aventis, Astrazeneca).
  • 67% der in 2007 investierten 492 Mrd. US$ entfallen auf die besonders forschungsintensiven Bereiche Computer- und Elektronikindustrie mit 143 Mrd. US$, den Gesundheitssektor mit 108 Mrd. US$ und die Automobilhersteller mit 79 Mrd. US$.
  • Geschätzte globale F&E-Ausgaben 2007: 982 Mrd. US$. Damit stehen die „Global Innovation 1000“-Unternehmen für 80% der Unternehmens- und 49% der globalen F&E-Ausgaben (inkl. Non-Profit-Unternehmen sowie Regierungen).

Design der Studie „Global Innovation 1.000“ von Booz & Company:
Für die Studie identifiziert Booz & Company die Top 1.000 der globalen Unternehmen, die ihre F&E-Ausgaben veröffentlichen. In einem zweiten Schritt wurden für die Studie die wichtigsten Finanz-, Umsatz-, Ertrags-, Kosten- und Profitabilitätskennzahlen der vergangenen sechs Jahre analysiert und in Zusammenhang mit den historischen Ausgaben für F&E gebracht. Die Zuordnung der Firmen zu Regionen folgt der Angabe des Unternehmensitzes. Die F&E-Ausgaben, die Siemens etwa in den USA tätigt, fließen somit in die Region Europa ein

Booz & Company ist mit mehr als 3300 Mitarbeitern in 58 Büros auf allen Kontinenten eine der weltweit führenden Strategieberatungen. Zu den Klienten gehören  erfolgreiche Unternehmen sowie Regierungen und Organisationen. Unser Gründer Edwin Booz formulierte bereits 1914 die Grundlagen der Unternehmensberatung. Heute arbeiten wir weltweit eng mit unseren Klienten  zusammen, um die Herausforderungen globaler Märkte zu meistern und nachhaltiges Wachstum zu schaffen. Dazu kombinieren wir einzigartiges Marktwissen sowie tiefe funktionale Expertise mit einem praxisnahen Ansatz. Unser einziges Ziel: unseren Klienten jederzeit den entscheidenden Vorteil zu schaffen –  Essential Advantage.
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