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Booz & Company Umfrage unter europäischen Logistikern Schienengüterverkehr wird zunehmend konkurrenzfähig

Hohe Zufriedenheit mit der Transportqualität, aber Kapazitätsengpass befürchtet / Pünktliche Lieferung wichtiger als Preis / Deutlicher Volumen- aber auch Preisanstieg erwartet

Der Schienengüterverkehr hinkt im europäischen Transportmarkt nach wie vor deutlich hinter dem Gütertransport auf der Straße her, der einen Marktanteil von ca. 80% erreicht. Trotz kontinuierlich steigender LKW-Mautgebühren, aktueller Höchststände bei den Dieselpreisen und Dauerstaus auf verstopften Autobahnen konnte die Schiene noch nicht nennenswert Marktanteile zurück gewinnen. Dabei wird die Qualität des Schienengütertransports von europäischen Logistik- und Transportmanagern insgesamt positiv beurteilt. Das ergab eine aktuelle Umfrage von Booz & Company unter den europaweit wichtigsten Logistikunternehmen. Dort gaben 75% der befragten Logistikmanager an, mit der Qualität des Schienengüterverkehrs zufrieden bzw. sehr zufrieden zu sein. Dabei wickeln die befragten Unternehmen im Schnitt bereits bis zu 48% ihres jährlichen Transportaufkommens über die Schiene ab. Rund die Hälfte der Befragten befürchtet jedoch, dass die aktuell bestehenden Schienentransportkapazitäten nicht für die zukünftig weiter steigende Nachfrage ausreichen werden.

Investitionsbedarf im europäischen Schienennetz
Das eingeschränkte Streckennetz, das es nicht erlaubt, alle Zielorte direkt über die Schiene zu erreichen sowie aktuelle und absehbare Kapazitätsengpässe behindern einen signifikanten Ausbau des Schienengüterverkehrs. So liegt der Marktanteil der Schiene am gesamten Frachtverkehr aktuell im europäischen Durchschnitt bei nur 15%. „Hier sehen wir für die europäischen Bahnunternehmen noch erhebliches Wachstumspotenzial. Allerdings muss der Schienengüterverkehrt schneller, zuverlässiger und vor allem kostengünstiger werden, um dem Gütertransport auf der Straße substanzielle Marktanteile abnehmen zu können“, so Dieter Schneiderbauer, Partner und Logistikexperte bei der internationalen Strategieberatung Booz & Company.  „Mit einem Schienenanteil von 30% beim Güterverkehr zählt Österreich schon jetzt zu den europäischen Spitzenreitern, kann aber noch erhebliche Wachstumspotenziale realisieren. Durch Schließen der Infrastruktur-Engpässe, neue Preisgestaltung und Verbesserungen bei Qualität und Flexibilität bieten sich gute Chancen, von der Lage als zentrale Drehscheibe für den Güterverkehr in Europa zu profitieren“, erklärt Schneiderbauer.

Pünktliche Lieferung wichtiger als Preis
Nach den wichtigsten Kriterien bei der Auswahl des Schienenfrachtanbieters befragt, gaben 58% der Entscheider die Einhaltung von Lieferterminen an. Damit ist dieses Auswahlkriterium noch wichtiger als ein wettbewerbsfähiger Preis, den 55% als entscheidend deklarieren. Mit 44% bzw. 42% werden weiterhin die Transportzeit und die Netzabdeckung der Anbieter als wichtige Argumente angeführt. Immerhin 37% wählen ihre Logistikpartner nach der Qualität der Auftragsabwicklung und der Flexibilität der verfügbaren Kapazitäten aus. Allerdings sehen die Auftraggeber auch genau in diesen genannten Bereichen die Hauptdefizite beim europäischen Schienengüterverkehr. Die fehlende Pünktlichkeit empfinden 38% der Befragten als ein Hauptproblem, die mangelnde Qualität der Auftragsabwicklung und die zu geringe Verfügbarkeit von Güterwagen ist für 35% bzw. 28% ein echter Nachteil gegenüber dem Straßentransport. „Unsere Umfrage hat ergeben, dass die Kunden zukünftig Kapazitätsengpässe auf den internationalen Schienenverbindungen, als ernst zu nehmendes Hindernis für den  weiteren Ausbau des Schienentransports sehen“, erklärt Schneiderbauer. So befürchten 52% erhebliche Behinderungen und Engpässe auf den Nord-Süd Korridoren, beispielsweise von Rotterdam nach Mailand oder von Kopenhagen nach Verona, aber auch verstärkt auf wichtigen Ost-West Verbindungen. „Für Österreich bieten sich insbesondere im alpenquerenden Verkehr und auf der Donau-Achse große Wachstumspotenziale. Hierfür müssen der Ausbau der Schieneninfrastruktur und die Kooperationen mit den Nachbarländern konsequent voran getrieben werden, um den Güterverkehr durch Österreich umweltgerecht abzuwickeln“, so Schneiderbauer.

Nachfrage- und Preisanstieg erwartet
Diese Engpässe sind umso kritischer zu beurteilen, da 40% der Entscheider angeben, in den nächsten 12 Monaten bis zu 10% mehr Transporte auf die Schiene verlagern zu wollen. Gleichzeitig erwartet jeder vierte Kunde einen Anstieg der Frachtraten um bis zu 10%. Im Vergleich zum Wettbewerb auf der Straße scheint der Schienengüterverkehr in der Kundenwahrnehmung von den explodierenden Energie- und Treibstoffkosten weniger stark betroffen zu sein. Vor diesem Hintergrund ist es wahrscheinlich, dass die Schiene auch weiterhin ein starkes Wachstum und einen moderaten Anstieg des Marktanteils verzeichnen wird. Strategische Zielsetzung muss sein, sich bei ansteigendem Welthandelsvolumen und immer längeren und komplexeren Lieferketten nachhaltig als effiziente, umweltfreundliche und kostengünstige Alternative zum Straßentransport zu etablieren. Die Unternehmen im Schienengüterverkehr müssen hierfür dringend den konsequenten Ausbau des Schienennetzes und die Optimierung des Kapazitäts- und Auftragsmanagements vorantreiben.

Booz & Company ist mit mehr als 3300 Mitarbeitern in 58 Büros auf allen Kontinenten eine der weltweit führenden Strategieberatungen. Zu den Klienten gehören  erfolgreiche Unternehmen sowie Regierungen und Organisationen. Unser Gründer Edwin Booz formulierte bereits 1914 die Grundlagen der Unternehmensberatung. Heute arbeiten wir weltweit eng mit unseren Klienten  zusammen, um die Herausforderungen globaler Märkte zu meistern und nachhaltiges Wachstum zu schaffen. Dazu kombinieren wir einzigartiges Marktwissen sowie tiefe funktionale Expertise mit einem praxisnahen Ansatz. Unser einziges Ziel: unseren Klienten jederzeit den entscheidenden Vorteil zu schaffen –  Essential Advantage.
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