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Global Innovation 1000-Studie: Weltweit legen Innovationsbudgets um 5,1 % zu – Österreich verzeichnet einen Rückgang um 2,5 %

Vier österreichische Unternehmen in den Top 1000 Unternehmen mit den höchsten Innovationsausgaben vertreten/ Studie belegt für Österreich konstanten Anteil der Innovationsbudgets am Umsatz (Forschungsintensität) / Branchen IT und Elektronik, Pharma und Automobil stehen für den Großteil der globalen F&E-Kosten / Apple, Google und Tesla mit innovativster Außenwirkung

Bereits im fünften Jahr in Folge sind die Ausgaben für Forschung & Entwicklung (F&E) weltweit gestiegen und erreichen nun einen neuen Höchstwert von 680 Mrd. US-Dollar. Das entspricht einem Anstieg des gesamten F&E-Etats der 1000 forschungsintensivsten Unternehmen der Welt gegenüber dem Vorjahr um 5,1 %. Mit einem Wachstum von 8,1 % liegen deutsche Unternehmen deutlich über dem europäischen Durchschnitt, der insgesamt lediglich einen Anstieg von 4 % verzeichnet. Die betrachteten österreichischen Unternehmen verzeichnen hingegen einen Rückgang um 2,5 %. Dabei liegen die F&E-Etats wie im Vorjahr konstant bei 2 % in Relation zu den ebenfalls gesunkenen Unternehmensumsätzen (Forschungsintensität). Angeführt wird die Liste der forschungsintensivsten Unternehmen wie im Vorjahr von Volkswagen: Der Konzern investierte binnen des letzten Jahres 15,3 Mrd. US-Dollar (im Vorjahr waren es noch 13,5 Mrd. US-Dollar). Damit liegt der Autokonzern weit vor der weltweiten Nummer zwei, dem südkoreanischen Unterhaltungselektronikkonzern Samsung mit 14,1 Mrd. US-Dollar. Die Nächstplatzierten der Bestenliste sind Intel auf Platz drei, Microsoft, und der Schweizer Pharmariese Roche auf Platz fünf. Aus Österreich sind wie im Vorjahr Voestalpine, Andritz, ams und Zumtobel vertreten, im Ranking mit Ausnahme von ams allerdings leicht abgerutscht. Das sind die zentralen Ergebnisse der „Global Innovation 1000“-Studie von Strategy&, der globalen Strategieberatung von PwC. In ihrer elften Jahresausgabe untersucht die Studie die Budgets der tausend börsennotierten Unternehmen mit den weltweit höchsten veröffentlichten F&E-Ausgaben.

Asien überholt Europa bei den Forschungsbudgets
Zusätzlich zu den Forschungsbudgets der Unternehmen untersucht die Studie, in welchen Weltregionen vorhandene F&E-Mittel eingesetzt wurden. Hierfür wurden insgesamt 207 führende Unternehmen ihrer jeweiligen Branche sowie die F&E-Top-100 analysiert. Geographisch betrachtet, profitiert vor allem Asien von den weltweit steigenden F&E- Investitionen: 2007 wurden mit 121 Mrd. US-Dollar noch 35 % der weltweiten F&E-Ausgaben in Europa getätigt und damit der relativ größte Anteil aller Weltregionen. Dahinter lagen zweitplatziert Nordamerika mit 119 Mrd. US-Dollar und 34 % sowie Asien mit 96 Mrd. US-Dollar und 27 % der weltweiten Ausgaben. 2015 hat sich dieses Verhältnis umgekehrt: 166 Mrd. US-Dollar und 35 % aller weltweiten F&E-Budgets landen in Asien, dahinter Nordamerika mit 157 Mrd. US-Dollar bzw. 33 % und erst auf dem dritten Platz folgt Europa mit 133 Mrd. US-Dollar und 28 %. „Europa hat als F&E-Standort deutlich an Attraktivität verloren. Während Europa 2008 noch auf Platz eins lag, fließt heutzutage ein Großteil der F&E-Investitionen nach Asien“, so Klaus Hölbling, Geschäftsführer von Strategy& in Wien.

Die Exportnation Deutschland setzt auch bei Forschung und Entwicklung auf Standorte jenseits des Heimatmarktes, stellt Hölbling fest: „Während sich die Forschungsintensität bei österreichischen Unternehmen auf konstantem Niveau bewegt, haben deutsche Unternehmen den Export ihrer Forschungsleistung zwischen 2007 und 2015 deutlich gesteigert, von 20 auf 35 Mrd. US-Dollar. Das entspricht einem Exportzuwachs von 75%. Zugleich sanken die F&E-Importe um 7 % von 17 auf 16 Mrd. US-Dollar. Analog zum Warenhandel steht auch vor der deutschen F&E-Exportbilanz ein dickes Plus.“

Software-Entwicklung immer kostenintensiver
Die drei Branchen IT und Elektronik, Pharma und Automobil zeichnen sich traditionell für einen großen Anteil der globalen F&E-Kosten verantwortlich. Ihr kumulierter Anteil an den globalen Forschungsinvestitionen summiert sich auf 61 %. Die größte Steigerungsrate in den Entwicklungskosten weist die Internet- und Softwarebranche auf. Klaus Hölbling beschreibt die Hintergründe: „Die digitale Transformation treibt die F&E-Budgets für Internet- und Softwareentwicklung nach oben. Allein seit letztem Jahr sind die weltweiten Ausgaben in diesem Segment um 27 % gewachsen und machen mittlerweile 11 % aller F&E-Ausgaben aus.“

Apple, Google und Tesla sind Innovationsführer
Die Studie untersucht ebenfalls, welche Unternehmen unabhängig von den eingesetzten Forschungsmitteln in der Kundenwahrnehmung die stärkste Innovationskraft entfalten. Dass Innovationskraft auch mit geringem Budget möglich ist, zeigt insbesondere das Beispiel Tesla Motors: „Mit nur einer halben Milliarde US-Dollar Forschungseinsatz erreicht der kalifornische E-Mobility-Pionier hinter Apple und Google Platz drei der Innovationsrangliste. Diese Unternehmen sind daher Paradebeispiele für den effizienten Einsatz von Forschungsmitteln“, fasst Hölbling zusammen. Mit Samsung, Google, Toyota, IBM und Intel befinden sich immerhin fünf Unternehmen, die zu den zehn Unternehmen mit den weltweit höchsten F&E-Budgets gehören, in dieser Innovations-Top-Ten.

Design der „Global Innovation 1000“-Studie
Für die Studie identifizierte Strategy& die 1.000 globalen börsennotierten Unternehmen mit den höchsten veröffentlichten F&E-Ausgaben. In einem zweiten Schritt wurden für die Studie die wichtigsten Finanz-, Umsatz-, Ertrags-, Kosten- und Profitabilitätskennzahlen der vergangenen neun Jahre analysiert und in Zusammenhang mit den historischen Ausgaben für F&E gebracht. Die Zuordnung der Unternehmen zu Regionen folgt der Angabe des Unternehmenssitzes. Die F&E-Ausgaben, die Siemens etwa in den USA tätigt, fließen somit in die Region Europa ein. Darüber hinaus ermittelt die Studie zusätzlich in einer Umfrage unter internationalen Führungskräften die innovativsten Unternehmen weltweit.


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Moritz Arnold
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